Was haben die Friedhöfe Wien mit Papageien zu tun?


Nachhaltige Kooperation zwischen Friedhöfe Wien und Papageienschutzzentrum

Allein am Wiener Zentralfriedhof gibt es rund 15.000 Bäume, die der Friedhofsdienst betreut, pflegt und nachschneidet. Der Baumschnitt ist aus Sicherheitsgründen notwendig, er bringt aber auch andere Vorteile: die Bäume können in eine gefällige Form gebracht werden, sie können nach Sturmschäden schneller genesen und die Blüten- und Fruchtbildung wird angeregt. Bei rund 15.000 zu pflegenden Bäumen allein am Wiener Zentralfriedhof kommen einige Tonnen Baumschnitt zusammen. Einige Stämme und Äste werden bereits im Naturgarten als Nisthilfe oder für die Überwinterung von Igeln auf den diversen Friedhöfen verwendet. Dennoch wurde ein Großteil des Baumschnitts entsorgt.
Um die von der Natur gegebenen Ressourcen besser zu nutzen, haben sich die Friedhöfe Wien nun überlegt, wie das Baumschnittgut besser verwertet werden kann. Während dieses Prozesses ist die Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz an die Friedhöfe Wien herangetreten und hat eine Kooperation vorgeschlagen. Naturäste sind bekanntlich die beste Sitz- und Klettergelegenheit für Papageienfüße. Laut PapageienexpertInnen eigenen sich am besten ungespritzte, frische und unterschiedlich dicke Äste zum Beispiel von Obstbäumen, Eschen, Kastanien, Buchen, Ahorn und Weiden. Da auf den Wiener Friedhöfen die verschiedensten Bäume gepflanzt sind, eignen sich die meisten Baumschnitte optimal für Papageien. Das Papageienschutzzentrum mit Sitz in Vösendorf ist regelmäßig auf der Suche nach frischen Ästen und Stämmen für die Inneneinrichtung der Volieren im Papageienheim. Durch die kürzlich geschlossene Kooperation erhält das Papageienschutzzentrum regelmäßig Nachschub für die selbstgemachten Kletter- und Spielplätze für die in ihrer Pflege stehenden Papageien. Die Friedhöfe Wien nutzen auf diese Weise die ohnehin vorhandenen natürlichen Ressourcen, in dem die Reste des Baumschnitts nach Qualitätskontrolle auf Pilze und Baumtyp an das Papageienheim übergeben und so weiterhin verwendet werden können. Auch Futterpflanzen wurden an das Papageienschutzzentrum gespendet.
Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Wort, sondern ein Grundprinzip der Friedhöfe Wien. Dazu zählt mit natürlichen Ressourcen wertschätzend umzugehen und verantwortungsbewusst zu planen und zu handeln.
Durch die Kooperation zwischen Friedhöfe Wien und Papageienschutzzentrum wird nicht nur nicht mehr benötigtem Baumschnitt eine zweite Chance gegeben, sondern auch die Papageien erfreuen sich an ihren vielfältigen und naturbelassenen Spiel- und Kletterplätzen und Futterpflanzen.

Papageienschutzzentrum
Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Papageienschutz ist seit 15. Juli 1996 ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der sich für den Schutz von Papageien in freier Wildbahn und für die Verbesserung deren Haltung in Menschenobhut einsetzt. Schwerpunkte des Vereins sind vor allem Hilfe und Beratung in allen Papageienfragen, Partnervermittlung für noch immer einzeln lebende Papageien aller Alterstufen und Arten, sowie der Betrieb eines Papageienheims zur Aufnahme ungewollter und beschlagnahmter Vögel, ebenso die Vergesellschaftung von Einzelvögeln mit freier Partnerwahl im Papageienheim. Unter www.papageienschutz.org gibt es mehr Details nachzulesen. Besuchen Sie das Papageienschutzzentrum auch auf Facebook: https://www.facebook.com/ArbeitsgemeinschaftPapageienschutz