Ein friedvolles Zuhause für die Meidlinger Feldhamster


Friedhöfe Wien und Wiener Umweltschutzabteilung informieren über „Friedhofshamster“

Friedhöfe sind Orte des Gedenkens und der stillen Einkehr, sie werden zunehmend aber auch als innerstädtische Grünflächen geschätzt und das nicht nur von Menschen: Für die Wiener Feldhamster sind Friedhöfe zum wertvollen Lebensraum geworden. Am Meidlinger Friedhof gibt es seit Jahren eine kleine Population an Feldhamstern. Die possierlichen und in Wien streng geschützten Tiere tummeln sich zwischen den Gräbern und zaubern vielen der Besucherinnen und Besucher ein Lächeln auf die Lippen. Eine neue Informationstafel macht nun auf die kleinen Friedhofsbewohner aufmerksam und bietet Informationen über die Lebensweise der Feldhamster.

„Es ist schön, dass die Feldhamster sich auf dem Friedhofsareal wohl fühlen und die Anlage, neben Eichhörnchen, Igeln, Vögeln und Schmetterlingen, noch zusätzlich mit Leben füllen. Das zeigt, dass Friedhofsareale nicht nur Raum für Besinnung bieten, sondern auch bedeutende Rückzugsorte für Tiere im urbanen Raum darstellen“, freut sich Renate Niklas, Geschäftsführerin der Friedhöfe Wien.

„Feldhamster sind kleine Nagetiere, die bevorzugt Samen und Beeren fressen. Früher wurden sie als Ernteschädlinge verfolgt und landeten so auf der Roten Liste der bedrohten Arten. In Wien sind sie Bestandteil der beachtlichen Biodiversität und es soll ihnen verziehen sein, falls sie doch einmal am Grabschmuck knabbern“, ergänzt Harald Gross von der Wiener Umweltschutzabteilung-MA 22.

Vorräte „hamstern“ für die Winterruhe und ein Wiedersehen im Frühling

Die Feldhamster haben sich an Mensch und Stadt gewöhnt und sind auch in Parks und auf Grünanlagen zu finden. Sie sind nicht rein nachtaktiv, sondern kommen auch Tagsüber aus ihren Bauen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Der laue Herbst hat den Hamstern noch ausreichend Gelegenheit gegeben, sich Futtervorräte für den Winter anzulegen, von denen sie zehren können, wenn sie zwischendurch kurz aus dem Winterschlaf erwachen. Jetzt, wenn die Temperaturen fallen und sie genug Nahrung „gehamstert“ haben, ziehen sie sich bis zum Frühjahr in ihre Schlafkammern zurück. Die Baue der Feldhamster sind gut strukturiert, es gibt eigene Vorratskammern, Schlaf- und Nistkammern sowie sogar eine davon getrennte „Toilette“.

Im Frühling werden die kleinen Nager wieder auf dem Friedhofsareal zu beobachten sein und bald auch für Nachwuchs sorgen. Feldhamster sind, auch wenn sie possierlich aussehen und Menschen recht nahe an sich heranlassen, immer noch Wildtiere, die sich nicht gerne streicheln oder berühren lassen möchten. Wer das doch versucht, kann damit rechnen, lauthals angefaucht zu werden. Da ihnen menschliche Nahrung nicht bekommt, sollten Feldhamster auch nicht mit Brot, Keksen oder ähnlichem gefüttert werden. Beobachten lassen sie sich aber gerne und dienen nicht zuletzt als putziges Fotomotiv. So hat das Miteinander von Mensch und Tier im gemeinsamen Lebensraum Stadt für beide Seiten einen Mehrwert.