Pfarrfriedhof Nußdorf





Nußdorf war bis zur Gründung des Stiftes Klosterneuburg nach St. Martin in der unteren Stadt zugehörig. Nach 1246 wurde es nach Heiligenstadt eingepfarrt. Obwohl die Einwohnerinnen und Einwohner bemüht waren, für ihre 1450 dem heiligen Thomas geweihte Kapelle einen eigenen Pfarrer zu bekommen, wurde Nußdorf erst 1783 zur Pfarre erhoben und von Heiligenstadt ausgepfarrt. 1600 befand sich Ecke Eichelhofstraße/Hackhofergasse ein erster Friedhof. Neuanlage des FriedhofesDer nach der Gründung der Pfarre errichtete - nicht eingefriedete - Friedhof (Hammerschmidtgasse 7-9) erwies sich bereits 1837 als zu klein.

Als die Unterbringung der vielen verstorbenen Findelkinder aus der 1857 eröffneten Kleinkinderbewahranstalt problematisch wurde, ordnete die k. k. Statthalterei an Stelle einer Friedhofserweiterung die Verlegung des Friedhofes an. Für die Errichtung des neuen, heute noch bestehende Pfarrfriedhof in der Nußberggasse wurden zwei Weingärten in der "Unteren Schoß" angekauft. Der Friedhof wurde am 25. Juni 1867 eröffnet. Der alte Friedhof wurde 1868 aufgelassen und nach Ablauf von 30 Jahren als Acker beziehungsweise Wiese verwendet. Sein Ausmaß wurde 1899 mit 932 Quadratklaftern angegeben. Am 2. November 1923 veröffentlichte das "Neue Wiener Journal" einen Artikel, in dem sich ein Journalist darüber beklagt, dass durch "die Besiedlung des Örtchens Nußdorf mit der Wiener Stadtmenschheit die bodenständige Besonderheit dieses Friedhofes verloren gegangen ist" und man "erst vor kurzem hier die letzten Weinbauerngräber entfernt und die Stätten einer neuen Belegung zugeführt" hat.

Aufbahrungen1933 wurde mit Rücksicht "auf den unbefriedigenden Zustand der Leichenkammer" auf dem Nußdorfer Friedhof verfügt, dass die Beisetzung und Aufbahrung der Leichen, die im Nußdorfer Friedhof bestattet werden sollten, in der Leichenhalle auf dem Heiligenstädter Friedhof zu erfolgen hatte. Das Fehlen einer geeigneten Aufbahrungsmöglichkeit führte dazu, dass bei Bestattungen im Friedhof Nußdorf die Aufbahrungen bis 1960 in der Nußdorfer Pfarrkirche erfolgten. Erst als im Oktober 1960 die auf dem Friedhof errichtete Aufbahrungshalle für die Abhaltung von Trauerfeiern zur Verfügung stand, wurden auch die Aufbahrungen in dieser Halle vorgenommen.

1968 wurde im Anschluss an die bestehende Aufbahrungshalle ein ebenerdiger Zubau mit einem überdachten Vorbau für die Trauergäste und einem anschließenden Verkaufsraum sowie links vom Friedhofseingang ein für die "Leichenträger" bestimmter Unterkunftsraum errichtet. 1972 wurde die Friedhofsbeisetzkammer mit einer Kühlanlage ausgestattet. Dort werden seit 1975 auch jene Verstorbenen abgestellt, deren Bestattung im Pfarrfriedhof Kahlenbergerdorf erfolgt.

1981 wurde der Aufbahrungsraum renoviert und die Wandverkleidung erneuert.

Pfarrfriedhof Nußdorf
Nußberggasse 48
1190 Wien

Tel.: +43 (0)1 318 54 50