Pfarrfriedhof Kahlenbergerdorf





1168 stiftete Rudolf von Chalberge (Chalwenperg, Challnperge) die "Johanneskirche in Benificium zu Niewendorf" (Kloster Neuburg), für die 1256 erstmals der Name des Pfarrers überliefert ist. 1482 wurde die Pfarre dem Stift Klosterneuburg inkorporiert. 1781 wurde wieder eine eigene Pfarre errichtet. Die Kirche wurde ab 1550 Georgskirche genannt. Um die Kirche befand sich der Gottesacker, in dem nicht nur Ortsbewohnerinnen und Ortsbewohner, sondern auch in der Donau Ertrunkene bestattet wurden. Grabsteine, die an der Nordseite des Langhauses sowie am Chor der Kirche, unter der sich auch ein Beinhaus befand, angebracht sind, stammen von diesem Kirchhof, der Ende des 19. Jahrhunderts aufgelassen wurde. Der 1878 auf einer Anhöhe errichtete neue Friedhof wurde ab dem 30. April belegt. Zunächst war er den verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohnern des Kahlenbergerdorfes, jedoch nur für "Katholiken allein", vorbehalten. Nach 1938 durften auch die in Wien verstorbenen getauften Juden in diesem Friedhof bestattet werden. Im Oktober 1941 musste das Pfarramt Kahlenbergerdorf im Auftrag des Friedhofseigentümers, des Stiftes Klosterneuburg, dem städtischen Wiener Bestattungsunternehmen mitteilen, "daß der Pfarrfriedhof Kahlenbergerdorf, Wien XIX, bis auf weiteres für Leichen von getauften Glaubensjuden und Mischlingen gesperrt ist".

1941 trat die Direktion des städtischen Wiener Bestattungsunternehmens an die "treuhändige Verwaltung des Chorherrenstiftes Klosterneuburg" mit dem Ersuchen heran, ihr die Leichenkammer des Friedhofes Kahlenbergerdorf für die Durchführung von Leichenaufbahrungen zu überlassen und ihr die Genehmigung zu erteilen, die dafür notwendigen Arbeiten vornehmen zu lassen. Aufbahrungshalle1949 wurde mit den Vertretern des Stiftes vereinbart, dass die Halle mit einer ständigen Aufbahrungseinrichtung ausgestattet wird. 1974 wurde der Aufbahrungsraum renoviert und entsprechend ausgestaltet.

1983 wurde das Aufbahrungsgebäude umfassend instand gesetzt. Im Zuge der Instandsetzung wurde der Halleneingang an die Ostseite verlegt und der Aufbahrungsraum nach den 1964 festgelegten Grundsätzen neu gestaltet. Da der Friedhof über keinen Stromanschluss verfügte, war die Einrichtung eines gekühlten Abstellraumes nicht möglich. Seit 1975 wurden die Verstorbenen in der mit einer Kühlanlage ausgestatteten Beisetzkammer des Friedhofes Nußdorf abgestellt. Am 1. November 1983 konnte die Halle im Rahmen einer kleinen Feier ihrer Bestimmung übergeben werden.In den Jahren 1974 und 1981 wurde der Friedhof erweitert.

Ende Oktober 1984 wurden vor dem Eingang zur Aufbahrungshalle zwei von Professor Rudolf Friedl geschaffene Engel aufgestellt. 2001 wurde die Aufbahrungshalle an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Pfarrfriedhof Kahlenbergerdorf
Bloschgasse 2 / Zwillinggasse 2
1190 Wien

Tel.: +43 (0)1 370 12 98