Grabnutzungsrecht





Das Benützungsrecht an einem Grab kann entweder für die Bestattung eines Verstorbenen/einer Verstorbenen oder zu Lebzeiten erworben werden. Nach der Einzahlung wird der Antragsteller/die Antragstellerin zum/zur Benützungsberechtigen.   
Vorgehensweise: In der zuständigen Friedhofskanzlei kann man erfahren, welche Gräber zur Vergabe bereit stehen. Nur aus diesen kann ein neu zu erwerbendes Grab ausgesucht werden.

Auf den Eigenregiefriedhöfen (Friedhof Baumgarten, Feuerhalle Simmering, Friedhof Hernals, Hietzing, Neustift, Ottakring, Stammersdorf Zentral und Südwest, sowie am Wiener Zentralfriedhof) kann das Ansuchen auf den Graberwerb in der Verwaltung vor Ort gestellt werden.
Bei allen anderen Friedhöfen ist nach dem Aussuchen eines Grabes der persönliche Kontakt zum Kundenservice der Friedhöfe Wien GmbH herzustellen.
Grüfte und Urnenwandnischen werden von der Abteilung Technik, der Friedhöfe Wien GmbH vergeben.

Bei einem aktuellen Sterbefall erhält der Kunde nachdem ein Grab ausgesucht wurde, einen Grabzettel, mit dem er sich an ein Bestattungsinstitut wendet. Die Bezahlung des Graberwerbes erfolgt im Wege der Bestattung. Wird das Grab zu Lebzeiten erworben, wird ein Zahlschein zur Begleichung des Grabstellenentgeltes übermittelt. Durch die Einzahlung wird der Antragsteller/die Antragstellerin zum/zur Benützungsberechtigten und darf mit der Ausgestaltung des Grabes beginnen. Binnen eines halben Jahres muss das Grab gärtnerisch und baulich in Ordnung gebracht werden.

Das Entgelt eines Grabes ist abhängig• vom Friedhof• von der Art und Lage des Grabes• von der Ausgestaltungsart des Grabes• von der Dauer des Benützungsrechts Es gibt verschiedene Arten von Gräbern.

Die Dauer des Benützungsrechtes wird anlässlich des Nutzungserwerbes eines Grabes, der Zustimmung zur Auflage einer Grabdeckplatte (Deckelbewilligung) oder zum Ausbau der Grabstelle festgelegt.

Je nach Art des Grabes variiert die Dauer des Benützungsrechts. In der Regel beträgt sie 10 Jahre, bei einer Gruft oder einer Urnenwandnische sogar 60 Jahre. Entscheiden sich die Hinterbliebenen für ein Grab mit Grabdeckplatte, muss das Benützungsrecht erstmalig für 20 Jahre erworben werden. Bei Gräbern mit Grabdeckplatte gibt es außerdem ein höheres Entgelt. Mit dieser Steuerungsmaßnahme möchte die Friedhofsverwaltung verhindern, dass aus den Grünoasen einmal „Steinwüsten" werden.Individuelle Laufzeiten können nicht vereinbart werden.

Angebote für neue Verträge gelten grundsätzlich für 10 Jahre. Längere Laufzeiten sind möglich. Alle Verträge schließen wie bisher an den Vorvertrag an, die Verstorbenen bleiben im Grab. Damit ist die Kontinuität (Exhumierungen/Zusammenlegungen) und die Abstimmung mit den Preisen (Bereitstellungsentgelt, Überbelag) sichergestellt. Die Grabart bleibt ebenfalls unverändert.

Ist das Benützungsrecht abgelaufen, werden mit Kunden neue Verträge (früher „Verlängerungen") abgeschlossen.

Es werden Angebote über die neuen Verträge erstellt, die eine „eidesstattliche Erklärung" enthalten. Mit dieser erklären sich die Kunden mit dem Übergang des Benützungsrechtes durch Zahlung einverstanden. Empfänger dieser Angebote ist entweder der Benützungsberechtigte oder der letzte Zahlungspflichtige (in den Fällen, wo noch kein Angebot mit integriertem Übergang des Benützungsrechtes versendet wurde). Eine Unterschrift ist bei diesen Angeboten nicht nötig.

Der Inhalt der „eidesstattlichen Erklärung" lautet:

Hinweis: Mit der Bezahlung des Grabentgeltes werden Sie Benützungsberechtigte/r. Die Bestimmungen der Bestattungsanlagenordnung in der gültigen Fassung kommen zur Anwendung.

Gem. § 25 Bestattungsanlagenordnung erklären Sie, dass keine Verwandten bzw. weiteren Personen mit Naheverhältnis zum bisherigen Benützungsberechtigten vorhanden sind bzw. dass diese mit der Übernahme des Benützungsrechtes einverstanden sind. Sollten Fakten auftauchen, die einem rechtmässigen Übergang des Benützungsrechtes an Sie entgegen stehen, wird der Übergang rückgängig gemacht (ex tunc aufgehoben*). Die Friedhöfe Wien GmbH wird in diesem Fall hinsichtlich aller Ansprüche schad- und klaglos gehalten. Sollten Sie bereits Benützungsberechtigte/r sein, betrachten Sie den Hinweis bitte als gegenstandslos.

* „ex tunc" heißt „von damals an" und bezeichnet den Zeitpunkt für den Eintritt der Rückwirkung der Vereinbarung.

Werden aufrechte Benützungsrechte verändert, wird kein neuer Vertrag abgeschlossen, sondern der bestehende Vertrag wird geändert.

Dies betrifft Verlängerungen des Benützungsrechtes im Zuge von Beisetzungen, Grabumwandlungen sowie Weiterzahlungen des Benützungsentgeltes. Diese Weiterzahlungen sind außschließlich für die/den Benützungsberechtigte/n möglich.

Voraussetzung für eine Erneuerung oder Umschreibung des Benützungsrechtes ist, dass das Grab baulich sicher und gärtnerisch gepflegt ist.

Es besteht keine Verpflichtung der Friedhofsverwaltung, über den Ablauf des Benützungsrechtes zu informieren. Dennoch wird der letzte Einzahler/die letzte Einzahlerin des Grabentgeltes davon verständigt.

Eine Übertragung des Grabbenützungsvertrages unter Lebenden ist nur bei aufrechtem Benützungsrecht möglich. Die in der BAO (Bestattungsanlagenordnung) definierten verwandtschaftlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Das Verwandtschaftsverhältnis muss vom Kunden mit entsprechenden Urkunden nachgewiesen werden.

Der Antrag hat die kompletten Personendaten des bisherigen Benützungsberechtigten und dessen Unterschrift sowie die kompletten Personendaten des neuen Benützungsberechtigten und dessen Unterschrift zu enthalten.

Anträge werden zentral vom Kundenservice der Friedhöfe Wien GmbH bearbeitet. 

schriftlicher Antrag: Der/die Antragsteller/in soll dem Antrag Kopien seines/ihres Ausweisdokumentes bzw. das des/der neuen Benützungsberechtigten beilegen, das Geburtsdatum ist zu ermitteln.

persönlicher Antrag: Vorgehen wie beim schriftlichen Antrag, es wird eine Niederschrift aufgenommen. Der Kunde/die Kundin erhält ein Erledigungsschreiben. Es besteht die Möglichkeit ein persönliches Beratungsgespräch (Link zu Formular muss noch gesetz werden) zu vereinbaren.

Die/der Benützungsberechtige kann eine Grabsperre verfügen, mit der sie/er die Voraussetzungen für die Öffnung ihres/seines Grabes sowie für weitere Beisetzungen in ihr/sein Grab festlegt.

Die Grabsperre muss von der Benützungsberechtigten/dem Benützungsberechtigten schriftlich vorgenommen werden und ist ab der schriftlichen Kenntnisnahme durch die Friedhöfe Wien GmbH wirksam.

Nur die/der Benützungsberechtigte kann eine Grabsperre veranlassen.  

Eine Grabsperre kann längstens für den Zeitraum bis zum Ende des Grabbenützungsvertrages erfolgen. Anlässlich eines Angebotes für einen neuen Vertrag wird auf die vorhandene Grabsperre hingewiesen sowie auf die Notwendigkeit, diese gegebenenfalls zu erneuern.

Folgende Angaben/Unterlagen sind erforderlich:

  • Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer, Kopie des amtlichen Lichtbildausweises der/des Benützungsberechtigten
  • Wird ein Personenkreis, der noch beigesetzt werden darf, angeführt, ist die Bekanntgabe der Namen und Geburtsdaten dieser Personen erforderlich.

Das Löschen einer rechtlichen Grabsperre kann nur die/der Benützungsberechtigte veranlassen.