Südwest





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet.

Fläche: 241.828 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 25.671

Besonderheit: im Sinne von Arten- und Naturschutz wurde für Wechselkröten, die hier heimisch sind, ein Laichgewässer errichtet

Friedhof Südwest
Hervicusgasse 44
1120 Wien

Tel.: +43 (0)1 534 69 - 28260
Fax: +43 (0)1 534 69 - 28269

Erreichbarkeit Kanzlei:
12, Wundtgasse 1A
Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Entwurf und Planung

Der zunehmende Mangel an Belagsraum in den Friedhöfen des 12. bis 16. Bezirkes veranlasste die Gemeindeverwaltung 1919 "zur Beerdigung der aus den genannten Bezirken stammenden Leichen anderwärts eine neue Belagfläche zu schaffen". Für diesen Zweck wurde ein "nächst der Rosenkranzkirche im XII. Bezirk zwischen der Südbahnstrecke und dem Wasserbehälter Rosenhügel" gelegenes Gelände zur Errichtung "eines Hauptfriedhofes mit der Bezeichnung Südwestfriedhof in Aussicht genommen". Im Jänner 1920 wurde der Architekt Baurat Karl Seidl auf Grund seines "preisgekrönten Vorentwurfes" mit der Ausarbeitung der Ausführungspläne beauftragt und im März desselben Jahres nahm der Stadtrat den "Bericht über die sanitären und geologischen Verhältnisse im Gelände des Südwestfriedhofes zur Kenntnis". Da "nach dem Gutachten des städtischen Gesundheitsamtes eine Gefährdung des Wasserbehälters am Rosenhügel und den davon abzweigenden Hauptrohrsträngen durch den künftigen Friedhofsbetrieb nicht eintreten werde", wurde das Stadtbauamt im Einvernehmen mit dem Magistrat angewiesen, einen endgültigen Entwurf über die Ausgestaltung des Friedhofes auszuarbeiten. Der Gemeinderat bestimmte am 17. September 1920 das Gebiet der Gemeindebezirke 12 bis 16 als Sprengel für den neu zu errichtenden Südwestfriedhof, der gleichzeitig als Hauptfriedhof eingestuft wurde. Mit "dem Tage der Eröffnung des Südwestfriedhofes" sollte die Zuweisung der Leichen aus den Bezirken 12 bis 16 zum Zentralfriedhof entfallen.

Errichtung

Am 1. Oktober 1920 wurde die Bewilligung zur Errichtung der erforderlichen Baulichkeiten, "enthaltend Einsegnungs- und Aufbahrungsräume", Beisetzkammern sowie eine Infektionsleichenbeisetz- und Aufbahrungskammer, erteilt. Am 21. Juni 1921 wurde ein Zubau zum Verwaltungsgebäude genehmigt. Am 9. Juli 1921 wurde die Benützung der im Oktober 1920 genehmigten Baulichkeiten bewilligt. "Der erste Tote, der Nachtwächter Johann Demal von Hetzendorf", wurde am 20. Juli 1921 bestattet. Die Einweihung des Friedhofes durch den Stadtdechanten in Gegenwart der Vertreter der Nachbarpfarren und von Gemeindevertretern erfolgte am 18. Oktober 1921. Während ab dem 18. Juli 1921 "die bisher dem Meidlinger Friedhofe zur Beerdigung in gemeinsamen Gräbern zugewiesenen Leichen" dem Südwestfriedhof zuzuweisen waren, wurde "den Bewohnern der früheren Zuweisungssprengel des Baumgartner und Ottakringer Friedhofes" weiterhin bis auf Widerruf gestattet, ihre verstorbenen Angehörigen in gemeinsamen Gräbern dieser Friedhöfe beerdigen zu lassen. Die Vergabe der eigenen und gemeinsamen Gräber im Südwestfriedhof sollte in gleicher Weise wie im Zentralfriedhof erfolgen. Auf Grund eines im Juli 1921 erfolgten Beschlusses des Gemeinderates wurde der städtischen Leichenbestattungsunternehmung "das alleinige Recht zur Benützung der Aufbahrungsräume" unter der Voraussetzung eingeräumt, dass "die Aufbahrungsräume in einer nach der jeweils angemeldeten Aufbahrungsklasse ausgeführten Ausstattung auch den privaten Leichenbestattungsunternehmern gegen Entrichtung der im Tarif festgelegten Gebühr" überlassen werden. Beheizung, Beleuchtung und Reinhaltung der Räume sowie die Instandhaltung der Aufbahrungsnischen und der Installationen oblag der städtischen Leichenbestattungsunternehmung.

Erweiterung des Friedhofs und der Leichenhalle

Bereits im Oktober beziehungsweise im November 1921 wurden vom zuständigen Gemeinderatsausschuss die Aufstellung des Friedhofskreuzes, einer alten Holzhütte als Pförtnerhäuschen und die Erweiterung der Leichenhalle durch den "Zubau einer Einsegnungshalle zur Leichenkammer" sowie die erste Erweiterung des Südwestfriedhofes beschlossen. Im darauffolgenden Jahr wurden die notwendigen Arbeiten und Lieferungen" in Angriff genommen und 1923 abgeschlossen. Für einen 1925 genehmigten Zubau zur Leichenhalle (Aufbahrungsraum) wurde im November 1926 die Benützungsbewilligung erteilt. 1928 wurde die Sprengeleinteilung für den Zentral- und den Südwestfriedhof in der Weise festgelegt, dass dem Zentralfriedhof "das Gebiet der Bezirke 1 bis 11 und 16 bis 20 und dem Südwestfriedhof das Gebiet der Bezirke 12 bis 15" zugewiesen wurde.

Änderung der Gebietsgrenzen

Die geplante zweite Erweiterung des Friedhofes erstreckte sich auf Gebietsteile im Bereich der Ortsgemeinde Atzgersdorf. 1937 war eine "Änderung der Gebietsgrenzen zwischen der bundesunmittelbaren Stadt Wien und dem Land Niederösterreich" erforderlich. Die von der Ortsgemeinde Atzgersdorf abgetrennten und der Stadt Wien einverleibten Grundflächen wurden mit der Katastralgemeinde Hetzendorf vereinigt. Die für die Erweiterung erforderlichen Arbeiten wurden zwischen 1940 und 1945 durchgeführt. Errichtung der AußenanlagenIn den Jahren 1945 bis 1951 wurden das Eingangstor, das Dach der Aufbahrungshalle und der Beisetzkammer sowie 620 Quadratmeter Wege instand gesetzt, 600 Quadratmeter Holzeinfriedung sowie eine Einfriedungsmauer aus Beton errichtet und 700 Quadratmeter Straßen neu gebaut.

Im Juli 1946 wurde "die Beerdigung von Leichen in gemeinsamen Gräbern ausnahmslos eingestellt". Beerdigungen in Reihengräbern konnten weiterhin -"bis zum Verbrauch des Vorrates" - erfolgen. Nach "Erschöpfung des Vorrates der Reihengräber" waren nur mehr Beerdigungen in eigenen Gräbern zulässig. Im November 1949 wurden neu angelegte Urnengräbergruppen zur Belegung freigegeben. 1952 wurde die Gärtnerei des Meidlinger Friedhofes auf den Südwestfriedhof verlegt. Erweiterungsflächen wurden widmungsmäßig sichergestellt. 1947 wurde "zur Freimachung der durch den Südwestfriedhof führenden Wundtgasse" der in diesen Straßenzug fallende Friedhofsteil für Beilegungen gesperrt und aufgelassen. Beilegungen in bestehenden Gräbern waren bis 30. April 1947 und die Ausschmückung der Gräber bis längstens 30. April 1957 gestattet. Den von dieser Maßnahme betroffenen Grabbesitzerinnen und -besitzern wurden an anderer Stelle des Friedhofes Grabstellen zugesichert. Das Benützungsrecht an den Grabstellen, die in dem zur Auflassung bestimmten Friedhofsteil gelegen waren, erlosch am 1. Mai 1957. Die bis zu diesem Termin nicht exhumierten Leichen wurden auf Kosten der Gemeinde enterdigt und in einer gemeinsamen Grabstelle wiederbestattet. Nach einer Auskunft der Verwaltung des Südwestfriedhofes waren in der Zeit vom 10. April 1947 bis 14. Juni 1951 bereits 527 Gräber verlegt worden.

Ausgestaltung des neuen Vorplatzes

1953 wurde eine Torwarthütte errichtet und 1954 das neue Verwaltungsgebäude fertig gestellt. Die Ausgestaltung des neuen Vorplatzes beim Haupteingang Hervicusgasse sowie die Versetzung des Einfriedungsgitters "längs des Segmentbogens" erfolgte 1960. Im selben Jahr wurden auch 403 Kriegstote des Zweiten Weltkrieges aus dem Garten des Lainzer Altersheimes exhumiert und in der Kriegsgräberanlage des Südwestfriedhofes wiederbestattet. Durch 1961 und 1962 durchgeführten Sanierungsarbeiten in alten Gräberfeldern wurde die Rückgewinnung und Neuvergabe heimgefallener und verwahrloster Grabstellen ermöglicht. Ab 1962 stand in der Gruppe 8 ein neuer Urnenhain zur Verfügung. Darüber hinaus wurde - ebenfalls 1962 - eine gemauerte Portierloge beim Haupteingang Hervicusgasse errichtet.

Vergrößerung des Areals

1964 wurde der Friedhof an dem südlich der Wundtgasse gelegenen Teil um rund 33.500 Quadratmeter vergrößert und mit einer hölzernen Einfriedung umschlossen. 1965 wurden früher erworbene Arrondierungsflächen in die Erweiterung einbezogen und die Einfriedung ergänzt und neu gestaltet. 1966 wurde eine Eigenwasserversorgungsanlage fertig gestellt. 1967 wurden Grundflächen für die Erweiterung des Friedhofes erworben und eingefriedet sowie eine Urnenmauer für 195 Urnennischen errichtet und der Urnenhain vergrößert. Eine Erweiterung der Eigenwasserversorgungsanlage erfolgte 1969. Am 1. Dezember 1970 wurde für die Friedhöfe Baumgarten, Hernals, Hietzing, Neustift am Walde, Ottakring und den Südwestfriedhof ein zentraler Einsegnungsdienst der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Da durch den ursprünglich als einheitliche Fläche angelegten Friedhof aus verkehrstechnischen Gründen die Wundtgasse hindurchgeführt werden musste, war damit, neben der Räumung der schon belegten Flächen, auch eine Trennung des Friedhofes in einen "alten und neuen Teil" verbunden.

Neuerliche Erweiterung des Friedhofs

Im Februar 1971 wurde aus Anlass der geplanten Erweiterung des neuen Teiles des Südwestfriedhofes ein Wettbewerb für die Neugestaltung einer Friedhofsfläche ausgeschrieben. Der rund neun Hektar große Erweiterungsteil war im Norden von der Wundtgasse, im Osten durch die Südbahntrasse, im Süden durch den - damaligen - Bauplatz des Tierseucheninstitutes (auch dafür waren Friedhofsflächen abgetreten worden) und im Westen durch den Emil-Behring-Weg sowie durch einen Teil des alten Friedhofes begrenzt.

Er sollte unter Bedachtnahme auf die bereits bestehenden Flächen und im Hinblick auf den geplanten Ausbau der Wundtgasse zu einer Schnellstraße als selbständige, umgrenzte Einheit gestaltet werden. Im Rahmen des Wettbewerbes wurden 15 Projekte eingereicht, von denen nur 14 den Bestimmungen des Wettbewerbes entsprachen. Der erste Preis wurde dem Landschaftsarchitekten Josef Sieberer aus Grödig bei Salzburg zuerkannt und sein Projekt zur Ausführung vorgesehen.

1971 wurde eine Erweiterungsfläche von 57.944 Quadratmetern erworben. Am 6. Juli 1973 genehmigte der Gemeinderat den Neubau einer Aufbahrungshalle im neuen Teil des Südwestfriedhofes, der nach den Plänen von Architekt Oberbaurat Josef Strelec errichtet wurde. Die Innenausgestaltung der beiden Aufbahrungsräume sowie des Urnenaufbahrungsraumes erfolgte nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern. Die Gestaltung der Altarrückwand des Zeremonienraumes 1 sowie der Glaswände in beiden Räumen erfolgte durch den akademischen Maler Prof. Hermann Bauch. Die Altarrückwand des Zeremonienraumes 2 sowie die Flügelaltäre in beiden Räumen schuf der akademische Maler Prof. Hans Robert Pippal. Das Keramikmosaik im Urnenaufbahrungsraum wurde von Professor Gudrun Wittke-Baudisch entworfen und ausgeführt. Jeder der beiden Zeremonienräume wird über einen mit einem Windfang ausgestatteten Eingang betreten. Als Ausgang für den Kondukt dient ein jeweils seitlich im Raum angebrachtes automatisch zu betätigendes Tor. In beiden Räumen wurde die Möglichkeit zur Abhaltung von Kremationsfeiern geschaffen. Das Ende der Feier wird jeweils durch das Schließen eines Vorhanges und das gleichzeitige Erlöschen der Beleuchtung sowie das automatische Öffnen des jeweiligen Ausgangstores angezeigt.

Die neue Aufbahrungshalle 2 wurde am 19. Juli 1976 der Benützung übergeben. Wandnischen für die Aufbewahrung von zwei oder vier Aschenkapseln in einer neuen Urnenmauer gelangten ab März 1976 zur Vergabe. Von 1977 bis 1979 wurden neue Gräbergruppen angelegt. Anschließend an die Inbetriebnahme der neuerbauten Aufbahrungshalle 2 wurde nach den Plänen von Architekt Oberbaurat Josef Strelec mit dem Umbau der auf dem alten Teil des Friedhofes situierten Aufbahrungshalle 1 begonnen. Durch einen Zubau zur bestehenden Halle wurde es möglich, zwei Aufbahrungsräume zu schaffen, deren Innenausgestaltung nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern erfolgte. Für den Zeremonienraum 1, in dem auch die Abhaltung von Kremationsfeiern möglich ist schuf der akademische Maler Prof. Hermann Bauch ein Altarkreuz in Bronzeguss sowie die Beton-Dickglas-Fenster. Die Gestaltung der Altarflächen sowie der Christusfigur im Zeremonienraum 2 war Professor Gudrun Wittke-Baudisch übertragen worden. Das Ende der Trauerfeier wird durch das Schließen eines Vorhanges und das gleichzeitige, langsame Verlöschen der Beleuchtung angezeigt. Für die Aufbahrung der Urnen steht ein eigener Raum zur Verfügung.

Die umgebaute Halle wurde am 7. August 1978 wieder in Betrieb genommen.

Zwei Adressen zur besseren Orientierung

Um den Trauergästen eine bessere Orientierung zu bieten beziehungsweise zur Unterscheidung der beiden Friedhofsteile wird für den Haupteingang zum neuen Teil des Südwestfriedhofes beziehungsweise für den Zugang zur Aufbahrungshalle 2 seit 1981 die Adresse Wundtgasse 1a angegeben. Die Adresse des Zuganges zur Aufbahrungshalle 1 beziehungsweise zum alten Teil des Friedhofes lautet unverändert Hervicusgasse 44.

Detailplan

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PDF (2.768 kB)  |  22.07.2014

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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PDF (39 kB)  |  19.02.2016

Übersichtsplan

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PDF (74 kB)  |  26.04.2016

Auf diesem Friedhof befindet sich eine Friedhofsgärtnerei der Friedhöfe Wien.

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten der Friedhofsgärtnerei.