Strebersdorf





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeister Karl Rzihauschek verwaltet.

Fläche: 31.722 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 1.387

Besonderheit: Kapelle und Grabanlagen der Schulbrüder

Friedhof Strebersdorf
Anton-Haberzeth-Gasse 6
1210 Wien

Tel.: +43 (0)1 271 51 61
Fax: +43 (0)1 271 51 61

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Strebersdorf war ursprünglich zur Pfarre Stadlau zugehörig. Über Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner wurde es 1541 von Kagran ausgepfarrt und der neu errichteten Pfarre Stammersdorf zugewiesen.

Errichtung und Einweihung

Der Stammersdorfer Ortsfriedhof war der zuständige Beerdigungsfriedhof, zu dem die im Sterbehaus in Strebersdorf aufgebahrten Verstorbenen am Tage ihrer Bestattung entweder getragen oder gefahren wurden. Die Gemeinde Strebersdorf beschloss am 21. Oktober 1877, einen eigenen Friedhof anzulegen. Der Kondukt zum Friedhof war vor allem für alte und gebrechliche Menschen auf Grund der langen Wegstrecke mehr als beschwerlich. Dem gemeinsam mit der Gemeinde Stammersdorf 1833 errichteten Friedhof mangelte es an Platz. Die Errichtung des Friedhofes von der k. k. Bezirkshauptmannschaft wurde am 18. November 1877 genehmigt. Das fürsterzbischöfliche Ordinariat stimmte am 21. Juni 1878 der Beisetzung von Leichen in diesem Friedhof zu. Grund der Verzögerung war der Wunsch der Strebersdorfer Gemeindevertretung, für die Einsegnung der Verstorbenen die dem Stift Klosterneuburg gehörende Schlosskapelle benützen zu dürfen. Da dies aus sanitären Erwägungen nicht möglich war, wurde im Friedhof eine kleine Kapelle errichtet. Dort sollten die Einsegnungen vorgenommen werden. Am 6. Juni 1878 informierte die Pfarre Stammersdorf das fürsterzbischöfliche Consistorium, dass der Gemeinde Strebersdorf im November des Vorjahres im Zusammenhang mit der Errichtung des Friedhofes auch die Errichtung einer heizbaren Totenkammer aufgetragen worden war. Von der Gemeinde aber war die Erbauung einer kleinen Kapelle beschlossen worden. Da die Kapelle "nicht zugleich als Todtenkammer benützt werden könnte, müßte die Gemeinde, um den Auftrag der k. k. Behörde gerecht zu werden, eine abgesonderte Todtenkammer erbauen lassen." Bei einem auf Grund dieses Berichtes vorgenommenen Lokalaugenschein, bei dem die Kapelle als nicht für die Einsegnung Verstorbener geeignet befunden wurde, ersuchte die Gemeindevertretung, die Einsegnungen beim Friedhofseingang vorzunehmen. Unter dieser Bedingung wurde am 21. Juni 1878 vom fürsterzbischöflichen Ordinariat gegen die Beerdigung von Leichen auf dem neu errichteten Friedhof, "sobald er eingeweiht ist", kein Einwand erhoben. Der Friedhof, dessen Einweihung nach der Chronik der Pfarre Stammersdorf am 13. August 1878 erfolgte, war nach der ab 1. August 1878 gültigen Friedhofsordnung "zur Beerdigung für Bekenner jeder Confession und von Confessionslosen" bestimmt. Ein im Mittelpunkt des Friedhofes aufgestelltes Friedhofskreuz war von der Familie des "Wirtschaftsbesitzers" Traxler gestiftet worden. Je nach der "mehr oder weniger günstigen Lage" der für einzelne Gräber bestimmten Gruppen sah die Friedhofsordnung eine Einteilung in Gräber erster, zweiter und dritter Klasse sowie Kindergräber vor.

Erweiterungen

Am 10. November 1892 informierte die Pfarre Stammersdorf das fürsterzbischöfliche Ordinariat, dass "die Filialgemeinde Strebersdorf ihren Ortsfriedhof erweitert hat", und ersuchte, die Weihe "der beiden neuen Friedhofsteile" vornehmen zu dürfen. Neuerliche Erweiterungen des Friedhofes erfolgten 1902 und 1910. Als der Ort Strebersdorf zur Gänze mit Wien vereinigt wurde - der südliche Teil war bereits 1904 eingegliedert worden -, betrug die Fläche des Friedhofes 5.184 Quadratmeter. Wie das "Statistische Jahrbuch der Stadt Wien" 1910 anmerkt, war der Friedhof "im Berichtsjahr zugewachsen" und "für Katholiken allein bestimmt". Am 5. Mai 1911 beschloss der Stadtrat, dass auf dem Friedhof in Hinkunft nur mehr Grüfte, Familiengräber und Einzelgräber erster und dritter Klasse auszuführen sind. Das Benützungsrecht an den Einzelgräbern erster Klasse konnte nach Ablauf von 15 Jahren auf weitere fünf Jahre verlängert werden. Bei Einzelgräbern dritter Klasse war eine Verlängerung des Benützungsrechtes nicht möglich. Der vorerwähnte Beschluss wurde am 20. Dezember 1917 dahingehend geändert, dass Familiengräber im Sinne der Friedhofsordnung des Jahres 1878 nicht mehr vergeben werden und dass "nach Erschöpfung des gegenwärtig zur Verfügung stehenden Vorrates an Gräbern erster und dritter Klasse" nur mehr eigene Gräber, Einzelgräber und einfache Gräber anzulegen seien.

Bauliche Neuerungen

Im Mai 1911 wurde bei dem von der Gemeindevertretung von Strebersdorf am 21. Dezember 1908 dem Pensionat St. Josef (Schulbrüder) überlassenen Gruftplatz einer Änderung der Ausmaße zugestimmt. Die Baubewilligung für die Errichtung einer Kapelle über dieser Gruft wurde erteilt. Am 21. August 1913 war dem Militärveteranenverein "Freiherr von Schönaich" die Bewilligung zur Erbauung eines "Epitaphiums bei den Gräbern Nummer 1 bis 5 in der Gruppe XXIII und der Herstellung einer gemeinsamen Grabstelleneinfassung" für diese Gräber erteilt worden. Am 18. November des gleichen Jahres wurde dem Verein das Benützungsrecht an diesen Grabstellen auf Friedhofsdauer zugestanden. Die Beilegung von Leichen von Vereinsmitgliedern wurde am 29. Oktober 1914 genehmigt. Am 27. Mai 1914 beantragte das Wiener Stadtbauamt bei der Magistratsabteilung X, dass für den Totengräber des Friedhofes Strebersdorf "auf dem Friedhof selbst", und zwar symmetrisch zur Totenkammer rechts neben dem Eingang, ein Wohngebäude errichtet werden sollte. Wann das Wohngebäude errichtet wurde, geht aus den vorliegenden Unterlagen nicht hervor. Im April 1923 beschloss der Wiener Gemeinderat, dass im Strebersdorfer Friedhof ab 1. Mai des gleichen Jahres mangels freier Flächen keine neuen Gräber mehr vergeben werden sollten. Einige Zeit später wurde über Wunsch der Bevölkerung dieser Beschluss revidiert. Ein Teil des Friedhofes wurde für Neubelegungen wieder freigegeben. Im November 1926 wurde die "Errichtung einer Aufbahrungshalle beziehungsweise der Umbau der bestehenden Leichenhalle auf dem Strebersdorfer Friedhof im 21. Bezirk" vom zuständigen Gemeinderatsausschuss bewilligt und am 1. Dezember 1926 vom Gemeinderat die Baubewilligung erteilt. Für die neugebaute Halle, die "nach Angabe der Partei [Friedhofsverwaltung] seit 1. September 1927 benützt wird", wurde am 2. Jänner 1928 die Benützungsbewilligung erteilt.

Anschluss an das Stromnetz

Im Oktober 1943 ersuchte die Städtische Bestattung die Direktion der Wiener Elektrizitätswerke, die Aufbahrungshalle des Friedhofes an die vorbeiführende Freileitung anzuschließen, da die "kriegswirtschaftlich bedingte Unmöglichkeit, die Aufbahrungsbeleuchtung fernerhin mit Kerzen durchzuführen", die Einleitung des elektrischen Lichtes erfordere. Die Freileitung wurde in den folgenden Monaten hergestellt. Bis zum Anschluss des Friedhofes an das öffentliche Stromnetz 1948/1949 war es in Benützung.

Instandsetzungen und Erweiterungen

1945 bis 1951 wurden die Baulichkeiten und Einfriedungen instand gesetzt und neue sanitäre Anlagen errichtet. 1959 wurde der Friedhof erweitert und gleichzeitig festgelegt, dass Beerdigungen nur zweimal wöchentlich, jeweils Dienstag und Donnerstag, stattfinden können. 1965 wurden die 72 Gräber der Schulbrüder mit neuen, nach den Entwürfen von Professor Bruder Georg Schill angefertigten schmiedeeisernen Kreuzen und Grabplatten aus Kunststein ausgestattet. In den Monaten Mai bis Juli 1967 wurde der Aufbahrungsraum renoviert und mit einem Stirnwandaltar ausgestattet. Im Oktober 1976 erfolgte die neuerliche Renovierung des Aufbahrungsraumes. 1979 kam es zur Erweiterung des Friedhofes und zur Einfriedung der Erweiterungsflächen.

Neubau der Aufbahrungshalle

1998 wurde mit dem Neubau der Aufbahrungshalle begonnen. Diese wurde am 16. Mai 2000 mit einem Festakt und einer ökumenischen Segnung eröffnet. Die Gestaltung des Gebäudes erfolgte durch Architekt Prof. DI Christof Riccabona. Die künstlerische Ausgestaltung der Glasfenster und des Altarflügels in der neuen Halle stammen von Prof. Helmut Margreiter. Fußböden, Altartisch sowie Urnen- und Tumbatisch werden von Carrara-Marmor und Glas dominiert. Die Decke sowie die Türen sind in graulasiertem Holz ausgeführt. Als Sitzgelegenheiten wurden Thonet-Sessel ausgewählt, die Beleuchtungskörper sind aus vernickeltem Messing.

Detailplan

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PDF (283 kB)  |  22.07.2014

Übersichtsplan

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PDF (20 kB)  |  26.04.2016