Ottakring





Der Friedhof wird von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet.

Fläche: 173.461 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 27.552

Besonderheiten: alter Dorffriedhof, ein Grabmonument in der Gruppe 13 erinnert an die drei Opfer der Teuerungsrevolte vom 17. September 1911

Friedhof Ottakring
Gallitzinstraße 5
1160 Wien

Tel.: +43 (0)1 534 69 - 28240
Fax: +43 (0)1 534 69 - 28249

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Ottakring ist eines der ältesten Siedlungsgebiete Wiens. Der erste, 1230 urkundlich erwähnte Friedhof befand sich am ungefähren Standort der heutigen Aufbahrungshalle 1, rund um die Pfarrkirche St. Lambert. Der 30jährige Krieg (1618 bis 1648), die Einfälle der Osmanen (1529 und 1683) sowie die Tributleistungen und Rekrutierungen während der napoleonischen Kriege (1792 bis 1815) zogen dieses Gebiet besonders in Mitleidenschaft. Die Pfarrkirche wurde 1529 zerstört und später wiederaufgebaut. 1790 wurde sie endgültig abgerissen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner siedelten sich in der aufblühenden Nachbargemeinde Neulerchenfeld an. Der Friedhof bestand weiter. Ein Eremit, für den die Dorfgemeinde eine Klause errichtete, sorgte für seine Bewachung und Betreuung. Joseph II. hob diese Einrichtung auf. Er ließ das Gebäude niederreißen und widmete den Platz der Erweiterung der Begräbnisstätte.

Seuchenfriedhof

Während des ausklingenden Mittelalters bis tief in die Neuzeit hinein wurde Europa oft von Epidemien heimgesucht. Darunter war die Pest wohl die gefährlichste. Sie verschonte auch nicht Wien und seine Umgebung. Hatte der Ottakringer Friedhof in den vorangegangenen Jahrhunderten noch eine große Zahl der Seuchenopfer aufnehmen können, so waren seine Möglichkeiten beim letzten großen Aufflammen der Krankheit 1713 erschöpft. Ein eigener Seuchenfriedhof im Gebiet der heutigen Gaullachergasse/Friedmanngasse musste angelegt werden. Dieses Gebiet wurde später der Gemeinde Neulerchenfeld als Ortsfriedhof überlassen und bis zur Kirchstetterngasse erweitert. 1799 wurde seine Auflassung verfügt. Endgültig geschlossen wurde die Begräbnisstätte 1842.

Neulerchenfelder Friedhof

Ein eigener Friedhof bedeutete Unabhängigkeit von den Nachbargemeinden und letztendlich Einnahmen für die Stadtkasse. 1832 erwarb die Gemeinde Neulerchenfeld ein Grundstück auf der Schmelz, neben dem Schmelzer Friedhof. Das Gelände wurde am 9. September vom Klosterneuburger Probst Jakob Rukenstock zum Neulerchenfelder Friedhof geweiht. Die Anlage bestand nur bis 1888, bevor sie wieder aufgelassen wurde. Das Gebiet zwischen Gablenzgasse und Sorbaitgasse wurde verbaut. Der Grund lag in der vom niederösterreichischen Landesausschuss beschlossenen Vereinigung Wiens mit seinen Vororten. Dieser Wunsch war 1850 von Kaiser Franz Josephs geäußert worden. Trotz heftigen Widerstandes wurden Ottakring und Neulerchenfeld mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1892 zum 16. Wiener Gemeindebezirk vereint. Neulerchenfeld war wieder auf den Ottakringer Friedhof angewiesen.

Ottakringer Friedhof

In der unter Joseph II. erlassenen Stolordnung wurden nicht nur Tarife für Heiraten und Taufen festgesetzt, sondern auch für Begräbnisse. Während in Wien ein Begräbnis mit ganzem Kondukt bis zu 115 Gulden kostete, reichten am Land 40 Gulden dafür aus. Ein Begräbnis mit kleinem Geleit erforderte nur neun Gulden und die günstigste Form, die "Ordinarileiche", nur sechs Gulden. Am Ottakringer Friedhof waren lange Zeit keine oder nur geringe Grabgebühren zu entrichten. Überbelegung, die Notwendigkeit einer mehrmaligen Erweiterung und die Einführung von hohen Tarifen für Ortsfremde waren die unvermeidliche Folge. Seit 1835 musste das Areal mehr als 15-mal vergrößert werden. 1874 wurde die Beisetzung von Ortsfremden verboten. 1943 konnten wegen "Vollbelages des Friedhofes" keine eigenen Gräber mehr vergeben werden. 1945 waren die Beerdigungsmöglichkeiten ausgeschöpft. 1946 begann der Friedhof wieder, seine Aufgabe wahrzunehmen.

Neuerungen

Ottakring wuchs von einem Bauerndorf zu einer industriellen Arbeitersiedlung heran. Die Anzahl der Fabriken nahm zu. Der Bauboom der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts steigerte die Einwohnerzahl massiv. Lebten 1869 noch 31.383 Menschen hier, so waren es 1890 schon 106.892 und 1910 bereits 179.045. Ottakring war damit der bevölkerungsreichste Bezirk Wiens. Die Anforderungen der Moderne machten auch vor dem Friedhof Ottakring nicht Halt. Folgende Neuerungen wurden vorgenommen: 1863 wurde die Errichtung eines Leichenhauses samt Totengräberwohnung beantragt. 1879 wurde die Einfriedung des bisher offenen Friedhofs bewilligt. 1885 wurde ein Kapellengebäude errichtet. 1888 wurde der Versenkungsapparat eingeführt. 1903 wurde der Ankauf von Gründen zur Errichtung eines Verwaltungsgebäudes, einer Einsegnungshalle und neuer Leichenkammern beschlossen. 1935 wurde vor der Eingangshalle, die von nun an in erster Linie als Einsegnungskapelle dienen sollte, die Toranlage des heutigen Hauptportals errichtet. 1969 bis 1985 wurde unter der Federführung des Architekten Erich Boltenstern die Aufbahrungshalle 2 umgestaltet. Erstmals wurde ein Raum geschaffen, in dem neben Trauerfeiern zu Erdbestattungen auch Kremationsfeiern abgehalten werden konnten. Ein neuzeitlicher Urnenaufbahrungsraum und der Zeremonienraum der Aufbahrungshalle 1, dessen Altarkreuz vom akademischen Maler Hermann Bauch stammt, wurden neu gestaltet.

Spaziergang durch den Friedhof

Friedhöfe sind nicht nur Beerdigungseinrichtungen, sondern auch Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung ihrer Umgebung. Hinter der Aufbahrungshalle mit der Inschrift "Beati Mortui Qui in Domino Moriuntur" (Glücklich die Toten, die im Herrn gestorben sind) verläuft eine schöne Gräberallee. Deren hoch aufragende, klassizistische Stelen prägen das Bild des Ottakringer Friedhofs. Der erste Urnenhain Wiens erzählt Besucherinnen und Besuchern vom Kampf um die Feuerbestattung. Ein Monument erinnert an die Opfer der Teuerungsrevolte vom 17. September 1911. Das Grab des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten und Gemeinderates Franz Schuhmeier, der 1913 von einem politischen Gegner erschossen wurde, mahnt still demokratische Umgangsformen ein. Heute ist es ruhiger um den Friedhof Ottakring geworden. Er bedeckt ein Areal von 173.461 Quadratmetern mit 27.562 Grabstellen. Die Platznot gehört der Vergangenheit an. Der Friedhof bietet Grabstellen für Wienerinnen und Wiener jeglicher Herkunft und Religionszugehörigkeit. In den Jahren 1995/96 wurde das Verwaltungsgebäude des Friedhofes, welches gleich neben der großen Aufbahrungshalle zu finden ist, sowie die Sozialräume komplett renoviert.

Detailplan

Datei downloaden
PDF (3.544 kB)  |  26.04.2016

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

Datei downloaden
PDF (56 kB)  |  19.02.2016

Übersichtsplan

Datei downloaden
PDF (58 kB)  |  26.08.2016

Auf diesem Friedhof befindet sich eine Friedhofsgärtnerei der Friedhöfe Wien.

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten der Friedhofsgärtnerei.