Ober St. Veit





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeister Christian Stingl verwaltet.

Fläche: 35.886 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 4.655

Besonderheiten: Berg- und Parkfriedhof, feudale Mausoleen

Friedhof Ober Sankt Veit
Gemeindeberggasse 26
1130 Wien

Tel.: +43 (0)1 879 76 95
Fax: +43 (0)1 879 53 48

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Namentlich wurde die Pfarre Ober Sankt Veit erstmals in einem zwischen 1260 und 1298 an den Amtmann von Baumgarten gerichteten Schreiben des Pfarrers Hellas erwähnt. Welcher Pfarre der Ort davor angehörte, ist nicht bekannt. Die bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnte Kirche musste 1433 einem Neubau weichen. Dieser war 1529 von den Türken zerstört worden und wurde 1660 wiederhergestellt. Nach der neuerlichen Verwüstung der Kirche 1683 wurde sie 1742 durch den Hofbaumeister Mathias Gerl neu errichtet. Ursprünglich umfasste - nach Josef Kraft - das Pfarrgebiet die Orte Ober Sankt Veit und vorerst teilweise Hacking, da zwölf Häuser von Hacking bis 1663 zur Pfarre Penzing gehörten. In der Folge kam Unter Sankt Veit zum Pfarrgebiet dazu. Nach der "Kirchlichen Topographie Österreichs" war Hacking "einstens nach Weidlingau eingepfarrt" und kam um 1529 zur Pfarre Hütteldorf. "Besondere Umstände veranlaßte die Vereinigung Hackings" mit der Pfarre Penzing, von der es 1663 "dem Herrn Pfarrer zu Sankt Veit als Filiale überwurde".

Errichtung und Erweiterungen

Der direkt neben der Kirche - an der Südostseite - gelegene Friedhof dürfte bereits im 18. Jahrhundert zu klein gewesen sein. Besonders bei Epidemien wurden "die Gräber nach angemessener Zeit" aufgelassen und "die Gebeine anderweitig" gelagert. Da beim Neubau der Kirche 1742 "die Unterkirche erst von den dort gelagerten Gebeinen hunderter Menschen" frei gemacht werden musste, dürfte die Krypta "als Beinhaus für die im Friedhof jeweils ausgegrabenen menschlichen Knochen" verwendet worden sein. Nach der Errichtung eines neuen Friedhofes 1751 wurde der "alte Kirchenfriedhof gesperrt und nach dem Einebnen der Gräber im Jahre 1756 in eine kleine Parkanlage - zwischen Pfarrhof und Elisabethinum - umgewandelt". 1751 wurde von Fürsterzbischof Johann Josef Graf Trautson die Anlage eines neuen Friedhofes veranlasst. Dieser wurde auf einem etwa einem Joch großen Grundstück in der Auhofstraße errichtet und von Kardinal Kollonitz im selben Jahr geweiht. Der Friedhof musste 1826 durch Ankauf eines Grundstreifens erweitert werden. Auf dem mit einer Mauer umgebenen Friedhof, auf dem eine Leichenkammer errichtet worden war, wurde das aus dem aufgelassenen Friedhof stammende große Friedhofskreuz aufgestellt. Dieser Friedhof war 1856 in das Eigentum der Gemeinde übergegangen. Allmählich wurde er zu klein. Die Gemeinde errichtete in der Gemeindeberggasse einen neuen Friedhof in einer Größe von 4.200 Quadratklaftern. Dieser wurde am 2. November 1876 geweiht. Der alte Friedhof wurde noch bis 1879 belegt. Am 31. Dezember 1889 sollte er aufgelassen werden.

Am 19. Juni 1903 wurde "die endgültige Auflassung, Abräumung und Evakuierung" vom Stadtrat "grundsätzlich genehmigt". Für die "Zulassung von privaten Exhumierungen und die Wegnahme von Grabausstattungsgegenständen" wurde eine Frist von sechs Monaten eingeräumt. 1907, nach dem endgültigen Abräumen und Einebnen der Gräber, wurde die "Demolierung der Friedhofsmauer" genehmigt. 1908 wurde das Friedhofsgelände in eine Parkanlage umgewandelt. Sie wurde nach dem verdienstvollen Ober Sankt Veiter Bürgermeister Alexander Strecker benannt. Eine noch vor der Eingemeindung "von der bestandenen Gemeinde Ober Sankt Veit" vorgenommene Einbeziehung einer Grundfläche von 2.301,98 Quadratmetern "in den Ober Sankt Veiter Friedhof" erforderte eine "Richtigstellung des Grundbuches", die in den Jahren 1893/1894 von der Gemeinde Wien beantragt werden musste. 1895 wurde "über Ansuchen der dortigen Mausoleumsbesitzer" der obere Teil des Friedhofes reguliert und eine Terrasse mit Stützmauer "für die daselbst befindlichen Grabdenkmäler hergestellt". Durch diese Maßnahmen konnte Raum für 52 eigene Gräber und 26 Grüfte gewonnen werden.

1902 wurde eine Erweiterung des Friedhofes genehmigt. 1903 wurde dem dafür vom Stadtbauamt vorgelegten Detailprojekt mit der Abänderung zugestimmt, "daß in der äußersten rechten Reihe einfache Gräber statt derselben eigene Gräber herzustellen wären". 1904 wurde die Herstellung einer Einfriedungsmauer für den Erweiterungsteil beschlossen und die Exhumierung "der im alten Ober Sankt Veiter Friedhof beerdigten Leiche des Bischofs von Valence, Michael Gabriel Comte Messay" sowie deren Wiederbeerdigung in einem auf Friedhofsdauer gewidmeten Grab im neuen Friedhof genehmigt. 1905 umfasste der "für Katholiken allein" bestimmte Friedhof eine Fläche von 19.019 Quadratmetern. Reserveflächen waren keine vorhanden.

Neuerungen

1907 wurde "die Herstellung einer Leichenhalle und Einsegnungskapelle sowie die Adaptierung des Totengräberhauses" um den Betrag von 23.053 Kronen genehmigt. 1909 war dafür noch ein weiterer Betrag von 6.634 Kronen zu erlegen. 1913 wurde das Friedhofskreuz renoviert und ein Projekt für die Anlage von 180 neuen Gräbern ausgearbeitet. Ein von Magdalene Stelzer für die Kapelle gespendetes Bild wurde über dem Altartisch in der Kapelle angebracht. Wegen Erschöpfung des Belagraumes des Lainzer Friedhofes wurde 1920 verfügt, dass die Leichen der Bezirksteile Lainz und Speising so lange dem Ober Sankt Veiter Friedhof zuzuweisen waren, bis die künftige Erweiterung des Lainzer Friedhofes durchgeführt sein würde.

1921 wurde die Aufstellung eines Gedenksteines für die im Weltkrieg gefallenen beziehungsweise verstorbenen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ober Sankt Veit nachträglich genehmigt. 1924 wurde die Aufbahrungshalle umgestaltet. Durch die Adaptierung der Aufbahrungsräume wurde den Hinterbliebenen die Möglichkeit geboten, "die Leichen ihrer Angehörigen in durchaus vornehmer und würdiger Weise aufbahren zu lassen. Die sanitär nicht unbedenkliche Aufbahrung im Sterbehaus kann dadurch vermieden werden." Da jedoch "wegen der fortschreitenden Verbauung des benachbarten Gebietes" die Auflassung des Ober Sankt Veiter Friedhofes in Erwägung gezogen wurde, sollten neue Grabstellen in diesem Friedhof "nur mehr bis zur Erschöpfung des Vorrates an solchen vergeben werden". Am 1. September 1939 wurde der Friedhof in die "Eigenregie" übernommen. Die damit verbundenen Tätigkeiten wurden nach einigen Jahren wieder einem Friedhofskontrahenten übertragen.

1947 konnten nach einer Friedhofserweiterung, im "neuen Teil des Friedhofes Grabstellen in der Gruppe J" vergeben werden. In den Jahren 1948 bis 1951 wurden das Verwaltungsgebäude neu eingedeckt, Einfriedungsgitter neu hergestellt sowie Wege instand gesetzt. Die 1952 gewidmete Erweiterungsfläche, die ab 1953 die Vergabe neuer Gräber ermöglichte, wurde 1954 eingefriedet. Weitere Vergrößerungen des Friedhofes erfolgten in den Jahren 1954 und 1959. Im Oktober 1959 wurde festgelegt, dass Beerdigungen nur zweimal wöchentlich, jeweils am Dienstag und Donnerstag, stattfinden können. Auf Grund der Aufschließungsarbeiten in den Erweiterungsflächen 1961/1962 und durch die 1962 in alten Gräberfeldern durchgeführten Sanierungsarbeiten konnten sowohl heimgefallene als auch neue Grabstellen vergeben werden. Ab August 1966 gelangten neue Urnengrabstellen in der Gruppe N des Urnenhaines zur Vergabe. Ab Mai 1968 wurde durch die Errichtung eines Urnenschreines im Aufbahrungsraum die Möglichkeit zur Aufbahrung von Urnen geschaffen. 1988 wurde die Stützmauer bei den Mausoleen instand gesetzt und 1989 eine neue Stabilgittereinfriedung hergestellt.

Aufbahrungsraum

Von Oktober 1964 bis Jänner 1966 wurde nach den Plänen der Abteilung Friedhöfe (MA 43) die Aufbahrungshalle vergrößert. Der Aufbahrungsraum wurde nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern nach den 1964 festgelegten Grundsätzen umgestaltet. Die künstlerische Ausgestaltung des Aufbahrungsraumes war dem akademischen Maler Prof. Hermann Bauch übertragen worden. Neben den Bleiglasfenstern in den Seitenwänden und dem Antikglasmosaik in der Apsis umfasst sie ein an der Stirnseite der Vorhalle befindliches, in eine Kombination verschiedenfärbiger Gläser platziertes dunkles Betonkreuz.

Detailplan

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PDF (648 kB)  |  22.07.2014

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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PDF (29 kB)  |  19.02.2016

Übersichtsplan

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PDF (42 kB)  |  26.04.2016