Neustift





Der Friedhof wird von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet.

Fläche: 150.851 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 14.835

Besonderheiten: Bergfriedhof, Eingangsfront der Aufbahrungshalle 2 weist ein vom Maler Friedrich Fischer geschaffenes Wandmosaik auf

Friedhof Neustift am Walde
Pötzleinsdorfer Höhe 2
1180 Wien

Tel.: +43 (0)1 440 14 44
Fax: +43 (0)1 440 14 44-43

Erreichbarkeit:
Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Neustift gehörte ursprünglich zur Pfarre Heiligenstadt. 1348 wurde es nach Obersievering eingepfarrt. Da der Weg zur Pfarrkirche in Sievering während der Wintermonate beschwerlich und wegen der vielen Wölfe nicht ungefährlich war, wollte die Gemeinde Neustift mit Zustimmung des Bischofs von Passau 1473 eine Kapelle errichten. Deren Bau dürfte am Widerstand des Sieveringer Pfarrers gescheitert sein. Ein neuerlicher Versuch 1709 blieb ebenfalls erfolglos. 1713 konnte eine zu Ehren des Pestpatrons St. Rochus von Marco Albiundo, einem italienischen Handelsmann, gestiftete Kapelle in dem jenseits des Krottenbaches liegenden Gemeindegebiet errichtet werden. Da der Bach nicht nur die Grenze zwischen den Pfarren Sievering und Währing, sondern gleichzeitig auch die Diözesangrenze zwischen Wien und Passau bildete, genehmigte das Wiener Konsistorium die Errichtung der 1714 fertig gestellten Kapelle. Obwohl Neustift 1782 nur 209 Einwohnerinnen und Einwohner zählte, wurde durch das Hofdekret vom 20. Juli 1783 die Anstellung eines Lokalkaplans genehmigt. 1784 wurde Neustift zur Pfarre erhoben. Gleichzeitig wurde Salmannsdorf von Sievering getrennt und zu Neustift eingepfarrt.

Errichtung und Einweihung

Am 6. April 1784 wurde der in der Flur Opferkolben am Krottenbach (Rathstraße 1) errichtete Friedhof eingeweiht. Dieser diente nunmehr als Begräbnisstätte für die Einwohnerinnen und Einwohner Neustifts. Davor mussten sie ihre Toten im Sieveringer Pfarrfriedhof bestatten. Die ungünstige Lage des 282 Quadratmeter großen Friedhofes am Krottenbach, dessen Wasser die Gräber des öfteren überflutete, erforderte die Errichtung eines neuen Friedhofes. Dazu stellte die Gemeinde eine Fläche von 100 Quadratklaftern auf der Hutweide zur Verfügung. Dieser wurde am 25. November 1823 eingeweiht. 1831 wurde angrenzend an den Pfarrfriedhof ein für Choleratote bestimmter Seuchenfriedhof angelegt. Dieser wurde nach dem Aufhören der Seuche 1832 mit dem Pfarrfriedhof zusammengelegt. Die erste Beerdigung erfolgte am 29. Dezember 1823. 1858 wurde der Friedhof an der Nordseite um einige Klafter vergrößert. 1880 wurde er nicht mehr belegt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die auf der Hutweide zwischen Nußweg und dem am 9. August 1880 eingesegneten neuen Friedhof gelegene alte Begräbnisstätte, an die nur mehr eine 1989 errichtete Gedenkstätte erinnert, aufgelassen. Einige Zeit später wurde das Areal eingeebnet. Der neue Friedhof wurde ab 1. September 1880 belegt. Er diente vor allem den Ortsbewohnerinnen und Ortsbewohnern als Begräbnisstätte. Der Neustifter Bürgermeister berichtete 1890 dem Wiener Magistrat, dass der Friedhof noch 1.900 Leichen aufnehmen könne. Ohne Berücksichtigung der Beilegungen in bestehenden Grüften und Familiengräbern "reiche der unbelegte Teil des Friedhofes für 90 Jahre aus". Im Dezember 1897 beziehungsweise im Jänner 1898 beschloss der Wiener Gemeinderat, die 1880 festgelegten Gebühren für Grüfte für "Zugewiesene und Fremde" neu festzusetzen. Den Eigentümerinnen und Eigentümern eines Hauses im Beerdigungsrayon des Neustifter Friedhofes sollte die unentgeltliche Zuweisung einer Grabstelle auch dann gewährt werden, wenn sie außerhalb des Beerdigungsrayons wohnten und starben. 1905 betrug die Fläche des für die "katholischen Leichen der ehemaligen Vororte Neustift am Walde und Salmannsdorf" bestimmten Friedhofes 10.286 Quadratmeter. Reserveflächen waren keine vorhanden.

Neuerungen und Erweiterungen

1913 wurde ein Antrag der Bezirksvertretung des 18. Bezirkes auf Errichtung eines Gebäudes, das zwei Aufbahrungsräume, einen Warteraum und eine Totengäberwohnung enthalten sollte, wegen der zu geringen "Anzahl der stattfindenden Beerdigungen (zirka 32 jährlich)" vom Stadtrat abgelehnt. 1914 wurde die Einleitung des Hochquellenwassers genehmigt. Zwischen 1919 und 1922 wurden "zur Fortsetzung der Belegung auf den Erweiterungsflächen eine Terrainsregulierung durchgeführt und Baumbepflanzungen hergestellt". Im November 1924 genehmigte der zuständige Gemeinderatsausschuss den Neubau einer Aufbahrungshalle. Dadurch sollte den Hinterbliebenen die Möglichkeit geboten werden, "die Leichen ihrer Angehörigen in durchaus vornehmer und würdiger Weise auf dem Friedhof aufzubahren". Gleichzeitig sollte damit die "sanitär nicht unbedenkliche Aufbahrung im Sterbehaus vermieden werden". 1931 wurde der Friedhof unter Einbeziehung einer bis dahin dem Wald- und Wiesengürtel zugeordneten Fläche um 38.000 Quadratmeter erweitert. Der Erweiterungsteil wurde eingefriedet, bepflanzt und der neue Hauptweg hergestellt. Gemäß eines Beschlusses des zuständigen Gemeinderatsausschusses durften die "bei den Gräbern dieser Erweiterung aufzustellenden Grabdenkmäler die Höhe von zwei Meter, gemessen vom Terrain, nicht überschreiten". 1936 wurde "im Anschluß an das Friedhofsgebäude" die Errichtung eines ebenerdigen Zubaues, "der einen Aufbahrungsraum und eine Vorhalle enthält", sowie die Umgestaltung des bestehenden Aufbahrungsraumes "im alten Gebäude" genehmigt. Anfang 1938 wurde in jedem der beiden Räume ein Einsegnungsaltar aufgestellt, "bei welchen alle römisch-katholischen Leichen einzusegnen sind".

Instandsetzung, Erweiterungen und Neuerungen

Zwischen 1940 und 1945 wurden am Friedhof Erweiterungsarbeiten durchgeführt. In den Jahren 1945 bis 1947 wurde das Dach des Friedhofsgebäudes instand gesetzt. Von 1948 bis 1951 wurden ein neuer Urnenhain angelegt und eine Stützmauer in der Länge von 40 Metern errichtet. 1952 wurde die Aufbahrungshalle vergrößert. 1954 wurde der Friedhof neuerlich erweitert. 1957 wurde der Haupteingang verlegt und ein Teil der Erweiterungsfläche in den Friedhof miteinbezogen. 1957/1958 wurden die Nebenräume der Aufbahrungshalle umgestaltet. Ein Kanzleizubau wurde errichtet. 1959 wurde die eingefriedete Fläche des Friedhofes vergrößert und das alte Friedhofstor zugemauert. Für die im neuen Teil des Friedhofes aufzustellenden Grabsteine wurden je nach der Lage der Gräbergruppen Maximalhöhen von 1,60 Meter beziehungsweise 1,20 Meter festgelegt. Auch 1961 und 1962 wurden, um neue Grabstellen vergeben zu können, auf den Erweiterungsflächen Aufschließungsarbeiten durchgeführt. Vorsorge für die Rückgewinnung heimgefallener Grabstellen wurde getroffen. 1966 wurden eine neue Urnengräberanlage mit besonderen Gestaltungsvorschriften errichtet. Die beiden Aufbahrungsräume wurden renoviert und mit Stirnwandaltären ausgestaltet. Innerhalb des vorangegangenen Jahrzehnts war die Beerdigungsfläche um annähernd 50 Prozent auf 100.800 Quadratmeter vergrößert worden. Die Anzahl der jährlichen Bestattungsdurchführungen hatte sich wesentlich erhöht.

Aufbahrungshalle

Im November 1966 wurde die Errichtung einer zweiten Aufbahrungshalle im Westteil des Friedhofes sowie eines neuen Friedhofseinganges (Tor 3) bewilligt. Die Innenausgestaltung der nach den Plänen von Architekt Oberbaurat Josef Strelec errichteten Halle erfolgte nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern nach den 1964 bei der Gestaltung des Zeremonienraumes in Jedlesee festgelegten Grundsätzen. Die Eingangsfront weist ein vom akademischen Maler Friedrich Fischer geschaffenes Wandmosaik - eine abstrakte Komposition - auf. Das über dem Eingangstor angebrachte Glasfenster gestaltete der akademische Maler Prof. Hermann Bauch. Der in der Stirnwand in einer Nische errichtete Altar kann bei Trauerfeiern, die nicht nach christlichem Ritus erfolgen, durch einen Vorhang verdeckt werden. Für die Aufbahrung von Urnen wurde ein Urnenschrein aufgestellt. In den Jahren 1974/1975 wurde die Aufbahrungshalle 1 nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern umgestaltet. An Stelle der beiden Aufbahrungsräume wurde ein einziger Zeremonienraum geschaffen. Der Flügelaltar, der bei nichtchristlichen Zeremonien geschlossen werden kann und auf dessen Emailkreuz Christus als Christkönig, der Überwinder des Todes, dargestellt ist, stammt vom akademischen Maler Prof. Hans Robert Pippal. Die Aufbahrungshalle, in der auch Kremationsfeiern abgehalten werden können, wurde am 24. November 1975 wieder der Benützung übergeben. 1982 wurde durch die Aufstellung einer Urnenstele im Zeremonienraum der Halle 1 die Möglichkeit zur Aufbahrung von Urnen geschaffen. NeuerungenIm Dezember 1970 wurde für die Friedhöfe Baumgarten, Hernals, Hietzing, Neustift am Walde, Ottakring und den Südwestfriedhof ein zentraler Einsegnungsdienst der römisch-katholischen Kirche eingeführt. In den Jahren 1975 bis 1978 wurden neue Gräbergruppen gestaltet und ausgebaut.

In den Jahren 1988/1989 wurde der Neubau einer Arbeiterunterkunft durchgeführt. Im Jahr 1994 wurde eine Außenrenovierung des Verwaltungsgebäudes durchgeführt. 1995 wurde ein neues Betriebsgebäude für die Städtische Friedhofsgärtnerei errichtet. Seit 2010 wird der Friedhof als Umweltfriedhof geführt in dem Tiere und Pflanzen einen weitgehend ungestörten Lebensraum finden. In Kooperation mit dem Netzwerk Natur der MA 22 (Wiener Umweltschutzabteilung) wurde der Friedhof noch attraktiver für seltene und gefährdete Tiere gemacht. Sieben Areale locken Feuersalamander, Springfrösche, Fledermäuse und Co an.

Detail Gesamt

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Detail Teil 1

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Detail Teil 2

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Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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Übersichtsplan

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PDF (52 kB)  |  26.04.2016

Auf diesem Friedhof befindet sich eine Friedhofsgärtnerei der Friedhöfe Wien.

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten der Friedhofsgärtnerei.