Leopoldau





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeister Franz Müller verwaltet.

Fläche: 4.949 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 964

Besonderheit: kleiner Ortsfriedhof

Friedhof Leopoldau
Leopoldauer Platz 77
1210 Wien

Tel.: +43 (0)1 258 54 55
Fax: +43 (0)1 258 54 55

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Leopoldau war ursprünglich zur Pfarre Stadlau zugehörig. Als die 1438 durch ein Hochwasser zerstörte Stadlauer Pfarrkirche nicht wieder in Stadlau, sondern in Kagran errichtet worden war, wurde es nach Kagran eingepfarrt. Da der Weg nach Kagran vor allem bei Hochwasser sehr beschwerlich war, richteten die Bewohnerinnen und Bewohner von "Elpeltawe" an den Passauer Bischof das Ersuchen, ihre Kapelle zur Kirche mit pfarrlichen Rechten zu erheben. Am 6. Mai 1438 gestattete Bischof Leonhard von Passau die Weihe der Leopoldauer Kapelle und des sie umgebenden Friedhofes. Damit durfte der jeweilige Kaplan in Notfällen, wenn der Gang zur Kirche in Kagran nicht möglich war, die pfarrlichen Rechte ausüben. Als sich die Donau anlässlich einer Überschwemmung ein neues Bett grub, kam es allmählich zur Bildung eines Wasserarmes, der ab 1489 Leopoldau von Kagran trennte. Noch im selben Jahre wurde die Pfarre Leopoldau, die bereits 1485 durch Papst Innozenz VIII. von Kagran getrennt worden war, durch den Passauer Offizial Johannes Kaltenmarkter errichtet. Martin Gaunersdorfer wurde als Pfarrer eingesetzt.

Kapelle und Kirche

Die Kapelle, die vermutlich Anfang des 14. Jahrhunderts vergrößert worden war - auch der Friedhof dürfte zu dieser Zeit errichtet worden sein - wurde zur Pfarrkirche erhoben. Sie erhielt das Patrozinium "Maria im Elend". Danach dürfte der gotische Bau der Kirche entstanden sein. Während der Türkenbelagerung 1683 wurde dieser zerstört. 1696 wurde die Kirche unter dem Klosterneuburger Propst Christoph II. wiederaufgebaut. Nach mehreren Renovierungen in den folgenden Jahrhunderten erhielt sie 1952 ihre heutige Gestaltung. Der ursprüngliche Pfarrbereich der Pfarre Leopoldau reichte fast bis zur Taborbrücke und umfasste auch die Orte Zwischenbrücken, Floridsdorf, Schwarze Lacken und Brigittenau. 1628 wurde der Werd (Leopoldstadt), 1787 Brigittenau und 1836 Floridsdorf ausgepfarrt. Gleichzeitig wurden die Bewohnerinnen und Bewohner der Schwarzlackenau und von Zwischenbrücken der Localie Floridsdorf zugewiesen.

Entstehung und Erweiterung

Um die Kirche betreten zu können, musste, wie dies im Mittelalter üblich war, der um die Kirche angelegte und eingefriedete Gottesacker durchschritten werden. 1806 wurde die auf der Gassenseite längs der Kirche errichtete Friedhofsmauer abgebrochen und dieser Teil des Friedhofes aufgelassen. Als 1872 eine Erweiterung des Friedhofes erforderlich wurde, überließ das Stift Klosterneuburg der Gemeinde Leopoldau einen an den Friedhof angrenzenden Acker mit einer Fläche von 1.340 Quadratklaftern zum Preis von zwei Gulden pro Klafter. Der neue Friedhofsteil wurde mit Zustimmung des fürsterzbischöflichen Ordinariates vom Leopoldauer Pfarrer am "Nachmittag des 11. August 1872 benediziert". 1881 wurde Neu-Leopoldau mit Mühlschüttel von der Gemeinde Leopoldau getrennt. Der für diese neue Gemeinde bestimmte Friedhof wurde nach seiner Errichtung am 19. Mai 1881 vom Propst des Stiftes Klosterneuburg benediziert.

Der Friedhof, der der neuen Gemeinde (seit 1886 Donaufeld) bis 1903 als Begräbnisstätte diente, wurde 1922 in eine Gartenanlage umgewandelt. 1905 verfügte der Friedhof Leopoldau über eine Fläche von 5.186 Quadratmetern und über eine Reserve von 1.970 Quadratmetern. Wie das "Statistische Jahrbuch der Stadt Wien" 1905 vermerkte, war der Friedhof für die "Leichen des ehemaligen Vorortes Leopoldau und für Katholiken allein bestimmt". In den Jahren 1906 und 1910 genehmigte der Stadtrat die Erweiterung des Friedhofes sowie - ebenfalls 1910 - die Errichtung einer Einfriedungsmauer und ein vom Magistrat vorgelegtes Projekt für die Gräbereinteilung im neuen Friedhofsteil. 1915 konnten bestimmte, bereits verfallene Gräber der Klasse III als Einzelgräber angekauft und neu belegt werden beziehungsweise eine Anzahl von Gräbern der Klasse IV zur Wiederbelegung freigegeben werden. Acht Jahre später wurde aufgrund eines Beschlusses des Gemeinderates vom 6. April 1923 die Vergabe neuer Grabstellen ab 1. Mai des gleichen Jahres eingestellt.

Sperrbeschlüsse

1925 wurde der Friedhof für "Beerdigungen jeder Art" gesperrt. Die Beilegung "von Leichen in den zum Zeitpunkt der Sperre bereits erworbenen Gräbern" wurde 1931 nur mehr bis zum 31. September 1933 gestattet. 1934 schreibt Pfarrer Alipius Linda in der Pfarrchronik, dass sein "Bemühen um die Wiedereröffnung unseres Friedhofes bei der christlichen Gemeindeverwaltung des Wiener Rathauses" erfolgreich war und "noch vor der endgültigen Erledigung (27. April 1934) Barbara Hofmann in jenem Grab beerdigt werden konnte, in welchem im November 1925 das Enkelkind der Verstorbenen als letzte Beilegung bestattet wurde". Am 12. März 1945 waren in dem unmittelbar hinter der Kirche liegenden Friedhofsteil durch acht Bomben eine Anzahl von Grabstätten zerstört und dabei auch die Kirche in Mitleidenschaft gezogen worden. Da es nicht möglich war, die Todesopfer dieses Luftangriffes in einer Leichenkammer beizusetzen, musste auf dem Dachboden des Pfarrhofes eine provisorische Leichenkammer eingerichtet werden. 1952 wurde neuerlich die Vergabe neuer und heimgefallener Gräber eingestellt und nur mehr die Beilegung in bestehenden Gräbern gestattet. Ein Jahr später sah ein Beschluss des Gemeinderates vor, dass der Leopoldauer sowie neun weitere Friedhöfe 1975 gesperrt werden sollten.

1957 wurde die Vergabe heimgefallener Gräber mit der Einschränkung genehmigt, dass das Benützungsrecht in allen Fällen am 31. Dezember 1975 erlöschen würde. 1965 beschloss der Gemeinderat, dass in den Sperrfriedhöfen, deren Zahl durch die Einbeziehung von sechs weiteren Friedhöfen auf 16 erhöht worden war, keine neuen oder heimgefallenen Gräber mehr vergeben werden dürften. Die Friedhöfe sollten nach dem 31. Dezember 1975 für Beilegungen gesperrt werden. Im Mai 1975 wurde auf Grund eines Beschlusses des Gemeinderates die Sperrfrist für die Friedhöfe um zehn Jahre verlängert. Beilegungen in bestehenden Gräbern wurden bis 31. Dezember 1985 gestattet.Bei einer Volksbefragung 1980, bei der auch über andere Themen zu entscheiden war, stimmten die Wiener Bürgerinnen und Bürger für die Aufhebung der Sperre und die Beibehaltung der Friedhöfe. Am 26. September 1980 hob der Gemeinderat den Sperrbeschluss auf. Der weitere Bestand dieser Friedhöfe war gesichert.

Aufbahrung

Auf dem Friedhof wurde keine Aufbahrungshalle errichtet. Ab 1945 war die Aufbahrung Verstorbener in Wohnhäusern nicht mehr gestattet. Verstorbene, die der römisch-katholischen Kirche angehörten, wurden in der Kirche und Verstorbene, die keiner oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehörten, vor dem Friedhofskreuz aufgebahrt. Im Herbst 1982 erklärte sich das römisch-katholische Pfarramt Leopoldau bereit, dass auch Verstorbene, die einer anderen christlichen Glaubensgemeinschaft angehören, in der Kirche aufgebahrt werden dürfen. Verstorbene, die keinem oder einem anderen Glauben angehören, werden entweder im Friedhofsgelände oder - mit Zustimmung der Pfarre - ebenfalls in der Kirche aufgebahrt.

Detailplan

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Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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Übersichtsplan

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