Kaiser Ebersdorf





Der Friedhof wird von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet.

Fläche: 12.060 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 1.135

Besonderheiten: kleiner Ortsfriedhof, Kriegerdenkmal

Friedhof Kaiserebersdorf
Thürnlhofstraße 27
1110 Wien

Erreichbar am Wiener Zentralfriedhof
Tel.: +43 (0)1 534 69 - 28403
Fax: +43 (0)1 534 69 - 28410

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Am 14. Jänner 1310 wird erstmals ein Pfarrer zu Ebersdorf erwähnt. Jedoch wurde nach Ernest K. Gatter der Pfarre Ebersdorf 1353 "zuerst urkundlich gedacht". Das Gotteshaus - eine den heiligen Peter und Paul geweihte Kapelle wird 1399 erwähnt - wurde während der beiden Türkenbelagerungen beschädigt und wieder instand gesetzt. 1696 wurde der Turm wiederhergestellt und 1747 von Matthias Gerl durch einen Zubau vergrößert. Wann der Kaiser-Ebersdorfer Ortsfriedhof errichtet wurde, ist nicht überliefert. In einem Schreiben der Gemeinde vom 15. Jänner 1681 scheint er bereits auf seinem jetzigen Standort auf. Seine Lage außerhalb des Dorfes dürfte ihm auch das Schicksal jener innerhalb einer Ortschaft angelegten Friedhöfe erspart haben, die auf Anordnung Kaiser Josephs II. 1784 geschlossen werden mussten. Ursprünglich dürfte der Friedhof um den mittelalterlichen Kirchenbau, der heutigen Pfarrkirche am Münnichplatz, gelegen sein. Wann er "auf die freyen Straßen außer des Dorfes" verlegt wurde, ist ebenfalls nicht überliefert. Ob die Verlegung erfolgte, weil sich der Friedhof in der unmittelbaren Nähe des kaiserlichen Jagdschlosses befand oder weil das Friedhofsareal im Überschwemmungsbereich des Schwechatflusses und der Donau lag, ist nicht bekannt. Ein im Sterbeprotokoll der Pfarre aufscheinender "Pestfreythof", in dem am 29. September 1785 die letzte Beerdigung erfolgte, "soll sich hinter dem Haus Schmidgunstgasse 57" befunden haben. Die Opfer der Choleraepidemie des Jahres 1866 wurden beim heutigen Zehngrafweg - einst ein freies Feld - bestattet. 1907 beschloss der Stadtrat, dass "die Erhaltung und Ausschmückung dieser sogenannten Soldatengräber" durch die Gemeinde Wien zu erfolgen hat.

Erweiterungen und Neuerungen

1877 wurde der Ortsfriedhof erweitert. Ob bereits in früheren Zeiten Erweiterungen erfolgt waren, ist nicht bekannt. 1897 wurde dem Totengräber für die Reinigung der Friedhofswege und die Beheizung der Leichenkammer eine jährliche Pauschale von 240 Gulden bewilligt. Ende 1899 wurde kundgemacht, dass "die in den Jahren 1877 bis 1885 belegten einfachen Gräber im Kaiser-Ebersdorfer Friedhofe" ab 1. April 1900 wieder belegt werden. 1905 umfasste der Friedhof eine Fläche von 7.819 Quadratmetern. Reserveflächen waren keine vorhanden. 1911 wurde die Renovierung der Friedhofsmauer genehmigt. 1913 wurde der Ankauf von Grundflächen im Ausmaß von 4.561 Quadratmetern zur Erweiterung des Friedhofes bewilligt. Die Erweiterung wurde 1915 durchgeführt. Die 1915 genehmigte Einleitung des Hochquellenwassers konnte "infolge Mangels an Rohren und Dichtungsmaterials" nicht vorgenommen werden. "Dem dringenden Bedürfnis nach einer Wasserentnahme für den neuen Friedhof wurde durch Anlegung eines gemauerten Brunnens im Mai 1919 abgeholfen." Im Dezember 1915 wurde außerdem, da der Erweiterungsteil nicht ausschließlich "zur Beerdigung katholischer Christen bestimmt" war, von einer "kirchlichen Weihe der Erweiterungsfläche abgesehen".

Ab 1. April 1916 wurden die "Leichen aus dem von der Pfarre Kaiser-Ebersdorf abgetrennten und der Pfarre St. Laurenz in Simmering zugewiesenen Teil des 11. Bezirkes dem Simmeringer Friedhofe zugewiesen". Im Dezember 1918 forderte der Totengräber schriftlich die Zuweisung von Petroleum an, da ihm "bis zum heutigen Tage noch kein Petroleum" für die Beleuchtung der Totenkammer beigestellt worden war. 1922 wurde die Anlage von eigenen Gräbern "auf dem neuen Teile" genehmigt. 1924 wurde die Umgestaltung der Leichenkammer zur Schaffung eines größeren Aufbahrungsraumes sowie der Zubau eines Zimmers zur Totengräberwohnung genehmigt, die Benützungsbewilligungen wurden im Juni 1925 erteilt. Wegen der fortschreitenden Verbauung des benachbarten Gebietes war bereits vorgesehen, dass der Kaiser-Ebersdorfer Friedhof in absehbarer Zeit aufgelassen werden müsste. 1939 wurde die von der Direktion der Städtischen Leichenbestattung beantragte Einleitung des elektrischen Lichtes auf Grund der - im Hinblick auf die geringe Zahl an Beerdigungen - hohen Kosten vorläufig zurückgestellt. 1941 wurde als Umkleideraum für das Trägerpersonal eine Holzhütte im Friedhof aufgestellt.

Instandsetzungen und Neuerungen

Von 1945 bis 1951 wurden die Einfriedungsmauer sowie das Friedhofstor und das Friedhofskreuz instand gesetzt. Eine elektrische Leitung zum Verwaltungsgebäude wurde hergestellt und die Beisetzkammer neu errichtet. Im Oktober 1959 wurde festgelegt, dass Beerdigungen jeweils nur am Dienstag und Donnerstag stattfinden sollten. 1965 beschloss der Gemeinderat, in Erweiterung der in den Jahren 1953 und 1957 betreffend die Sperre von zehn Wiener Friedhöfen getroffenen Beschlüsse, dass auch der Friedhof Kaiser-Ebersdorf sowie fünf weitere Friedhöfe mit Ende des Jahres 1975 für Beilegungen gesperrt und 1985 aufgelassen werden sollten. 1969 wurde der Aufbahrungsraum renoviert. Im Mai 1975 wurde auf Grund eines Beschlusses des Gemeinderates die Sperrfrist für die 16 so genannten Sperrfriedhöfe um zehn Jahre verlängert. Beilegungen in bestehenden Gräbern wurden bis 31. Dezember 1985 gestattet. 1976 wurde eine neuerliche Renovierung des Aufbahrungsraumes vorgenommen. Bei einer Volksbefragung 1980, bei der auch über andere Themen zu entscheiden war, stimmten die Wiener Bürgerinnen und Bürger für die Aufhebung der Sperre und die Beibehaltung der 16 Friedhöfe. Am 26. September 1980 hob der Gemeinderat den Sperrbeschluss auf, womit der weitere Bestand dieser Friedhöfe und somit auch des Friedhofes Kaiser-Ebersdorf gesichert war. 1982 und 1983 wurden in den 16 ehemaligen Sperrfriedhöfen, somit auch im Friedhof Kaiser-Ebersdorf, ein Verfahren zur Einziehung heimgefallener Gräber durchgeführt. Nach dessen Abschluss wurde in allen diesen Friedhöfen die Vergabe von Grabstellen möglich.

Aufbahrungsraum

1985/1986 wurde von der Abteilung Städtische Friedhöfe (MA 43) nach den Plänen der Architektin DI Gisela Muhrhofer in unmittelbarer Nähe der alten Halle eine neue Aufbahrungshalle errichtet. Der Aufbahrungsraum wurde nach den Plänen von Architekt Dr. Christof Riccabona gestaltet. Der am Altarkreuz angebrachte Korpus Christi wurde von Professor Rudolf Friedl geschaffen. An der linken Seitenwand des Aufbahrungsraumes wurde eine Urnenstele aufgestellt, um auch Urnenaufbahrungen im Zeremonienraum durchführen zu können. Die Aufbahrungshalle wurde am 10. November 1986 ihrer Bestimmung übergeben. 1987 wurde das alte Aufbahrungsgebäude renoviert. Verbunden mit einem Umbau wurden ein Personalraum für die Bediensteten der Städtischen Bestattung sowie verschiedene Nebenräume für die Friedhofsverwaltung geschaffen.

Detailplan

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PDF (215 kB)  |  21.07.2014

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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PDF (16 kB)  |  19.02.2016

Übersichtsplan

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PDF (21 kB)  |  26.04.2016