Jedlesee





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeister Karl Rzihauschek verwaltet.

Fläche: 55.994 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 8.448

Besonderheit: sowjetische Kriegsgräber aus dem zweiten Weltkrieg

Friedhof Jedlesee
Audorfgasse 47
1210 Wien

Tel.: +43 (0)1 27 15 161
Fax: +43 (0)1 27 15 161

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Die Eröffnung der österreichischen Nordwestbahn 1872 sowie die Ansiedlung zahlreicher Industriebetriebe in Jedlesee führte zu einem beachtlichen Zuzug neuer Ansiedlerinnen und Ansiedler. Der zwischen Jeneweingasse und Wienergasse gelegene, von einer Mauer umgebene Friedhof, der 1828 erweitert worden war, erwies sich als zu klein. Da eine Vergrößerung nicht möglich war, musste die Gemeinde einen neuen Friedhof errichten. Zu diesem Zweck wurde 1873 vom Stift Klosterneuburg um 1.300 Gulden ein Grundstück im Ausmaß von 2.000 Quadratklaftern in der Schwarzlackenau erworben und mit der Anlage des neuen Friedhofes begonnen. Ein steinernes Kreuz mit massivem, stark vergoldetem Christus, ein Geschenk von Karl Michtner, wurde dabei in der Mitte des Friedhofes aufgestellt. Der neue Friedhof war an der Vorderfront mit einer Mauer und an den drei anderen Seiten mit Staketen eingefriedet worden. Am 30. Oktober 1873 wurde er von Prälat Berthold Fröschl geweiht. Am 6. Jänner 1874 wurde mit der Beerdigung des am 5. Jänner verstorbenen Jakob Schosser, praktischer Arzt in Jedlesee, die Belegung des Friedhofes begonnen. Der alte Friedhof, in dem der an Lungensucht am 8. Jänner 1797 gestorbene Peter Traidinger am 10. Jänner 1797 als erster bestattet worden war, wurde Ende 1873 gesperrt.

Erweiterungen und Neuerungen

1894 wurde aus den Gemeinden Jedlesee, Floridsdorf, Donaufeld und Neu-Jedlersdorf die Großgemeinde Floridsdorf gebildet. 1901 kam es zum Ankauf eines Grundstückes an der Gerasdorfer Bezirksstraße. Der auf diesem Grundstück errichtete Floridsdorfer Zentralfriedhof wurde am 1. Juni 1903 eröffnet. Zum gleichen Zeitpunkt wurden die Ortsfriedhöfe in Jedlesee, Floridsdorf und Donaufeld gesperrt. Die letzte Beerdigung im Jedleseer Friedhof fand am 26. Mai 1903 statt. 1904 wurde die Großgemeinde Floridsdorf gemeinsam mit anderen Orten mit Wien vereinigt. Die Friedhöfe, mit Ausnahme des Floridsdorfer Zentralfriedhofes, gelangten unter die Verwaltung der Stadt Wien. Am 11. Oktober 1907 beschloss der Wiener Stadtrat, die Wiedereröffnung des Jedleseer Friedhofes zu genehmigen. Vorläufig durften nur in dem noch unbelegten Teil Beerdigungen vorgenommen werden. In der im Friedhof befindlichen Leichenkammer durften nur Infektionsleichen beigesetzt werden. "Gewöhnliche Leichen" waren in der Leichenkammer des aufgelassenen Floridsdorfer Ortsfriedhofes beizusetzen. Die Eröffnung des Friedhofes erfolgte am 20. Oktober 1907. Gleichzeitig wurde die Zuweisung zum Groß-Jedlersdorfer Friedhof aufgehoben. Ausdrücklich wurde angeordnet, dass aus diesem Anlass keine Feierlichkeit stattfinden durfte. 1912 wurde die Einleitung des Hochquellenwassers und zwischen 1914 und 1919 die Erweiterung des Friedhofes "durch Einbeziehung eines Grundstreifens längs des anschließenden Notspitales" genehmigt. Zusätzlich zu der vom Stadtrat genehmigten Wiederbelegung der Gruppe 3 beschloss der zuständige Gemeinderatsausschuss am 22. Februar 1922 die Anlage von Grabstellen in der neuen Erweiterungsfläche. 1923 wurde die Herstellung einer hölzernen Planke beschlossen, da der an der Ostseite des Friedhofes errichtete Staketenzaun bereits schadhaft geworden war. 1925 wurde der Bau einer Aufbahrungshalle genehmigt. Am 24. September 1925 wurde dafür die Baubewilligung und am 9. März 1926 die Benützungsbewilligung erteilt. Darüber hinaus gab es zwischen 1923 und 1931 eine Erweiterung des Friedhofes. 1937 sah die für die Verwaltung der städtischen Friedhöfe zuständige Magistratsabteilung 20 die Schaffung eines Dienstraumes zur Abwicklung des Parteienverkehrs vor, der auch als Umkleideraum für den Priester dienen sollte. 1945 bis 1950 wurden die Aufbahrungshalle und die Beisetzkammer instand gesetzt, das Betriebsgebäude umgebaut und die Einfriedung erneuert. 1950 wurde in der Aufbahrungshalle ein Friedhofsaltar errichtet, der am 4. Juli 1950 geweiht wurde. 1956 wurde im Zusammenhang mit einer Friedhofserweiterung eine neue Grabgestaltung (Flachgräber) eingeführt. Der Erwerb des Benützungsrechtes wurde an solchen Grabstellen an die Einhaltung bestimmter Bedingungen geknüpft. 1959 erfolgte eine neuerliche Friedhofserweiterung. Ab 1961 konnten neue Grabstellen vergeben werden. 1962 konnte durch die Errichtung einer an die Straßenfluchtlinie vorgerückten Einfriedungsmauer das Friedhofsgelände arrondiert werden. Dadurch wurde das bisher außerhalb des Friedhofes gelegene Aufbahrungsgebäude in den Friedhof einbezogen. Die Errichtung der Friedhofsmauer bot die Gelegenheit, ein repräsentatives Eingangsportal an Stelle des bisherigen Friedhofseinganges zu erbauen. 1964 wurden die Kriegsgräberanlagen des Friedhofes instand gesetzt. 1966 wurde in der Gruppe 18 ein Urnenhain errichtet, für den besondere Gestaltungsrichtlinien gelten.

Umgestaltung der Aufbahrungshalle

1962 wurde nach den Plänen von Baurat Architekt Josef Strelec mit dem Umbau der Aufbahrungshalle begonnen. Unter Einbeziehung des alten Baukörpers wurde ein entsprechend großer Aufbahrungsraum geschaffen. Diesem waren die erforderlichen Nebenräume (Priester-, Träger- und Abstellraum) sowie eine Beisetzkammer angeschlossen. Die Gestaltung des Aufbahrungsraumes oblag Architekt Prof. DI Erich Boltenstern. Dieser verzichtete auf die bisher üblichen schwarzen beziehungsweise grauen Wandbehänge. Mit dem in hellen Farben gehaltenen Raum vermied er den bedrückenden Eindruck, den die traditionell dunkel gehaltenen Aufbahrungsräume bisher boten. Die Beisetzkammer war als erste auf einem Wiener Friedhof mit einer Kühleinrichtung ausgestattet worden. Auf die Aufbahrungsvitrine konnte somit verzichtet werden. Der Sarg wurde auf einem Bahrwagen zwischen zwölf Standleuchten vor dem in der Apsis errichteten Altar aufgebahrt. Nach der Trauerfeier wurde er auf dem Bahrwagen zur Grabstelle geführt. Bei nicht nach christlichem Ritus durchgeführten Trauerfeiern wurde der Altar durch einen "Vorhang aus Velvetingold" verdeckt. Für die Hinterbliebenen wurde ein eigener Warteraum eingerichtet. Da die Aufbahrung und Einsegnung des Verstorbenen im gleichen Raum stattfinden konnte, wurde keine Vorrichtung zum Aushang von Parten (Partenrahmen) angebracht - eine Neuerung, die erst der Gewöhnung bedurfte. Das oberhalb des Eingangstores befindliche Betondickglasfenster, das ein aus Natursteinmosaik angefertigtes Kreuz umrahmt, wurde vom akademischen Maler Hermann Bauch geschaffen. Die Aufbahrungshalle des Friedhofes Jedlesee war die erste Halle, bei deren Einrichtung die Erfahrungen seit der Einführung des neuen Trauerzeremoniells 1955 berücksichtigt wurden. Am 24. Februar 1964 stand die Aufbahrungshalle wieder für die Abhaltung von Trauerfeiern zur Verfügung.

Neugestaltung des Aufbahrungsraumes

Von 1. Dezember 1975 bis 22. März 1976 wurde der Aufbahrungsraum renoviert. Ein Urnenschrein wurde aufgestellt. 1975 wurden neue Gräbergruppen angelegt. 1987 konnte ein Erweiterungsteil im Ausmaß von 4.000 Quadratmetern zur Belegung übergeben werden. 1989 wurden nach der Errichtung eines Zubaues an die Aufbahrungshalle die Beisetzkammer sowie der Nebenraumbereich unter Verzicht auf den Warteraum neu gestaltet. 1990 wurde die sowjetische Kriegsgräberanlage saniert. Die Grabzeichen wurden gereinigt und nachbeschriftet. Von Juni bis Dezember 1991 wurde der Aufbahrungsraum nach den Plänen des Architekten Dr. Christof Riccabona neu gestaltet. Im Aufbahrungsraum wurde eine Urnenstele aufgestellt. In der mit Gipselementen ausgestalteten Apsis wurde ein Flügelaltar aufgestellt. Dieser wird bei nichtchristlichen Trauerfeiern geschlossen. Im Eingangsbereich wurden durch eine Holz- beziehungsweise Glaskonstruktion ein Windfang sowie ein Orgelraum und ein kleiner Abstellraum geschaffen. Das äußere Tor wurde durch ein mit Ornamentglas verglastes Eisentor ersetzt. Beide Eingangstore gehen nun nach außen auf. Nach Abschluss aller Arbeiten steht der Aufbahrungsraum seit dem 12. Dezember 1991 wieder für die Abhaltung von Trauerfeiern zur Verfügung. Die für die Dauer der Umbauarbeiten aufgestellte provisorische Aufbahrungshalle wurde von 5. bis 11. Dezember 1991 abgebaut.

Detailplan

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Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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Übersichtsplan

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