Hütteldorf





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeister Paul Radl verwaltet.

Fläche: 49.510 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 4.652

Besonderheiten:

Der Friedhof besteht aus zwei Teilen, einem älteren, malerischen Teil mit vielen Bäumen und klassizistischen Gräbern (1811 errichtet) und einem neuenTeil, nach dem   Muster der Waldfriedhöfe einiger deutscher Städte (1912 angelegt).

Friedhof Hütteldorf
Samptwandnergasse 6
1140 Wien

Tel.: +43 (0)1 979 32 29
Fax: +43 (0)1 979 32 29

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

1356 wurde Hütteldorf zur Pfarre erhoben und von Penzing ausgepfarrt. Stifter der Pfarre war Wernhard Schenk von Ried, der in der mit 8. September 1356 datierten Gründungsurkunde den Wunsch nach Errichtung einer dem heiligen Apostel Andreas geweihten Kirche zum Ausdruck brachte. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes "Utelndorf " konnten ihre weit entfernte Pfarr- und Mutterkirche "im Winter, wenn Regen überschwemmt und die Härte und Zerstörung des Schnees oder der Kälte bedrängen, nicht ohne große Mühe erreichen". Die Kirche, die 1529 und 1683 zerstört und jeweils wieder aufgebaut worden war, wurde 1754 restauriert.

1864 wurde der Turm wegen Baufälligkeit abgetragen. 1881/1882 wurde schräg gegenüber, auf der Linzer Straße 424, die neue Kirche errichtet. Da die Pfarre Weidlingau "in den Wirren des Türkenjahres 1529 eingegangen" war, umfasste der Sprengel der Pfarre Hütteldorf einige Zeit später auch die ehemals nach Weidlingau eingepfarrten Ortschaften Mariabrunn, Auhof, Hadersdorf, einen Teil von Hainbach sowie auch Weidlingau. Aber auch Hacking, "einstens nach Weidlingau eingepfarrt", kam "um 1529" zur Pfarre Hütteldorf. Als Mariabrunn 1784 zur Pfarre erhoben wurde, wurden diese Ortschaften mit Ausnahme von Hacking von der Pfarre Hütteldorf ausgepfarrt und dem Mariabrunner Pfarrsprengel einverleibt. Hacking war bereits 1663 "dem Herrn Pfarrer zu St. Veit als Filiale übergeben worden".

Erster Friedhof

Die im 14. Jahrhundert auf dem von der - heutigen - Bergmiller- und Stockhammemgasse begrenzten Grundstück erbaute Kirche war von einem von einer Mauer begrenzten Friedhof umgeben. Dieser war vermutlich zur Zeit der Pfarrerhebung errichtet worden. Anlässlich des Abbruches der Kirche 1887 wurde auch der Friedhof, der um 1810 für Beilegungen gesperrt worden war, aufgelassen. Der seither nicht mehr verbaute Platz wurde schließlich in eine Grünanlage umgewandelt. Auf dem inzwischen verbauten Areal befindet sich ein Bürohaus. Die 1713 an der Pest verstorbenen Hütteldorferinnen und Hütteldorfer wurden auf einem "nahe der Ziegelei" (im Bereich der Linzer Straße 460 und 462) angelegten Pestfriedhof bestattet.

Neuer Friedhof und Erweiterungen

Anlässlich der Sperre des alten Friedhofes war am Ortsende des Dorfes ein neuer Friedhof errichtet worden. Mit dessen Belegung wurde 1811 begonnen. 1875 wurde der Friedhof "an der westlichen Seite um 1.815 Quadratklafter vergrößert, an der Südseite (Hauptportal)" mit einer Mauer und an den übrigen Seiten mit einer Planke eingefriedet. 1878 wurde er "im Vergleichswege an die Gemeinde abgetreten". 1888, am ersten Jahrestag des Todes der k. k. Hofschauspielerin Josephine Wessely, wurde er in der "Neuen Freien Presse" als stiller, idyllisch gelegener Ortsfriedhof in Hütteldorf beschrieben. 1889 wurde für den Anbau einer neuen Leichenkammer an das außerhalb des Friedhofes gelegene Gebäude, "in welchem derzeit sich die Wohnung des Totengräbers und die Leichenkammer befindet", die Baubewilligung erteilt. 1891, anlässlich der Bildung von Friedhofsrayons, wurde "Hütteldorf mit Auhof dem daselbst bestehenden Ortsfriedhofe" zugewiesen. Eine 1894 genehmigte "Herstellung einer Einfriedungsmauer an der Ost- und Westseite des Friedhofes" wurde - abschnittweise - in den Jahren 1894 bis 1896 durchgeführt. 1895 wurde der Friedhof um 3.065 Quadratmeter erweitert.

Die "Herstellung gärtnerischer Anlagen" im Erweiterungsteil erfolgte 1897. 1905 umfasste der Friedhof eine Fläche von 12.031 Quadratmetern. Reserveflächen waren keine vorhanden. Am 21. November 1907 "genehmigte der Stadtrat im Prinzip die Errichtung eines Friedhofes im Gemeindewald 13., Hütteldorf", der "nach dem Muster der Waldfriedhöfe in einigen deutschen Städten, zum Beispiel Hamburg und München, angelegt werden" sollte. Dem im "unmittelbaren Anschluss an den Hütteldorfer Friedhof zu errichtenden Waldfriedhof sollte "das jeweilige gesamte Gemeindegebiet der Stadt Wien zugewiesen werden", sodass "daher für die Grabstellen einheitliche Preise festzusetzen" wären. Gleichzeitig wurde beschlossen, "zur Vergrößerung des gegenwärtigen Hütteldorfer Friedhofes eine entsprechende, an denselben unmittelbar anschließende Grundfläche zu reservieren". Mit der Ausarbeitung des Projektes wurde der "Herr Stadtgarten-Direktor im Einvernehmen mit der Verwaltung der Wiener Gemeindefriedhöfe" beauftragt.

Neuerungen

1909 wurde Johanna Redl zur Totengräberin im Hütteldorfer Friedhof bestellt. Am 1. September 1911 wurde "das Projekt der Errichtung eines Waldfriedhofes" vom Gemeinderat genehmigt. 1912 wurde "zunächst eine das stark geneigte Terrain erschließende Zufahrtsstraße angelegt. Hochquellenwasser wurde eingeleitet, an der Südseite eine Stützmauer ausgeführt und das für Friedhofszwecke vorerst in Anspruch zu nehmende Gebiet mit einem Waldlattenzaun eingefriedet" . 1913 wurde für den Hütteldorfer Friedhof unter Bedachtnahme auf den "demnächst zu errichtenden Waldfriedhof" die Einführung des "Eigenbetriebes der Gräberausschmückung und des Beerdigungsdienstes" sowie - aus Anlass der Eigenregie - die Erbauung zweier Holzschuppen zur Unterbringung von Geräten und Pflanzen genehmigt. 1916 wurde nach dem Abbruch von 65 Metern der "schadhaft gewordenen rechtsseitigen Einfriedungsmauer" die Errichtung einer neuen Mauer aus Ziegel genehmigt. Den Folgen des Ersten Weltkrieges, die "die Bevölkerung um Holz in den Wald getrieben" haben, fielen unter anderen auch die Waldbestände des Bierhäuselberges zum Opfer. "Besitztrieb auf den gerodeten Flächen" führte zur Anlage einer Siedlung, "die an Stelle des schon eingefriedet gewesenen Waldfriedhofes, den man im Jahre 1919 in Unverstand verwüstete, emporgeschossen ist". In einem Vortrag, den der damalige Direktor der Gemeinde Wien - Städtische Leichenbestattung, Dr. Leopold Rauscher, im November 1919 in einer Sitzung in der Magistratsdirektion gehalten hatte, beklagte er, "daß das vom Stadtrate grundsätzlich genehmigte Projekt des Hütteldorfer-Waldfriedhofes überhaupt nicht erledigt wurde".

Im März 1920 wurde den Friedhofsbediensteten auf die Dauer eines Jahres eine "ungefähr 100 Meter lange, im Mittel sechs Meter breite Grundfläche", "linksseitig von dem ersten Stück der Straßenserpentine" im Hütteldorfer Waldfriedhof gelegen, zum Anbau von Gemüse überlassen und 1921 die Erneuerung des durch den Brand zerstörten Daches des Verwaltungsgebäudes genehmigt. Obwohl die Auflassung des Hütteldorfer Friedhofes "wegen der fortschreitenden Verbauung des benachbarten Gebietes in absehbarer Zeit" vorgesehen war und neue Grabstellen nur mehr bis zur Erschöpfung des Vorrates vergeben werden sollten, wurde 1928 ein Zubau zur Vergrößerung des unmittelbar beim heutigen Friedhofseingang gelegenen Aufbahrungsraumes genehmigt. Die bauliche Umgestaltung, bei der auch ein Teil des Vorgartens in der Samptwandnergasse aufgelassen werden musste, konnte 1929 abgeschlossen werden. Im September 1931 wurde die Eigenregie im Hütteldorfer Friedhof aufgelassen und Johann Rotter vorläufig provisorisch zum Totengräber bestellt.

Bauliche Neuerungen und Instandsetzungen

Im Oktober 1937 wurde ein "würdiger Einsegnungsaltar" in der Aufbahrungshalle aufgestellt. Dieser wurde gemeinsam mit dem Kreuz und der Glocke der Aufbahrungshalle am 14. Jänner 1938 geweiht. In den Jahren 1948 bis 1951 wurden eine Einfriedungsmauer von 20 Meter Länge neu hergestellt, 130 Quadratmeter Wege instand gesetzt und Arbeiten im alten Teil des Friedhofes zur Schaffung von Wiederbelegungen durchgeführt. 1953 wurde ein neues Friedhofskreuz errichtet. 1954 wurde der Friedhof erweitert. Im Oktober 1959 wurde festgelegt, dass Beerdigungen nur zweimal wöchentlich, jeweils am Dienstag und Donnerstag, stattfinden können. 1962/1963 wurden verschiedene Instandsetzungsarbeiten an den Gebäuden und Einfriedungen durchgeführt. Am 22. März 1963 wurde im alten Teil des Friedhofes die einzige Tochter des Kronprinzen Rudolf, Elisabeth Maria, die in zweiter Ehe mit dem sozialdemokratischen Politiker Leopold Petznek verheiratet gewesen war, begraben. 1965 wurde der Friedhof wieder erweitert. 1967 wurde der Bahrwagen eingeführt. 1969 wurde in der Beisetzkammer eine Kühlanlage installiert. 1972 konnte eine Erweiterungsfläche im Ausmaß von 23.446 Quadratmetern erworben werden. 1975, 1977 und 1978 wurden neue Gräbergruppen geschaffen.

Aufbahrungshalle

Nach den Plänen von Architekt Baurat Josef Strelec wurde mit dem Bau einer neuen, entsprechend groß dimensionierten Aufbahrungshalle begonnen. Die Gestaltung des Aufbahrungsraumes nach den 1964 festgelegten Grundsätzen erfolgte nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern. Das Mosaik in der Apsis schuf der akademische Maler Prof. Hermann Bauch. Die Aufbahrungshalle konnte am 3. Juli 1967 ihrer Bestimmung übergeben werden. Von September 1973 bis Mai 1974 wurde die Aufbahrungshalle nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern umgestaltet und dabei auch die Apsis vergrößert. Anlässlich des Umbaues wurden auch die Voraussetzungen für die Abhaltung von Kremationsfeiern geschaffen. Das Ende einer solchen Feier wird durch das Schließen eines Vorhanges und das langsame Verlöschen der Beleuchtung im eigentlichen Aufbahrungsraum angezeigt. Der in der Apsis aufgestellte Flügelaltar wurde vom akademischen Maler Prof. Hans Robert Pippal gestaltet. Das Altarmosaik sowie die Glas-Beton-Fenster stammen vom akademischen Maler Prof. Hermann Bauch. Die Aufbahrungshalle wurde am 13. Mai 1974 wieder ihrer Bestimmung übergeben. Von Juni bis Oktober 1987 wurde der Aufbahrungsraum nach den Plänen von Architekt Dr. Christof Riccabona renoviert und die künstlerische Ausgestaltung des Raumes ergänzt. Die Fassade der Aufbahrungshalle, deren Zeremonienraum ab 23. Oktober 1987 für die Abhaltung von Trauerfeiern wieder zur Verfügung stand, wurde im Jahre 1988 instand gesetzt. 2011 wurde das Verwaltungsgebäude des Friedhofes saniert. Das Gebäude wurde dabei abgeschliffen und mit neuen Sanitärräumen ausgestattet. Auch das Besucher-WC wurde im Rahmen dieser Umbauarbeiten erneuert.

Detailplan

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PDF (707 kB)  |  22.07.2014

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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PDF (23 kB)  |  19.02.2016

Übersichtsplan

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PDF (29 kB)  |  26.04.2016