Hetzendorf





Der Friedhof wird von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet.

Fläche: 7.583 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 1.100

Friedhof Hetzendorf
Elisabethallee 2
1120 Wien

Erreichbar am Friedhof Hietzing:
Tel.: +43 (0)1 534 69 28220
Fax: +43 (0)1 534 69 28229

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Das zur Pfarre Atzgersdorf gehörende Hetzendorf wurde mit Hofkanzleidekret vom 20. Juli 1783 zur Lokalkaplanei erhoben und von Atzgersdorf ausgepfarrt. Die im Schloss Hetzendorf bestehende Kapelle diente ab August 1784, dem Zeitpunkt der Einführung von Dr. Jakob Stern als erstem Lokalkaplan, als Pfarrkirche von Hetzendorf. 1807 wurde die Lokalkaplanei auf Grund der geringen Einwohnerzahl wieder aufgelassen. Hetzendorf war von 1807 bis 1831 nach Altmannsdorf eingepfarrt. 1832 wurde es wieder zur Lokalkaplanei erhoben. Die Einführung des neuen Lokalkaplans erfolgte am 2. Juni 1833. Solange Hetzendorf nach Atzgersdorf eingepfarrt war, wurden auch die verstorbenen Hetzendorfer im Atzgersdorfer Gottesacker bestattet. Lediglich während der Pest 1713 wurde davon Abstand genommen. "Am Ende des Dorfes bis an die Lainzer Anhöhe, und hinüber bis an die Straße nach Hietzing, sieht man eine große Heide mit vielen Hügeln und Vertiefungen - die Grabstätten zahlreicher Bewohner der umliegenden Gegend, und vielleicht auch von Wien, welche die Pest 1713 dem Leben entriß."

Errichtung und Einweihung

Die Gemeinde Hetzendorf dürfte schon vor der Einführung ihres Lokalkaplans mit der Errichtung des Ortsfriedhofes begonnen haben. Die vor der Einweihung des Friedhofes verstorbenen Hetzendorfer wurden noch in Atzgersdorf bestattet. Der "neu errichtete Frey-Hof zu Hetzendorf" wurde am 2. November 1784 eingeweiht. Das erste Begräbnis war jenes des am 8. November 1784 verstorbenen Bauern Ferdinand Hofmann. Er war auch der erste, der am 10. November 1784 "nach allerhöchsten Befehl in einen Sack eingenäht, ohne Truhen begraben worden" war. Bis zum Widerruf dieser Anordnung Kaiser Josephs II. wurden noch drei Kinder auf gleiche Art bestattet. Erst die am 15. Februar 1785 begrabene "Catharina Huebnerin, behaußte Nachbarin im Orth", durfte wieder in einer "Truhen" beerdigt werden.

Glocke für Leichenkammer

1802 beantragte Pfarrer Jakob Stern die Installierung einer Glocke für die Totenkammer des Friedhofes, um "die Gefahr, daß Scheintote zur Erde bestattet werden, soviel wie möglich zu vermeiden". Zu diesem Zweck musste an der Hand der in der Totenkammer im offenen Sarg beigesetzten Leiche eine Schnur befestigt werden, die mit "einer in dem Zimmer des nächst Anwohnenden befindlichen Glocke" verbunden war. Diese Glocke sollte im Zimmer des Feuerwächters in dem nahe dem Hetzendorfer Friedhof gelegenen Kellerhaus angebracht werden. Der Feuerwächter lehnte dies aber "wegen einer unüberwindlichen Abscheu gegen die Toten" ab. Der Bau eines Zimmers neben der Totenkammer für einen Aufseher scheiterte an den Kosten. Schließlich erhielt das Dach der Leichenkammer ein Türmchen für die Glocke. Dem Aufseher wurde ein leerstehendes Zimmer im Kellerhaus mit Aussicht auf den Friedhof, wo die Glocke "erhobenermaßen viel leichter gehört werden kann", zugewiesen.

Erweiterungen

1876 sollte der Friedhof aufgelassen und eine neue - zwischen dem heutigen Hietzinger Friedhof, der Fasangartenmauer, der Elisabethallee und dem Maxingpark gelegene - Begräbnisstätte angelegt werden. Um die hohen Baukosten für die Umzäunung und die Friedhofsgebäude zu sparen, beschloss die Gemeinde 1878, den bestehenden Friedhof zu erweitern. Sechs Jahre nach der 1879 durchgeführten Erweiterung, wurde eine neuerliche Vergrößerung des Friedhofsareals beschlossen und 1886 ausgeführt. 1888 teilte das Obersthofmeisteramt der k. k. Bezirkshauptmannschaft Sechshaus in seiner Stellungnahme mit, dass "gegen die projektierte neuerliche Vergrößerung der dermaligen Friedhofsanlage" sowie "gegen die definitive Belassung" des Ortsfriedhofes keine Einwendungen erhoben werden, wenn der Friedhof "künftighin nicht weiter gegen das Hofkellerhaus ausgedehnt" wird. Die Änderung seines bis dahin ablehnenden Standpunktes "in der Hetzendorfer Friedhofsangelegenheit" begründet das Obersthofmeisteramt damit, dass "in dem nahe dem Hetzendorfer Friedhof gelegenen hofärarischen Kellerhaus Eisgruben für Hofdienstzwecke" bestanden hätten, die erst im Dezember 1883 gänzlich aufgelassen worden waren. Nach der 1889 erfolgten dritten Erweiterung, bei der auch "die alte an der Umzäunung gestandene Friedhofskapelle niedergerissen und neu aufgebaut wurde", durften im alten Teil des Friedhofes, dessen Belegung durch viele Jahre untersagt war, wieder Beerdigungen vorgenommen werden.

1888 wurden der Bau einer Totengräberwohnung sowie einer Leichen- und Requisitenkammer begonnen. Diese waren am 29. April 1889 fertig gestellt. An Baukosten musste die Gemeinde hiefür 5.067 Gulden und 25 Kreuzer aufwenden. Außerdem wurde 1888 der Eingang in den Friedhof in die Hietzinger Straße - die heutige Elisabethallee - verlegt. Mit Beschluss des Stadtrates vom 23. März 1893 wurde eine Erweiterung um 90 Quadratmeter genehmigt. 1895 wurde eine Anlage zur Entwässerung des tiefer gelegenen Friedhofsareals hergestellt. 1899 wurde eine Adaptierung des Totengräberhauses genehmigt, um eine "Trennung der Infektionsleichen von den Nichtinfektionsleichen" vornehmen zu können. Damit sollte den "Parteien der Zutritt zur Leichenkammer zur Identifikation der nicht an einer Infektionskrankheit Verstorbenen" ermöglicht werden.

Instandsetzungen und Erweiterungen

1901 wurde "eine vollständige Regulierung des alten Friedhofsteiles" vorgenommen und ein neues Friedhofskreuz aufgestellt. Die Einweihung erfolgte am 23. Oktober 1901. 1902 wurden Verhandlungen zur Erweiterung des Friedhofes durch den Ankauf von Grundstücken eingeleitet. Diese führten erst 1912 zu einem Erfolg. Die Erweiterung konnte 1913 vorgenommen werden. Bereits 1910 war auf Grund eines Stadtratsbeschlusses "das Gebiet der ehemaligen Gemeinden Altmannsdorf und Hetzendorf im XII. Bezirk auch als dem Meidlinger Friedhofe zugewiesen erklärt". Damit war den Bewohnerinnen und Bewohnern dieser Bezirksteile die Möglichkeit eingeräumt, "nicht nur im Altmannsdorfer beziehungsweise Hetzendorfer Friedhofe, sondern auch im Meidlinger Friedhofe Grabstellen um die normale Gebühr für Zugewiesene zu erwerben". Die Einleitung des Hochquellenwassers wurde 1904 beschlossen. 1919 wurde der Beerdigungs- und Ausschmückungsdienst in den eigenen Betrieb der Gemeinde Wien übernommen.

1924 wurde die Leichenkammer umgestaltet und ein Aufbahrungsraum geschaffen. Die Stadtverwaltung hatte dennoch bereits zuvor entschieden, dass auf dem Friedhof Hetzendorf "neue Grabstellen nur mehr bis zur Erschöpfung des Vorrates" vergeben werden dürfen und eine Auflassung des Friedhofes wegen der fortschreitenden Verbauung des benachbarten Gebietes in Betracht gezogen werden müsse. Am 10. Juli 1934 wurde die seit längerer Zeit außer Betrieb gestellte Aufbahrungshalle nach durchgeführter Renovierung wieder der Benützung übergeben. Im Dezember 1938 - nach Aufhebung der "Eigenregie" - wurde Leopold Roth "zum Totengräber des Hetzendorfer Friedhofes bestellt". Da sich nach einem Bericht der Städtischen Leichenbestattung aus dem Jahr 1946 auf dem Friedhof "derzeit kein Beisetzraum für die eingelieferten Toten" befand, wurde ein Provisorium geschaffen und 1952 die Beisetzkammer "wiederhergestellt".

Sperrfrist

1952 wurde die Vergabe neuer und heimgefallener Gräber nicht mehr gestattet. 1953 sah ein Beschluss des Gemeinderates vor, dass der Hetzendorfer Friedhof sowie neun weitere Friedhöfe 1975 gesperrt werden sollten. 1957 wurde die Vergabe heimgefallener Gräber mit der Einschränkung genehmigt, dass das Benützungsrecht in allen Fällen am 31. Dezember 1975 erlöschen würde. 1959 konnte nach der Installation einer Glocke das "Geläute" wieder beigestellt werden. Beerdigungen fanden ab 1959 nur zweimal wöchentlich, jeweils Dienstag und Donnerstag, statt. 1963 wurde der Aufbahrungsraum renoviert und mit einem Stirnwandaltar ausgestattet. 1965 beschloss der Gemeinderat, dass in den Sperrfriedhöfen, deren Zahl durch die Einbeziehung von sechs weiteren Friedhöfen auf 16 erhöht worden war, keine neuen oder heimgefallenen Gräber mehr vergeben werden dürften. Die Friedhöfe sollten nach dem 31. Dezember 1975 für Beilegungen gesperrt werden.

Im Mai 1975 wurde auf Grund eines Beschlusses des Gemeinderates die Sperrfrist für die Friedhöfe um zehn Jahre verlängert. Beilegungen in bestehenden Gräbern wurden bis 31. Dezember 1985 gestattet.Bei einer Volksbefragung 1980, bei der auch über andere Themen zu entscheiden war, stimmten die Wiener Bürgerinnen und Bürger für die Aufhebung der Sperre und die Beibehaltung der Friedhöfe. Am 26. September 1980 hob der Gemeinderat den Sperrbeschluss auf. Der weitere Bestand dieser Friedhöfe war gesichert. 1982 und 1983 wurde in den 16 ehemaligen Sperrfriedhöfen, somit auch im Friedhof Hetzendorf, ein Verfahren zur Einziehung heimgefallener Gräber durchgeführt. Nach dessen Abschluss war in allen diesen Friedhöfen wieder die Vergabe von Grabstellen möglich.

Neue Aufbahrungshalle

Eine Renovierung der Aufbahrungshalle war auf Grund des Bauzustandes des Gebäudes nicht mehr möglich. Nach dem am 14. September 1987 begonnenen Abbruch der bestehenden Objekte nach den Plänen von Architektin DI Gisela Muhrhofer und DI Albert Zweymüller (Städtische Friedhöfe (MA 43)) mit dem Neubau einer Aufbahrungshalle samt den erforderlichen Nebenräumen begonnen. Die Innenausgestaltung des rund 65 Quadratmeter großen Aufbahrungsraumes nach den 1964 festgelegten Grundsätzen erfolgte nach den Plänen von Architekt Dr. Christof Riccabona. Das Altarkreuz, ein Bronzeguss, wurde vom akademischen Maler Prof. Hermann Bauch geschaffen. Für die Aufbahrung von Urnen wurde an der rechten Seitenwand des Zeremonienraumes eine Urnenkonsole angebracht. Nach einjähriger Bauzeit wurde die neuerbaute Aufbahrungshalle am 29. September 1988 im Rahmen einer kleinen Feier ihrer Bestimmung übergeben.

Detailplan

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PDF (221 kB)  |  21.07.2014

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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PDF (16 kB)  |  19.02.2016

Übersichtsplan

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PDF (23 kB)  |  26.04.2016