Hernals





Der Friedhof wird von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet.

Fläche: 161.019 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 21.864

  • Besonderheiten:
    neugotische Friedhofkapelle
    Arkaden mit Grüften
    Kreuz zum Gedenken an die Opfer des Faschismus

 

Friedhof Hernals
Leopold-Kunschak-Platz 7
1170 Wien

Tel. +43 (0)1 486 33 62
Fax: +43 (0)1 486 33 62

Erreichbar:
Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr

E-Mail Anfrage


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Kapelle und Kirche

Die erste urkundliche Nennung einer dem heiligen Bartholomäus geweihten Kapelle stammt aus dem Jahr 1301. Wann es zur Errichtung der Pfarre kam, ist nicht bekannt. Bereits 1352 sind "Andreas" und "Chunrad" als "Pfarrer bey St. Bartholomäus in Hernals" in den Urkunden angeführt. Das Gotteshaus, an dem zu Beginn des 16. Jahrhunderts bauliche Veränderungen vorgenommen worden waren, wurde im Verlauf der ersten Türkenbelagerung fast zur Gänze zerstört. Nach dem Wiederaufbau errichtete Helmhardt von Jörger 1609 an der Bartholomäuskirche eine lutherische Pfarre. Unter Kaiser Ferdinand II. wurde die seit 1587 den Freiherren von Jörger gehörige Herrschaft Hernals konfisziert. Gut und Pfarrkirche wurden dem Domkapitel von St. Stephan übergeben. In der auf einer Anhöhe liegenden Kirche wurde 1625 - erstmals seit Kaiser Rudolf II. sie 1577 sperren ließ - wieder katholische Gottesdienste abgehalten. 1639 wurde sie zur Endstation eines "Kreuz- und Passionsweges", der von der Stephanskirche bis zur Pfarrkirche sowie der neu errichteten Grabkapelle führte. Die bei der zweiten Türkenbelagerung zerstörte Kirche wurde anlässlich der Wiederherstellung erweitert. An Stelle des ebenfalls zerstörten Heiligen Grabes wurde neben der Kirche Anfang des 18. Jahrhunderts ein Kalvarienberg errichtet. An dessen Fuß stand eine Kapelle. Bei einem Umbau der Anlage in den Jahren 1766 bis 1769 wurde diese Kapelle vergrößert. Nach dem 1784 erfolgten Abbruch der alten, baufällig gewordenen Kirche im Jahr 1785 wurde sie zur Pfarrkirche - unter gleichzeitigem Übergang des Patroziniums des heiligen Bartholomäus - erhoben. Ihre heutige Gestalt erhielten Kirche und Kalvarienberg nach den Plänen des Architekten Richard Jordan in den Jahren 1889 bis 1894. Dabei wurde bei Erdaushebungen 1892 ein Teil jener Grüfte entdeckt, die in der alten - historischen - und in der Kalvarienbergkirche errichtet worden waren. Alter FriedhofBei der Regulierung des Kirchplatzes 1894 wurden Gebeine gefunden, die von dem 1784 aufgelassenen Friedhof stammten. Der ursprüngliche, um die Pfarrkirche angelegte Friedhof wurde 1784 aufgelassen "und auf ein Feld gegen Ottakring" (Lorenz-Bayer-Platz) verlegt. Eine Erweiterung dieses neuen Friedhofes wurde in einer am 5. September 1831 gehaltenen "Anrede" erwähnt, die "bey Gelegenheit der feyerlichen Einweihung des abgesonderten Gottesackers [eines Cholerafriedhofes] im Pfarrbezirk Hernals" von Joseph Adler, Pfarrer in Neulerchenfeld, gehalten worden war. Der Friedhof, dessen Eingang ungefähr an jener Stelle lag, an der die Haslingergasse in den Platz einmündet, wurde am 1. November 1872 gesperrt. In den folgenden Jahren wurde sie in eine Parkanlage umgewandelt. Das ehemalige Leichenhaus wurde in ein Gärtnerhaus der Stadtgartenverwaltung umgestaltet.

Neuer Friedhof

"Der neue Hernalser Friedhof, außer den letzten Häusern dieser Ortschaft, rechts von der Dornbacher Straße, jenseits der Als, an einer sanften, früher von Weingärten bedeckten Anhöhe gelegen", wurde nach den Plänen des Stadtbaumeisters Pflaum in den Jahren 1870 bis 1872 errichtet. Das "Illustrirte Wiener Extrablatt" berichtet in der Ausgabe vom 2. Oktober 1872, dass bei der Anlage des Hernalser Friedhofes "der neue Münchener, so genannte "Aktienfriedhof" zum Muster genommen wurde, jedoch in vielen Einzelheiten wesentlich verschönert und verbessert. Über dem Haupteingange, von dem aus sich eine breite Straße durch den ganzen Friedhof bis an dessen äußerstes Ende zieht, erhebt sich ein Giebelbau im gotischen Style mit einem Thürmchen an der Spitze. Rechts vom Vestibule gelangt man in die Kapelle, links in den Aufbahrungssaal, an den sich das Secierzimmer schließt. Oberhalb desselben ist die Todtengräberwohnung gelegen. Rechts und links vom Vestibule, einerseits in der Verlängerung der Kapelle, andererseits in der des Aufbahrungssaales, dehnen sich die Gruftenhallen aus, im Rohbau ausgeführte, ebenfalls im gotischen Style gehaltene und mit Blechdachung versehene Gänge. Unter dem Estrich befinden sich die Gruften, die Mauer hingegen ist in der Breite der Gruften entsprechende Felder eingetheilt, welche zur Anbringung der Inschriften dienen. Mit dem Inneren des Friedhofes stehen diese Hallen durch offene Bogengänge in Verbindung. An den beiden Längenseiten des Friedhofes sind ebenfalls solche Gruftenhallen angebracht. Dieselben mussten der Terrainverhältnisse des Friedhofes halber terassenförmig ausgeführt werden. Diese Gruftenhallen sollen mit der Zeit bis an's äußerste Ende des Friedhofes fortgesetzt und solche auch an der oberen Einfriedungsmauer angebracht werden. Diese Hallen, eine vollkommene Neuerung bei Friedhofs-Anlagen, bieten, abgesehen von der architektonischen Schönheit, den großen Vortheil, dass sie das Publikum vor den Unbilden der Witterung schützen und so einen "Gräberbesuch unter Dach" möglich machen. Die Gruftenhallen sind es, welche den luxuriösen Theil des Friedhofes bilden. Jede dieser Gruften ist gewölbt, ausgemauert und enthält Raum für zwölf Särge. Der Ankaufspreis einer solchen Gruft wird sich auf 3000 fl belaufen." Der neue Friedhof wurde am 25. Oktober 1872 geweiht. Die erste Beilegung fand am 2. November 1872 statt. In der Sitzung vom 10. Oktober 1883 beschloss die Gemeindevertretung von Hernals, dem Denkmal für den k. k. Feldmarschall Graf von Clerfait einen geeigneten Platz auf dem neuen Friedhof zuzuweisen. Das Denkmal stand ursprünglich am Kalvarienberg in Hernals, von dem es später auf den Ortsfriedhof übertragen worden war. "Die abermalige Übertragung auf den neuen Friedhof fand am 17. Oktober 1883 statt, wobei der Sarg in noch gutem Zustande befunden wurde."

Erweiterungen und Neuerungen

Bereits 1890 beantragte die Gemeinde Hernals bei der k. k. Bezirkshauptmannschaft Währing eine Ergänzung ihrer Friedhofsanlagen "durch Erbauung von 10 Colonadengrüften und vier Gartengrüften". Da von den an der Ost- und Westseite des Friedhofes bestehenden Kolonnadengrüften "die ersteren noch nicht vollendet" waren, sollte damit die Anlage bis zum Mittelgang des Friedhofes ergänzt werden. 1891 umfasste "der an einer noch nicht benannten, über den eingewölbten Alsbache hergestellten Straße" gelegene Hernalser Ortsfriedhof eine Fläche von 49.080 Quadratmeter. "Hievon wurden zu Beerdigungszwecken bloß 43.500 Quadratmeter benützt, während der Rest von 5.580 Quadratmeter dem Totengräber zum Betriebe der Gärtnerei überlassen war." 1892 wurde die Leichenkammer mit einer elektrischen Alarmvorrichtung ausgestattet. 1894 wurde der Friedhof um drei an den Friedhof in östlicher Richtung anstoßende, der Gemeinde gehörende Parzellen um 7.527 Quadratmeter erweitert. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass "bei einiger Entwicklung der Stadt anzunehmen sei, dass in fünf oder zehn Jahren der Friedhof inmitten der bewohnten Häuser liegen würde". Zweckmäßiger wäre es daher, "die inmitten von bewohnten Häusern gelegenen Friedhöfe nicht zu erweitern", sondern sie an geeignete, außerhalb bewohnter Häusergruppen gelegene Stellen zu verlegen. Dennoch wurde der Friedhof 1898 durch die Einbeziehung von sechs "communalen Catastral-Parcellen" und 1899 durch den Ankauf von Gründen im Ausmaß von 22.000 Quadratmetern erweitert.

Neuerungen ab 1902

1902 wurde die Errichtung eines neuen Totengräberhauses sowie von zwei Totenkammern, "und zwar eine für infektiöse Leichen und eine für nichtinfektiöse", durch den Gemeinderat genehmigt. Zudem sollten die bestehende Leichenkammer in eine Aufbahrungshalle und das bestehende Vestibül durch eine Verglasung auf beiden Seiten in einen Warteraum umgeändert werden. Im selben Jahr wurde eine neuerliche Erweiterung des Friedhofes im Ausmaß von 13.635 Quadratmetern durch den Ankauf von Grundstücken beschlossen. Mit 1. Mai 1903 wurde der Eigenbetrieb der "Gräberausschmückung und sonstigen Friedhofsgeschäfte" vorerst probeweise und ab 1. Dezember 1905 definitiv eingeführt. Auf Grund der Friedhofserweiterung wurde 1903 auch "das Projekt der Vergebung der Wasserleitungsanlage der Wientalwasserleitung im Hernalser Friedhof" genehmigt. 1904 wurde die Renovierung der Arkaden sowie die Installierung der elektrischen Beleuchtung in den Verwaltungsgebäuden beschlossen. 1905 umfasste der Friedhof eine Fläche von 97.291 Quadratmetern. Die Schaffung eines vierten Tores wurde genehmigt, bei dem 1906 eine elektrische Beleuchtung installiert wurde. 1907 wurde Instandsetzung und Erhaltung der Gräber des ehemaligen Hernalser Bürgermeisters Michael Weiß sowie des Dichters Ferdinand Sauter der Gemeinde Wien übertragen. Da sich "in den letzten Jahren infolge der Bevölkerungszunahme eine derartige Steigerung der Belegung zeigte", wurde, "um den Friedhof möglichst lange zu erhalten", 1911 "die Grabstellengebühr für Nichtzugewiesene auf das vierfache der Gebühr für Zugewiesene - das heißt für Leichen des ehemaligen Vorortes Hernals - erhöht". 1912 gelang es, den Friedhof um zirka 8.500 Quadratmeter gegen Westen sowie 1915 und 1917 um 14.000 beziehungsweise 12.000 Quadratmeter zu erweitern. Am 7. Mai 1917 wurden im Männerheim, 16., Wurlitzergasse 89, 33 Kriegsgefangene untergebracht, "die in den Vorortefriedhöfen Baumgarten, Ottakring und Hernals bis Ende 1918 zur Arbeitsleistung zugewiesen waren". 1921 und 1922 sowie zwischen 1929 und 1931 wurden neue Grabstellen angelegt. 1930 wurde einer Erweiterung des Friedhofes sowie dem Ankauf des dazu erforderlichen Grundes zugestimmt. Bei einer Anfang 1924 abgehaltenen Sitzung des zuständigen Ausschusses wurde "für die Umgestaltungen an den Aufbahrungsräumlichkeiten, der Kapelle und dem Haupteingange auf dem Hernalser Friedhof die Baubewilligung vorbehaltlich der anstandslosen Bauverhandlung erteilt". 1937 wurde dem Pfarramt der "Herz Jesu Sühnekirche" die "Bewilligung zur Aufbahrung von Leichen" in der Kirche, und zwar "in der rechts vom Eingang gelegenen Erscheinungskapelle", unter Einhaltung bestimmter Bedingungen und unter der Voraussetzung gewährt, "daß auch der Gemeinde Wien - Städtische Leichenbestattung die Benützung des Aufbahrungsraumes gewährleistet wird". 1939 wurde in der rechts vom Einsegnungsaltar gelegenen Nische in der Aufbahrungshalle des Friedhofes eine Urnenaufbahrung aufgestellt. 1939 und 1940 wurden die Erweiterungsarbeiten auf den neuen Belegflächen fortgesetzt. 1943 ersuchte die Direktion der Städtischen Bestattung die Friedhofsverwaltung, die rechts vom Haupteingang zur Aufbahrungshalle liegende schmale Nische, die für Aufbahrungen IV. Klasse diente, auf Kosten des Bestattungsunternehmens durch Abmauerung des Eingangsbogens und Einsetzen einer Tür in einen Beisetzraum umwandeln zu dürfen. 1944 wurde durch den Polizeipräsidenten von Wien als örtlicher Luftschutzleiter die Beschlagnahme der Leichenhalle und der Arkadenanlage des Hernalser Friedhofes angeordnet, damit "der Gegenstand der Beschlagnahme nach jederzeit möglichen Anforderung der Bedarfsstelle nach Fliegerangriffen" für eine kurzfristige Benützung als Lagerraum zur Verfügung stünde. Instandsetzungen und ErweiterungenVon 1945 bis 1951 wurden die Aufbahrungshalle und das Verwaltungsgebäude instand gesetzt, die teilweise beschädigte Einfriedung wieder hergestellt und neue Einfriedungen errichtet. Die im Krieg beschädigten Arkaden wurden gesichert beziehungsweise die zerstörten rechten Arkaden wieder aufgebaut. Zur Gewinnung von Beerdigungsflächen wurden 1950/1951 3.000 Quadratmeter Erdreich abgegraben. 1952 wurde eine Grundfläche im Ausmaß von 1.200 Quadratmetern für Beerdigungen vorbereitet. 1960 wurde der Friedhof erweitert. 1961 und 1962 wurde ein 2.500 Quadratmeter großer Urnenhain angelegt. Mit dessen Belegung wurde 1963 begonnen. 1964 und 1967/1968 wurde der Friedhof erweitert. 1967 wurde der Bahrwagen eingeführt. 1969 wurde die einbezogenen Erweiterungsflächen eingefriedet und teilweise aufgeschlossen. 1970 wurde die Beisetzkammer des Friedhofes mit einer Kühlanlage ausgestattet. Am 1. Dezember 1970 wurde für die Friedhöfe Baumgarten, Hernals, Hietzing, Neustift am Walde, Ottakring und den Südwestfriedhof ein zentraler Einsegnungsdienst der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Darüber hinaus wurden 1971 die Beerdigungszeiten für diese Friedhöfe neu geregelt. 1973 wurden zusätzlich Friedhofseingänge geschaffen. 1974 wurde eine Einfriedungsmauer neu errichtet. Vom 22. Mai 1978 bis Ende Juli 1979 wurden die Aufbahrungsräume nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern entsprechend den 1964 festgelegten Grundsätzen neu gestaltet. Durch den Einbau einer Versenkungsanlage in einem der beiden Zeremonienräume wurde die Möglichkeit zur Abhaltung von Kremationsfeiern geschaffen. Die Gestaltung und Ausführung der in den beiden Aufbahrungsräumen errichteten Flügelaltäre erfolgte durch den akademischen Maler Prof. Hans Robert Pippal. Entwurf und Ausführung der Bleiglasfenster und der Bleiverglasung der Eingangstore oblagen dem akademischen Maler Prof. Hermann Bauch. Die Aufbahrungshalle wurde am 6. August 1979 wieder der Benützung übergeben. Während der Umgestaltung der Aufbahrungsräume stand für die Abhaltung von Trauerfeiern eine provisorische Halle zur Verfügung. In den Jahren 1984/1985 wurde eine neue Unterkunft für Arbeiterinnen und Arbeiter errichtet. 1988 wurden neue Beerdigungszeiten vereinbart. 1992 wurden im Priester- und Trägerraum Renovierungsarbeiten durchgeführt. Von November 2004 bis Oktober 2006 wurde eine Generalsanierung des Verwaltungsgebäudes, der Aufbahrungshalle sowie der seitlichen Gruftarkaden durchgeführt. Währenddessen wurden Trauerfeiern in einer provisorischen Halle durchgeführt. Die Aufbahrungshalle konnte am 30. Oktober 2006 feierlich eröffnet werden. 2010 wurde der Friedhof um eine Grabanlage mit Urnensäulen erweitert. Weitere bauliche Maßnahmen wurden in den Jahren 2011/ 2012 mit der Renovierung der hangseitigen Gruftarkaden umgesetzt.

Detailplan

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PDF (3.672 kB)  |  26.04.2016

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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PDF (125 kB)  |  19.02.2016

Übersichtsplan

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PDF (110 kB)  |  26.04.2016

Auf diesem Friedhof befindet sich eine Friedhofsgärtnerei der Friedhöfe Wien.

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten der Friedhofsgärtnerei.