Erlaa





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeister Harald Riedler verwaltet.

Fläche: 4.651 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 632

Besonderheit: Denkmal für die Opfer des ersten Weltkriegs

Friedhof Erlaa
Erlaaer Straße 82-90
1230 Wien

Tel.: +43 (0)1 865 93 80
Fax: +43 (0)1 865 93 804

E-Mail Erreichbarkeit

 


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Bis zur Errichtung einer Pfarrexpositur am 1. Mai 1954 war Erlaa nach Atzgersdorf eingepfarrt. Zu der von den Salesianern Don Boscos aus Inzersdorf-Neustift betreuten Expositur gehörte auch das am 29. November 1931 geweihte Notkirchlein. Dieses war in einer ehemaligen Remise für Wagen und Pferde des Bestattungsunternehmens Payer & Schmutzer untergebracht. In den Jahren 1961 und 1962 wurde die dem heiligen Dominikus Savio geweihte Kirche errichtet. Am 1. Jänner 1975 wurde Neu-Erlaa zur Pfarre erhoben. Da der Atzgersdorfer Friedhof auch den Bewohnerinnen und Bewohnern von Erlaa als Beerdigungsstätte diente und die Verstorbenen aus Neu-Erlaa in diesem Friedhof bestattet werden mussten, wurde das Bedürfnis, in Erlaa einen eigenen Friedhof zu errichten, immer stärker. Der Umstand, dass "von Neu-Erlaa bis in den Atzgersdorfer Friedhof mit einem Leichenzug eine gute Stunde zu gehen" war und bei "regnerischer schlechter Witterung bei einer so weiten Strecke die Leiche nicht immer getragen werden konnte", sprach für die Errichtung eines eigenen Friedhofes. Ausschlaggebend für dessen Errichtung war eine Erklärung des Bürgermeisters von Atzgersdorf, der am 23. Mai 1864 für die geplante Vergrößerung des Friedhofes Atzgersdorf von der Filiale Erlaa "den dritten Teil der Auslagen" als Kostenbeitrag verlangte.

Abtrennung vom Atzgersdorfer Friedhof

Bei einer am 1. August 1864 abgehaltenen Ausschusssitzung sprach sich die Mehrheit der Gemeindevertreter für die Errichtung eines eigenen Friedhofes aus. Anlässlich dieser Sitzung erklärte sich "Herr Gutsbesitzer Adolf Bäuerle" bereit, einen in der Mitte zwischen Alt- und Neu-Erlaa liegenden Grund unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und die Einsegnung der Leichen in seiner Schlosskapelle zu gestatten. Mit den Bauarbeiten zur Errichtung einer Friedhofsmauer und einer Leichenkammer wurde am 30. August 1865 begonnen. Nach der Vollendung der Friedhofsmauer hat der Grundbesitzer Adolf Bäuerle "eine Kapelle, worin sich seine Familiengruft befindet, sehr schön und herrlich hergestellt, jedoch wurde dieselbe erst im Jahre 1867 vollendet, da der im Jahre 1866 ausgebrochene Preußenkrieg dieselbe verzögerte". Als erste Leiche in dieser Gruft wurde am 23. Juni 1869 die 82-jährige Katharina Bäuerle beigesetzt. Die Beisetzung der Überreste ihres im Jahre 1859 in Basel verstorbenen Gatten erfolgte am 10. Oktober 1869. 1876 wurde Hedwig Edle von Bäuerle, geborene Genzbauer, verwitwete Langer, und 1877 Adolf Edler von Bäuerle, k. k. Truchseß und Landtagsabgeordneter, in dieser Gruft bestattet.

Instandsetzungen und Erweiterungen

1883 wurde eine neue Friedhofsmauer aus Ziegeln errichtet. Die alte Kapelle, "welche im Zerfall war", wurde instand gesetzt. 1892 kam es zur Vergrößerung des Friedhofes an der Westseite im Ausmaß von 1.367 Quadratmetern, "doppelt so groß als der frühere Friedhof", und zur Abtragung der Trennungsmauer zwischen dem alten und dem neuen Teil des Friedhofes. Außerdem wurde für den neuen Teil eine "neue Zufahrtsstraße parallel zu der bestehenden von der Bezirksstraße aus hergestellt". 1904 wurde "für den am hiesigen Friedhof begrabenen Bürgermeister Franz Rösler auf Kosten der Gemeinde ein Grabstein errichtet" und das Grab auf Friedhofsdauer in die Obhut der Gemeinde übernommen. 1922 wurde an die Friedhofskapelle ein Glockenturm angebaut und für diesen zwei Stahlglocken angeschafft. Noch vor 1926 wurde eine kleine Urnenmauer errichtet. 1940 wurden auf Kosten der Gemeinde Wien - Städtische Leichenbestattung Instandsetzungsarbeiten in der Totenkammer vorgenommen und in dieser eine "ständige Aufbahrung" eingerichtet. Dennoch war es in Erlaa üblich, für die Einsegnung beziehungsweise Aufbahrung Verstorbener das "seinerzeit dem Bürgermeister von Erlaa für Aufbahrungszwecke zur Verfügung gestellte Mausoleum mit Glockenturm"zu verwenden. Damit war die Friedhofskapelle mit der Gruft der Familie Bäuerle gemeint. Obwohl ab August 1945 in Wien die Aufbahrung Verstorbener in Wohnhäusern verboten worden war, führte der durch Kriegseinwirkungen verursachte desolate Zustand der Totenkammer und der Friedhofskapelle im Friedhof Erlaa dazu, "dass sehr viele Fälle von Hausaufbahrungen notgedrungen vorkommen". Von 1947 bis 1949 wurden die als Aufbahrungshalle bezeichnete Totenkammer, die Friedhofskapelle und der Beisetzraum instand gesetzt. Schäden an der Einfriedungsmauer wurden ausgebessert und im Aufbahrungsraum sowie in dessen Nebenräumen "elektrisches Licht" installiert. 1950 wurden die Einfriedungsmauern instand gesetzt beziehungsweise wieder aufgebaut.

Sperrfriedhof

1952 wurde die Vergabe neuer und heimgefallener Gräber nicht mehr gestattet. 1953 sah ein Beschluss des Gemeinderates vor, dass der Erlaaer Friedhof sowie neun weitere Friedhöfe 1975 gesperrt werden sollten. 1957 wurde die Vergabe heimgefallener Gräber mit der Einschränkung genehmigt, dass das Benützungsrecht in allen Fällen am 31. Dezember 1975 erlöschen würde. In der Zeit von 3. Mai 1963 bis 8. Mai 1964 wurde die Aufbahrungshalle renoviert. Während der Sperre der Halle fanden auch die Aufbahrungen in der nach wie vor für Einsegnungszwecke benützten Kapelle statt. 1965 beschloss der Gemeinderat, dass in den Sperrfriedhöfen, deren Zahl durch die Einbeziehung von sechs weiteren Friedhöfen auf 16 erhöht worden war, keine neuen oder heimgefallenen Gräber mehr vergeben werden dürften. Die Friedhöfe sollten nach dem 31. Dezember 1975 für Beilegungen gesperrt werden. Im Mai 1975 wurde auf Grund eines Beschlusses des Gemeinderates die Sperrfrist für die Friedhöfe um zehn Jahre verlängert. Beilegungen in bestehenden Gräbern wurden bis 31. Dezember 1985 gestattet.Bei einer Volksbefragung 1980, bei der auch über andere Themen zu entscheiden war, stimmten die Wiener Bürgerinnen und Bürger für die Aufhebung der Sperre und die Beibehaltung der Friedhöfe. Am 26. September 1980 hob der Gemeinderat den Sperrbeschluss auf. Der weitere Bestand dieser Friedhöfe war gesichert.

Öffnung und Erweiterung

1982 und 1983 wurden in den 16 ehemaligen Sperrfriedhöfen, somit auch im Friedhof Erlaa, ein Verfahren zur Einziehung heimgefallener Gräber durchgeführt. Nach dessen Abschluss war in allen diesen Friedhöfen die Vergabe von Grabstellen möglich. 1990 konnten die Instandsetzungsarbeiten an der Friedhofskapelle beendet werden. Bis zur Renovierung des Innenraumes blieb die Kapelle geschlossen. 1993 bis 1994 wurde auf einer vor dem Friedhof Erlaa neu gewidmeten Fläche eine Aufbahrungshalle gebaut.

Detailplan

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Übersichtsplan

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