Döbling





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeisterin Mag. Waltraud Berger verwaltet.

Fläche: 49.981 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 6.853

Besonderheiten:
6 Meter hohes Friedhofskreuz mit vergoldetem Christus
Mohammedanische Abteilung, welche für die Soldaten der bosnischen Regimenter der Monarchie errichtet wurde

Friedhof Döbling
Hartäckerstraße 65
1190 Wien

Tel.: +43 (0)1 479 51 94
Fax: +43 (0)1 479 51 94

E-Mail Erreichbarkeit


Öffnungszeiten

für die Friedhöfe die von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet werden.

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Diese besitzt den Schlüssel zu den Haupttoren.

Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Friedhöfe anderer Betreiber.

Die auf einem Hügel am äußersten Ende des Ortes gelegene, dem heiligen Paulus geweihte Kirche war von einem Friedhof umgeben. Dieser wurde 1781 erweitert und bis 1783 belegt. Der Friedhof, in dem nur die verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohner Oberdöblings bestattet wurden (für Unterdöbling diente der "Freythof von Heiligenstadt" als Begräbnisstätte), dürfte anlässlich des Abbruches des baufällig gewordenen Kirchengebäudes 1826 zur Gänze aufgelassen worden sein. Der Neubau erfolgte am selben Platz. Verbunden mit der Pfarrgründung war die Errichtung eines neuen, für die Bewohnerinnen und Bewohner von Ober- und Unterdöbling bestimmten Friedhofes. Dieser wurde "außer Unterdöbling, rechts an der Straße nach Grinzing" (am Ende der Billrothstraße) angelegt. Mit Bescheid vom 28. April 1880 wurde den Gemeinden Ober- und Unterdöbling von der k. k. Bezirkshauptmannschaft Hernals die Errichtung eines Friedhofes "auf der Türkenschanze" bewilligt. "Die Anlage von Friedhöfen in der Umgebung von Wien", vermerkte die "Neue Freie Presse" am 24. Mai 1880, "hat sich bei der ausgesprochenen Abneigung der Bewohner Wiens, ihre Todten auf dem Central-Friedhof zu begraben, als ein sehr rentables Geschäft für mehrere Vororte erwiesen, so dass einzelne derselben ihre Umlagen fast vollständig ersparen und aus der billigen Veräußerung von Grüften und Einzelgräbern an die Wiener einen reichlichen Gewinn ziehen konnten." "Das 7 1/2 Joch große, ein Rhomboid bildende zukünftige Leichenfeld", dessen Anlage von den Architekten Avanzo und Lange geplant worden war und "Raum für die Bestattung von 30.000 Leichen" gewähren sollte, wurde am 10. Juni 1885 vom Pfarrer von Oberdöbling, Kanonikus Dr. Hulesch, eingeweiht. Die Einweihung erfolgte vor dem 6,5 Meter hohen Friedhofskreuz "mit einem vergoldeten Christus", das "aus der Lowrek'schen Fabrik stammte". Der alte Ortsfriedhof wurde anschließend "wegen Überfüllung" geschlossen.

Neuer Friedhof

Der neue Friedhof auf der Türkenschanze, "der für Bekenner jeder Confession" als allgemeine Begräbnisstätte bestimmt war, verfügte 1888 nicht nur über eine "Israelitische Abtheilung". Am 13. Februar 1894 genehmigte der Stadtrat dem k. k. Militär-Territoria-Commando auf dessen Ersuchen eine Begräbnisstätte für Soldaten mohammedanischen Glaubens, für deren Errichtung eine Fläche von 404,4 Quadratmeter für 40 Einzelgräber auf die Dauer von 20 Jahren zur Verfügung gestellt wurde. Anlass für dieses bereits 1892 gestellte Ansuchen war ein Erlass des k. k. Reichs-Kriegsministeriums vom 22. Dezember 1891, auf Grund dessen die Beerdigung der in der Garnison Wien sterbenden Militärpersonen mohammedanischen Glaubens nach dem Ritus dieser Religion zu erfolgen hatte. 1898 genehmigte der Stadtrat das vom Stadtbauamt vorgelegte Projekt für die Einteilung der Gräber. 1899 wurde die Zuleitung des Hochquellenwassers vorgenommen. 1900 wurde die Begräbnisstätte für Soldaten mohammedanischer Religion um 157 Quadratmeter zur Errichtung von 32 Einzelgräbern erweitert sowie die Anlage von sieben Gräbern in der bereits bestehenden Begräbnisstätte vorgenommen.

Erweiterungen

Zur Erweiterung des Friedhofes genehmigte der Gemeinderat am 22. September 1899 den Ankauf eines Grundstückes im Ausmaß von 4.000 Quadratmeter, am 27. Dezember 1900 auf Grund einer Enteignungsverhandlung den Ankauf von 4.125 Quadratmeter und am 21. Mai 1901 den Ankauf von 7.459 Quadratmeter. 1901 genehmigte der Stadtrat die Anschaffung eines Versenkungsapparates und 1902 das bauamtliche Projekt für die Einbeziehung der 1901 erworbenen Grundfläche einschließlich der Verlängerung der Einfriedungsmauer entlang der Hartäckerstraße "bis an die Grenze der mohammedanischen Abteilung". 1903 beschloss der Stadtrat, der Israelitischen Kultusgemeinde "die Benützung der Wartehalle zur Vornahme von rituellen Feierlichkeiten in den Nachmittagsstunden zu untersagen". Eine neuerliche Erweiterung des Friedhofes sowie die Verlängerung der Friedhofsmauer im Zuge der Hartäckerstraße wurden 1906 ausgeführt. Die Friedhofsfläche wurde um 9.334 Quadratmeter auf 57.271 Quadratmeter vergrößert. Im selben Jahr wurde die israelitische Abteilung durch Zuweisung eines bisher unbelegten Friedhofsteiles vergrößert. Die 1907 vom Stadtrat genehmigten Arbeiten zur Renovierung des Leichenhauses sowie die "Herstellung einer Einsegnungskapelle" konnten Anfang 1908 abgeschlossen werden. 1911 wurde, um eigene Gräber zu gewinnen, der Depotplatz in den Belagsraum einbezogen und gleichzeitig der Grinzinger Friedhof als "Ersatz für den nicht mehr erweiterungsfähigen Döblinger Friedhof bestimmt". Im April 1917 wurden schließlich "wegen Erschöpfung des Belagsraumes für eigene Gräber die Leichen aus dem Sprengel dieses Friedhofes dem Grinzinger Friedhof zugewiesen". Als Anfang 1920 das Staatsamt für Heereswesen auf die weitere vertragliche Sicherstellung von Grabstellen für die Beerdigung mohammedanischer Soldaten verzichtete, genehmigte der zuständige Gemeinderatsausschuss am 17. Juni die Herstellung eigener Gräber und Grüfte auf dem freigewordenen Friedhofsteil. Eine neuerliche Anlage von eigenen Gräbern erfolgte erst wieder zwischen 1929 und 1931. 1925 wurde die Leichenhalle umgestaltet und ein zweiter Aufbahrungsraum geschaffen. Eine weitere Umgestaltung erfolgte 1931. Der alte Döblinger Ortsfriedhof wurde 1927/1928 in eine öffentliche Gartenanlage umgestaltet, die den Namen Strauß-Lanner-Park erhielt. Von der Errichtung eines Denkmalhaines wurde abgesehen. Nur der Grabstein für Johann Strauß (Vater) und für Josef und August Lanner verblieb in der Gartenanlage. Die in den Grabstellen Bestatteten waren bereits 1903 exhumiert und im Wiener Zentralfriedhof wiederbeerdigt worden.

Instandsetzung und Neuerungen

1945 bis 1951 wurden die Dächer der Aufbahrungshalle und des Verwaltungsgebäudes repariert. Die Halle wurde vergrößert, die hygienischen Anlagen und ein Trägerraum neu hergestellt sowie die Tore und Gitter instand gesetzt. 1952 wurden 2.000 Quadratmeter Straßen geteert und 1954 die Kriegsschäden an den Arkaden beseitigt. 1959 wurden die Aufbahrungskojen neu spaliert und neu eingerichtet. Im Oktober desselben Jahres wurde festgelegt, dass Beerdigungen nur jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag durchgeführt werden. Durch die 1961 in alten Gräberfeldern durchgeführten Sanierungsarbeiten konnten heimgefallene und verwahrloste Grabstellen rückgewonnen und neu vergeben werden. 1969 wurde in der Beisetzkammer eine Kühlanlage installiert und nach der Aufstellung einer provisorischen Halle im Oktober 1971 mit dem Umbau der Aufbahrungshalle begonnen. Die Ausgestaltung des Aufbahrungsraumes erfolgte nach den Plänen von Architekt DI Erich Boltenstern unter Berücksichtigung der 1964 festgelegten Grundsätze. Die Rückwand der Apsis, in der sich der Altar befindet, wurde vom akademischen Maler Prof. Hermann Bauch gestaltet. Bei Trauerfeiern, die nicht nach christlichem Ritus erfolgen, kann die Apsis mit einem Vorhang abgeschlossen werden. Im Aufbahrungsraum, dessen maximales Fassungsvermögen 160 Personen beträgt, können auch Kremationsfeiern abgehalten werden. Dabei wird das Ende der Trauerfeier durch das Schließen eines Vorhanges und das gleichzeitige langsame Verlöschen der Beleuchtung im Aufbahrungsraum angezeigt.Nach Abschluss aller Arbeiten konnte die Aufbahrungshalle am 25. Juni 1972 wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. 1973 konnte durch die Rückgewinnung von verwahrlosten, auf Friedhofsdauer gewidmeten Grabstellen neue Gräber vergeben werden. Im Oktober 1973 wurde im Aufbahrungsraum eine Ablage für Kondolenzschreiben eingerichtet. Damit sollte festgestellt werden, ob der in einigen westeuropäischen Ländern übliche Vorgang, schriftliche Beileidskundgebungen vor Beginn einer Trauerfeier im Aufbahrungsraum zu deponieren, auch in Wien Fuß fassen konnte. Die Erfahrungen zeigten, dass von dieser Einrichtung kein Gebrauch gemacht wird.  

Detailplan

Detailplan

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Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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Übersichtsplan

Übersichtsplan

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