Baumgarten





Der Friedhof wird von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet.

Fläche: 236.362 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 33.339

Besonderheit: Christusstatue aus dem Jahr 1903, welche vom Stadtbaumeister Josef Münster gespendet wurde

Friedhof Baumgarten
Waidhausenstraße 52
1140 Wien

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Fax: +43 (0)1 534 69 - 28209

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Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Sie besitzt Schlüssel zu den Haupttoren.

 

  

Friedhofskreuz Baumgarten © Friedhoefe WienFriedhofskreuz Baumgarten © Friedhoefe WienZoom
Kapelle und Kirche

Eine der heiligen Anna geweihte, im Unteren Gut errichtete Kapelle soll es bereits im 14. Jahrhundert gegeben haben. Martin Molecz verweist in seiner Dissertation (Seiten 33 und 34) auf ein "Grundbuch der Herren von Rappach über Penzing, Baumgarten und Altmannsdorf", in dem in einer Eintragung aus 1495 auf eine Kapelle "zu pawngarten" hingewiesen wurde. Wann das Gotteshaus errichtet wurde, geht aus den Aufzeichnungen dieses Grundbuches nicht hervor. Die Kirche, die als Folge der ersten Türkenbelagerung noch 1544 kein Dach hatte und deren Bauzustand 1582 als schlecht bezeichnet worden war, wurde von 1755 bis 1757 gründlich renoviert. Nach der Errichtung der neuen Kirche im Jahre 1908 wurde sie abgetragen. Am 20. Juli 1783 wurde durch ein Hofdekret die Errichtung einer Lokalkaplanei in Baumgarten angeordnet. Da sowohl die Herrschaft als auch die Gemeinde von Breitensee sich für Breitensee als Sitz der neuen Lokalkaplanei einsetzten, verzögerte sich die Besetzung der Baumgartner Lokalkaplanei. Am 17. Dezember 1784 wurde Anton Müller als Lokalkaplan installiert und am folgenden Tag Baumgarten von der Pfarre Penzing, in deren Friedhof die Baumgartner ihre Toten bestatteten, ausgepfarrt. Breitensee, 1195 erstmals urkundlich als "Prantense" im Traditionskodex des Stiftes Vornbach erwähnt, blieb hingegen bis zur Gründung einer eigenen Pfarre bei Penzing.

 
Friedhof

1786 wurde auf einem Grundstück nordöstlich des Dorfes im Gebiet der - heutigen - Hütteldorfer Straße und Seckendorfstraße (im Bereich des derzeitigen Pflegeheimes Baumgarten) ein Friedhof errichtet. Nachdem er mit einer Mauer umgeben und ein Friedhofskreuz errichtet worden war, wurde dieser am 15. Jänner 1786 geweiht. Eigentümer des Friedhofes waren je zur Hälfte die beiden zur Pfarre gehörenden Gemeinden Ober- und Unter-Baumgarten. Die erste Beisetzung des an den "schreiyenden Fraisen" gestorbenen dreieinhalbjährigen Kindes Theresia Hell fand am 10. Februar 1786 statt. Obwohl sich 1827 die Friedhofsmauer und die an der Nordseite des Friedhofes situierte Totenkammer "in einem sehr baufälligen Zustand" befanden, wurden erst 1839 eine neue Totenkammer errichtet und die Mauer instand gesetzt. Als sich der alte Friedhof in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts infolge des Mangels an Beerdigungsflächen als zu klein erwies, wurde im Jahre 1874 in der Ried Unter-Waidhausen ein neuer Friedhof angelegt. Dieser wurde am 31. Oktober 1874 durch den Dechanten Emanuel Paletz, Pfarrer in Hütteldorf, geweiht. Die letzte Beisetzung im alten Friedhof fand am 20. November 1876 statt. 1884 wurde entschieden, einen neuen Teil des alten Friedhofes als Straßengrund für die Hütteldorfer Straße zur Verfügung zu stellen. 1896 wurde der Friedhof abgeräumt und planiert. Die 1901 auf dem ehemaligen Friedhofsareal und den angrenzenden Liegenschaften errichtete Kaiser-Franz-Josephs-Landwehr-Kaserne wurde 1920 in ein Versorgungshaus (Altersheim) umgewandelt. Die erste Beerdigung im neuen Friedhof war die des zehn Monate alten unehelichen Kindes der Magd Anna Gatterbauer, Theresia, am 11. November 1874. Drei Jahre später, 1877, musste der Friedhof bereits erweitert werden.  

Gruftreihe Friedhof Baumgarten © Friedhöfe WienGruftreihe Friedhof Baumgarten © Friedhöfe WienZoom
Erweiterungen

1871 beabsichtigten die zur Pfarre Reindorf gehörenden Ortsgemeinden Fünfhaus, Sechshaus und Rudolfsheim (1863 bildeten Rustendorf, Braunhirschen und Reindorf eine Großgemeinde, die zu Ehren des fünfjährigen Kronprinzen Rudolf "Rudolfsheim" genannt wurde), die ihre Toten auf dem Schmelzer Friedhof bestatteten, im "Flurgebiet Breitensee" einen Friedhof zu errichten. Dies wurde durch einen Erlass des Ministeriums des Innern vom 27. September 1871 "als unzulässig erklärt". Daraufhin wurde von den drei Gemeinden in Baumgarten ein Grundstück im Ausmaß von sechs Joch 486 Quadratklaftern, "theils zu dem daselbst bestehenden neuen Orts-Friedhof gehörig, theils an denselben anstoßend", erworben. Es wurde nach der Schließung des Schmelzer Friedhofes auf Grund einer "provisorischen Bewilligung" als Begräbnisstätte für ihre verstorbenen Gemeindeangehörigen benützt. Auf Grund eines am 30. April 1884 getroffenen Übereinkommens wurde ein "gemeinsamer Friedhof in Baumgarten" geschaffen. Dieser war zur "Bestattung der Leichen aus den Gemeinden Baumgarten, Fünfhaus, Sechshaus und Rudolfsheim" bestimmt. Es wurde festgelegt, dass "mit der in der Pfarre Reindorf stattgefundenen Einsegnung der Leiche jeder weitere Umzug aufzuhören hat" und die Leiche "direkt mittels geschlossenen Wagens" auf einer vorgeschriebenen Route auf den Friedhof zu überführen war. 1888 "fand die Exhumierung aller Leichen auf dem seit dem Jahre 1874 geschlossenen Neulerchenfelder Ortsfriedhof an der Schmelz - die letzte Beisetzung fand am 31. Jänner 1876 statt - und die Überführung derselben auf den Baumgartner Ortsfriedhof statt". Die im November 1893 genehmigte dritte Erweiterung im Ausmaß von 10.566 Quadratmetern wurde 1894 durchgeführt. Dadurch wurde ein Belegraum von 678 eigenen Gräbern und "der nöthige Raum für die entsprechende Anzahl von Schachtgräbern" gewonnen. Die im Juni 1895 genehmigte "vierte und letzte Erweiterung des Baumgartner Friedhofes" im Ausmaß von 42.179 Quadratmetern konnte auf Grund eines Enteignungsverfahrens erst 1897 vollendet werden. Im selben Jahr wurde ein zwischen dem alten und dem neuen Friedhof liegender Grundstreifen im Ausmaß von zirka 3.300 Quadratmetern "zu Friedhofszwecken" angekauft. 1898 wurden die Ausschmückung und Beleuchtung des Massengrabes, in dem "die aus dem aufgelassenen Friedhof Neulerchenfeld exhumierten Gebeine ruhen", am Allerheiligen- und Allerseelentag eines jeden Jahres für die Dauer des Friedhofsbestandes und im Jahre 1900 der Ankauf eines Grabkreuzes "behufs Aufstellung auf dem gemeinsamen Grab der vom alten Baumgartner Ortsfriedhof exhumierten Leichen" genehmigt. 1902 genehmigte der Gemeinderat die Errichtung eines Totengräberhauses und einer gedeckten Wartehalle (Wartesaal und Aufbahrungsraum) sowie die Adaptierung des bestehenden Totengräberhauses (gedeckte Zufahrt zwischen dem alten und dem neuen Gebäude). Die Benützungsbewilligung "für das erbaute Parterregebäude" wurde am 28. August 1903 erteilt. Darüber hinaus wurde im Juli 1903 die Aufstellung einer vom Stadtbaumeister Josef Münster gespendeten "großen Christusstatue" auf dem neuen Teil des Baumgartner Friedhofes genehmigt. Ende 1904 betrug die für Friedhofszwecke zur Verfügung stehende Fläche 107.303 Quadratmeter. Da der Friedhof über keine Reserveflächen verfügte und die Verhandlungen "wegen abermaliger Erweiterung des Baumgartner Friedhofes" zu keinem Ergebnis führten, wurde im Jahre 1905 bei der k. k. niederösterreichischen Statthalterei die Enteignung der zur Erweiterung erforderlichen Grundstücke im Ausmaß von 35.532 Quadratmetern beantragt.

 
Neue Regelungen

1905 wurde die Aufstellung von Bänken bei den Grabstellen an eine Bewilligung des magistratischen Bezirksamtes des 13. Bezirkes gebunden. Es wurde angeordnet, dass Bänke, die den Verkehr oder die Beilegung in bestehenden Gräbern hindern, entfernt werden. 1906 und 1907 wurde durch die Einbeziehung beziehungsweise den Ankauf von Grundstücken die Möglichkeit zur Erweiterung des Friedhofes geschaffen. Am 30. Oktober 1907 wurde der bis dahin fertig gestellte Erweiterungsteil durch den Pfarrer Karl Eder im Rahmen einer Feier geweiht. 1908 wurde der Ankauf weiterer Gründe zur Friedhofserweiterung sowie die gärtnerische Ausgestaltung des neuen Friedhofsteiles genehmigt und schließlich mit 1. März 1910 auch "auf dem Baumgartner Friedhof" die Eigenregie eingeführt. 1911 beantragte die Bezirksvertretung des 13. Bezirkes eine Vergrößerung der Wartehalle. 1912 wurde vom Stadtrat die Einführung eines unentgeltlich zu verteilenden Orientierungsplanes für den Friedhof sowie die Erweiterung des Friedhofes durch Einbeziehung der bereits in den Vorjahren erworbenen Grundstücke genehmigt. Mit der Belegung des Erweiterungsteiles konnte im Jahre 1913 begonnen werden. 1913 wurde ein weiteres Grundstück erworben und die Erweiterung des Friedhofes im Mai 1915 durchgeführt. Auf Grund des durch die Einberufung zur militärischen Dienstleistung geringen Standes an Friedhofsbediensteten wurden zur Durchführung des Beerdigungsdienstes und sonstiger im Friedhofsdienst notwendiger Arbeiten Kriegsgefangene herangezogen. 33 Gefangene wurden den Vorortefriedhöfen Baumgarten, Ottakring und Hernals zur Arbeitsleistung zugewiesen. Im August 1919 wurde eine neuerliche Erweiterung des Friedhofes genehmigt. Gleichzeitig wurde die Vergabe eigener Gräber an Nichtzugewiesene und "die Vergebung solcher Gräber bei Lebzeiten" nicht mehr gestattet. 1920 wurden den Angestellten des Baumgartner Friedhofes in dem nicht zur Belegung kommenden Erweiterungsteil die "Anlage von Kleingemüsegärten" und 1921 diesen Bediensteten bis auf weiteres das Halten von Kleintieren, höchstens jedoch "eine Ziege, fünf Hühner und ein Hahn sowie zwei Zuchtkaninchen", gestattet. 1922 wurde "die Umgestaltung des auf der linken Seite der Einfahrtshalle im Baumgartner Friedhofe befindlichen Aufbahrungsraumes" auf Kosten der Städtischen Leichenbestattung genehmigt. Dem Unternehmen wurde das ausschließliche Recht zur Benützung des Aufbahrungsraumes unter der Bedingung überlassen, dass dieser Raum auch den privaten Leichenbestattungsunternehmen gegen Entrichtung der im Tarif festgesetzten Gebühren überlassen wird. 1924 wurde das Aufbahrungsgebäude neuerlich umgestaltet. Die für den Durchgangsverkehr bestimmte Einfahrtshalle wurde unter gleichzeitiger Errichtung eines Vorraumes in einen Aufbahrungsraum umgewandelt. 1929 wurde der Bau eines Torwächterraumes und 1933 ein Zubau zum Verwaltungsgebäude genehmigt. Zwischen 1939 und 1940 wurden neuerlich Entwässerungsarbeiten (Drainagierungen) durchgeführt. Zwischen 1945 und 1951 wurden Schäden am Wohngebäude, an Dächern und Wegen behoben und 1948/49 das Verwaltungs- und Aufbahrungsgebäude vergrößert. Mitte 1945 musste wegen "Erschöpfung des Bestandes an Reihengräbern" die Vergabe solcher Gräber eingestellt werden. 1947 konnten wieder heimgefallene Gräber zugewiesen werden. 1948/49 wurden neue Urnengräber angelegt, die ab 1950 zur Vergabe gelangten. 1952 wurden Erweiterungsflächen widmungsmäßig sichergestellt und die aufgelassenen Schachtgräber der Gruppen O und P ab Juni 1953 als "Eigengräber" neu vergeben. 1953 und 1961 konnten durch Aufschließungsarbeiten auf den Erweiterungsflächen neue Grabstellen vergeben werden. 1962 wurden der von Kleingärtnern freigemachte Erweiterungsteil sowie bereits bestehende Erweiterungen eingefriedet. 1963 wurde der Friedhof durch Neueinfriedung von Erweiterungsflächen um 17.560 Quadratmeter vergrößert und 1964 ein neuer Urnenhain errichtet.

Grabdenkmal Friedhof Baumgarten © Friedhöfe WienGrabdenkmal Friedhof Baumgarten © Friedhöfe WienZoom
Neubau der Aufbahrungsgebäude

Im August 1966 wurde mit dem Abbruch der bestehenden Aufbahrungsgebäude und dem anschließenden Neubau der Hallen nach den Plänen von Architekt Baurat Josef Strelec begonnen. Die Gestaltung der Aufbahrungsräume nach den 1964 anlässlich der Neugestaltung des Aufbahrungsraumes im Friedhof Jedlesee festgelegten Grundsätzen erfolgte nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern. Die künstlerische Ausgestaltung der Zeremonienräume war dem akademischen Maler Prof. Hermann Bauch übertragen worden. Die neuen Aufbahrungshallen konnten ab 27. November 1967 benützt werden. 1967 wurde ein Teil der südlichen Erweiterungsfläche zu Flach- und Urnengräbergruppen umgestaltet. Ab 1. Dezember 1970 wurde für den Friedhof Baumgarten und fünf weitere Friedhöfe ein zentraler Einsegnungsdienst der römisch-katholischen Kirche eingeführt. 1973 wurde anlässlich von Instandsetzungsarbeiten in der Aufbahrungshalle 2 im Aufbahrungsraum eine mit einer elektrohydraulischen Versenkungseinrichtung ausgestattete Aufbahrungstumba aufgestellt. Seit 23. Juli 1973 ist die Abhaltung von Kremationsfeiern in dieser Halle möglich. Bei einer Kremationsfeier wird der Sarg in diese Tumba versenkt und mit dem automatischen Schließen der zweiteiligen Tumbaplatte und dem allmählichen Verlöschen der Beleuchtung im Aufbahrungsraum das Ende der Trauerfeier angezeigt. 1976 wurden neue Gräbergruppen angelegt und die Verlegung des Trägerraumes aus dem Bereich der beiden Aufbahrungshallen beschlossen. 1990 wurde an der nördlichen Friedhofsbegrenzung eine neue Einfriedung aus Betonfertigteilen errichtet. 1993 bis 1995 wurden die Aufbahrungshallen und Zeremonienräume renoviert und umgestaltet. 1998 wurde die große Christusstatue renoviert.

 
 

Detailplan

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PDF (4.505 kB)  |  21.07.2014

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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Übersichtsplan

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PDF (65 kB)  |  26.04.2016