Atzgersdorf





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeister Harald Riedler verwaltet.

Fläche: 39.282 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 3.283

Besonderheiten: Freiheitskämpfer-Denkmal des Bildhauers Pfitzner, das die Namen von 24 Opfern des NS-Terrors anführt; Urnenhain mit Kolumbarien

Friedhof Atzgersdorf
Reklewskigasse 25
1230 Wien

Tel.: +43 (0)1 865 93 80
Fax: +43 (0)1 865 93 804

E-Mail Anfrage

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Sie besitzt Schlüssel zu den Haupttoren.

 
Friedhofskreuz Atzgersdorf © Friedhoefe WienFriedhofskreuz Atzgersdorf © Friedhoefe WienZoom
Pfarrkirche

1372 findet die Pfarrkirche von Atzgersdorf erstmals im "Archiv der Dompropstey zu Wien" Erwähnung. Die Kirche dürfte bereits zu einem früheren Zeitpunkt errichtet worden sein. Atzgersdorf war bereits sehr früh ein bedeutendes kirchliches Zentrum. Zum Pfarrsprengel gehörten nach einer Beschreibung von 1692 Erlaa, Hetzendorf, Ober- und Unterliesing, Kalksburg nördlich des Liesingbaches, Mauer, Siebenhirten und der Steinhof. Anlässlich der Josephinischen Pfarrgründungen verlor Atzgersdorf einen Großteil dieses Pfarrsprengels. Im wesentlichen verblieben nur mehr der Ort selbst und das auch grundherrschaftlich mit ihm verbundene Erlaa bei der Pfarre.

 
Friedhof

Der um die Pfarrkirche gelegene Friedhof, der zur Zeit der Pfarrgründung errichtet worden sein dürfte, musste 1780 aufgelassen werden. "Alle Leichen wurden ausgegraben und in Grube des neuen Freydthofes beerdigt. Das alte Todtenbeinhaus samt dem hiervor gestandenen Vesperbild-Kapellerl wurde kassiert und abgeglichen. Die alte Freydthofmauer wurde zum neuen verwendet." Der neue etwas westlich der Kirche (etwa Ecke Canavesegasse-Endresstraße) angelegte Friedhof, mit dessen Errichtung "am 25. April 1780 früh Morgens" begonnen worden war, wurde am 22. Juni 1780, um 9 Uhr, durch den Pfarrer Anton Fritzl geweiht. 1825 wurde im Bereich der (heutigen) Taglieberstraße gegenüber dem späteren Atzgersdorfer Bahnhof ein neuer Friedhof errichtet. Dieser wurde am 11. August 1825 eröffnet.

Erweiterungen

Da sich dieser Friedhof schon nach wenigen Jahrzehnten als zu klein erwies, wurde 1880 am östlichen Rand des damaligen Gemeindegebietes ein neuer Friedhof (Reklewskigasse 25) angelegt. Die erste Beilegung erfolgte am 2. Jänner 1881. Der gegenüber dem alten Atzgersdorfer Bahnhof gelegene Friedhof wurde im Juni 1896 aufgelassen. Die bis dahin "nicht anderwärts versorgten Leichen" wurden exhumiert und auf dem neuen Friedhof in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. 1927 wurde der zwischen den im Jahr 1880 errichteten Gebäuden (Leichenhaus und Wohnhaus des Totengräbers) befindliche Friedhofseingang überdacht und zu einer Aufbahrungshalle ausgebaut. Im gleichen Jahr wurde eine gemauerte Einfriedung mit Urnennischen errichtet. 1935 teilte das Gemeindeamt von Atzgersdorf dem Wiener kommunalen Bestattungsunternehmen, das "auch auf dem Gemeindefriedhof Atzgersdorf eine sanitär einwandfreie und pietätvoll eingerichtete Leichenhalle" verfügte, mit, dass "nunmehr an Sonn- und Feiertagen die Durchführung von Begräbnissen zu unterbleiben" hat. Im September 1936 erklärte sich das städtische Unternehmen auf Grund eines Ansuchens des Gemeindeamtes Atzgersdorf bereit, die "Gruft der geistlichen Seelsorger", die 1880 auf den neuen Friedhof verlegt worden war, instand setzen zu lassen. Bedingung, dass das "hochwohllöbliche Pfarramt den ablehnenden Standpunkt gegenüber dem städtischen Unternehmen" aufgibt "und an dessen Stelle eine wohlwollende Neutralität walten lässt". 1938 wurde anlässlich der Renovierung der Leichenhalle die Hälfte der Kosten von städtischen Unternehmen getragen. Ab 1. August 1946 wurden die Agenden der Friedhofsverwaltung, die "bisher provisorisch von der Bezirksvorstehung Amtsstelle Atzgersdorf geführt" worden waren, wieder von der zuständigen Abteilung Friedhöfe (MA 43) wahrgenommen.

Kriegerdenkmal Friedhof Atzgersdorf © Friedhöfe WienKriegerdenkmal Friedhof Atzgersdorf © Friedhöfe WienZoom
Instandsetzung nach dem Zweiten Weltkrieg

1948 und 1949 wurden die Leichenhalle und 28 Meter Einfriedungsmauer wiederhergestellt. 1953 wurde der Aufbahrungsraum mit einem Altar ausgestattet. 1958 wurde der Bahrwagen eingeführt. 1961 konnten durch Sanierungsarbeiten heimgefallene und verwahrloste Grabstellen rückgenommen und neu vergeben werden. 1962 wurde ein Teil der gewidmeten Erweiterungsfläche eingefriedet und die Sanierung der alten Friedhofsteile fortgesetzt. 1964 wurde der Durchbruch der Friedhofsmauer zu dem neu hinzugekommenen Erweiterungsteil verbreitert. Für die Umgestaltung des Betriebsgebäudes und der Vorderfront des Friedhofes musste die rechte Urnenmauer abgebrochen werden. Als Ersatz wurde eine neue Urnenmauer für 42 Nischen errichtet. In der Abteilung 1 wurde ein neuer Urnenhain angelegt. Von Oktober 1964 bis August 1965 wurde die 1927 erbaute Aufbahrungshalle nach den Plänen des Baurates Architekt Josef Strelec renoviert und umgebaut. Die Umgestaltung des Aufbahrungsraumes erfolgte nach den Plänen des Architekten Prof. DI Erich Boltenstern nach den1964 von der Städtischen Bestattung für die Neugestaltung der Aufbahrungsräume festgelegten Grundsätzen. 1965 wurde die Beisetzkammer des Friedhofes mit einer Kühlanlage ausgestattet.

 
 
Friedhof Atzgersdorf Aufbahrungshalle © Friedhoefe WienFriedhof Atzgersdorf Aufbahrungshalle © Friedhoefe WienZoom
Aufbahrungshalle

Um in der Aufbahrungshalle des Friedhofes Atzgersdorf auch Kremationsfeiern abhalten zu können, wurde von Oktober 1972 bis Juni 1973 der Aufbahrungsraum ebenfalls nach den Plänen von Prof. DI Boltenstern umgestaltet. Das Ende der Kremationsfeier wird den Trauergästen durch das Schließen eines Vorhanges, wodurch der Sarg den Blicken entzogen wird und das gleichzeitige Verlöschen der Beleuchtung im Aufbahrungsraum angezeigt. 1977 wurden neue Gräbergruppen angelegt. 1980 wurde mit der Vergabe von Wandnischen in der Urnenmauer 2 begonnen. Im November 1986 wurde die Aufbahrungshalle für die Dauer der Umgestaltung des Aufbahrungsraumes gesperrt. Für die Abhaltung von Trauerfeiern wurde eine provisorische Aufbahrungshalle aufgestellt. Der nach den Plänen von Architekt Dr. Christof Riccabona unter Verwendung bestehender Ausstattungsgegenstände nach zeitgemäßen Gesichtspunkten umgestaltete Aufbahrungsraum konnte am 5. Oktober 1987 wieder in Verwendung genommen werden. Dort können Trauerfeiern zu Erdbestattungen sowie Kremationsfeiern abgehalten werden.

 
 

Detailplan

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PDF (349 kB)  |  21.07.2014

Ehrengräber

Ehrenhalber gewidmete und Historische Grabstellen

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Übersichtsplan

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PDF (24 kB)  |  26.04.2016