Aspern





Der Friedhof wird im Auftrag der Friedhöfe Wien GmbH von Friedhofsmeisterin Karin Göschl verwaltet.

Fläche: 89.564 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 6.217

Besonderheit:

  • Kriegerdenkmal, welches dem Gedenken an die Kriegsopfer beider Weltkriege dient 
  • Gedenktafel, von zwei Pyramiden mit Sowjetstern flankiert, welche an die Gefallenen der sowjetischen Armee erinnert

Friedhof Aspern
Langobardenstraße 180
1220 Wien

Tel.: +43 (0)1 282 13 17
Fax: +43 (0)1 282 13 17

E-Mail Anfrage

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Sie besitzt Schlüssel zu den Haupttoren.

 

Aufbahrungshalle Friedhof Aspern © Friedhoefe WienAufbahrungshalle Friedhof Aspern © Friedhoefe WienZoom
Die von der Gemeinde "Groß-Asparn an der Thonau" am 31. Juli 1671 vom Passauer bischöflichen Konsistorium erbetene Einweihung einer neu erbauten Kirche dürfte erst später erfolgt sein. Im Jahr 1677 war weder die Kirche noch der Friedhof benediziert. Außerhalb des Ende des 17. Jahrhunderts angelegten Friedhofes wurde zur Erinnerung an die Pestepidemie des Jahres 1679 eine Kapelle erbaut. Diese erhielt nach der im Jahr 1706 gegründeten Bruderschaft des heiligen Sebastian, zu deren "guten Werken" auch die "Begleitung eines fLeichenbegängnisses" zählte, den Namen Sebastiani-Kapelle. Als Kaiser Joseph II. im Jahr 1783 die Bruderschaft aufhob, wurde die Kapelle als Beinhaus verwendet.
 
Schlacht von Aspern

Der mit einer etwa ein Meter hohen Mauer umgebene Friedhof wurde 1809 anlässlich der Schlacht von Aspern wegen seiner strategischen Bedeutung heftig umkämpft. Als im Laufe der Kampfhandlungen der Friedhof von den österreichischen Truppen am 22. Mai neuerlich erobert wurde, wurden die Friedhofsmauern geschleift. Damit wurde dem Gegner gegebenenfalls die Verteidigung des Geländes erschwert. Die in der Schlacht gefallenen Österreicher wurden vermutlich in Massengräbern auf den umliegenden Friedhöfen beigesetzt, während die Franzosen ihre Toten in der Lobau bestatteten. Jene gefallenen Franzosen, die nicht vom Schlachtfeld geborgen werden konnten, wurden meist an Ort und Stelle bestattet. 1980 wurden auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Aspern 47 Skelette napoleonischer Soldaten freigelegt. Diese sind in der Gruppe 88 auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. 1813 wurde eine neue Friedhofsmauer errichtet. Ein Jahr später wurde die in den Kampfhandlungen des Jahres 1809 zerstörte Kirche wiederhergestellt. 1822 wurde der Friedhof erweitert und das Beinhaus in das Friedhofsgelände einbezogen. 1829 wurde auf dem Friedhof eine Statue des auferstandenen Christus aufgestellt, die nunmehr im Vorgarten des Pfarrhofes ihren Platz gefunden hat. Um Verwechslungen zu vermeiden, ordnete das k. k. Ministerium des Innern am 20. April 1890 an, dass der Ort, der im Laufe seiner Geschichte Asparin, Aspärn, Asparn an der Thonau und auch Groß-Asparn genannt worden war, nunmehr den Namen "Aspern an der Donau" führen sollte.

Neuer Friedhof

1892 wurde von der Gemeinde Aspern im so genannten Krautgarten ein neuer Friedhof errichtet. Für den um die Kirche angelegten Friedhof wurden keine neuen Grabstellen mehr vergeben. 1903 wurde im Zuge einer Straßenerweiterung ein Teil des alten Friedhofes aufgelassen. Die Friedhofsmauer wurde teilweise abgetragen und durch ein Eisengitter ersetzt. Um 1930 wurde der "alte Friedhof" für Beilegungen gesperrt und 1962 schließlich auch der vor und neben der Kirche gelegene Teil des Friedhofes in einen Park umgestaltet. Für den neuen Friedhof beschloss am 19. Mai 1892 die Gemeinde eine Friedhofsordnung sowie eine Instruktion für den Totengräber. Die erste Beerdigung erfolgte am 21. Mai 1892. Das Friedhofskreuz wurde von Frau Theresia Parton im Jahr 1893 gewidmet. Als Gegenleistung für diese Widmung war ihr, laut einer Eintragung im Gräberbuch der Friedhofsverwaltung, für ihren am 17. November 1892 verstorbenen Gatten Josef ein Grab (Doppelgruft) an der Friedhofsmauer zur Verfügung gestellt worden.

Regelung der Öffnungszeiten

1905, ein Jahr nach der Bildung des 21. Wiener Gemeindebezirkes, war der Friedhof - bei einer Fläche von 8.985 Quadratmetern - für die "katholischen Leichen des ehemaligen Vorortes Aspern bestimmt". Auf Grund einer Beschwerde, dass das Friedhofstor stets versperrt und der Totengräber nur dann am Friedhof anzutreffen war, wenn es seine Geschäfte erforderten, ordnete der Magistrat im Herbst 1906 an, dass der Friedhof täglich, von 14 bis 16 Uhr, bei Anwesenheit des Totengräbers zugänglich sein sollte. Diese Regelung sollte dann außer Kraft treten, wenn dem Totengräber im Friedhof eine Wohnung zur Verfügung stünde. Im Mai 1907 wurden die täglichen Öffnungszeiten auf 15.30 bis 18.30 Uhr geändert. Im Juli des gleichen Jahres wurde die Errichtung eines "Totengräberhauses" vom Wiener Gemeinderat bewilligt. Ein Jahr später war der Friedhof ganztägig für die Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Umgestaltungen

1912 beklagte sich der Pfarrer von St. Martin, "daß auf dem Asperner Gemeindefriedhof Andersgläubige in fortlaufender Reihe der Gräber von Katholiken beerdigt werden". Der Friedhof war anlässlich der Errichtung über Verlangen der Gemeinde geweiht. Für Akatholiken und ungetaufte Kinder war ein eigener, durch Sträucher gekennzeichneter ungeweihter Teil angelegt worden. Der Pfarrer vertrat die Meinung, dass es "in der Intention der damaligen Gemeinde lag", den Friedhof als konfessionellen Friedhof zu betrachten. Das fürsterzbischöfliche Ordinariat, an das diese Beschwerde gerichtet war, wies den Pfarrer daraufhin an, sich mit der Gemeinde ins Einvernehmen zu setzen. Als nach dem Ersten Weltkrieg die Zahl der Friedhofsaufbahrungen zunahm, wurde auch das Totengräberhaus für diese Zwecke herangezogen. Erst 1925 erfolgten im Zuge einer baulichen Umgestaltung eine Vergrößerung der Aufbahrungshalle sowie der Anbau einer Beisetzkammer. Von 1929 bis 1931 wurden eine Urnennischenanlage errichtet, ein Urnenhain sowie neue Grabstellen angelegt und der Friedhof erweitert. 1936 wurde die Vergabe von Urnengräbern und Urnennischen eingestellt. Nur mehr die Beisetzung von Urnen in bestehenden Urnengräbern, befristet bis Ende 1951, war gestattet. Im Dezember 1936 wurde unter Einbeziehung der aufgelassenen Urnennischenanlage mit der Errichtung einer Einsegnungskapelle begonnen. Die am 21. Oktober 1937 durch Monsignore Johann Scheider geweihte Kapelle sollte der Einsegnung aller "in der Beisetzkammer abgestellten römisch-katholischen Leichen" dienen.

Instandsetzung nach dem Zweiten Weltkrieg

In den Jahren nach 1945 wurden die Aufbahrungshalle, die Wohngebäude, die Friedhofsmauer und das Einfriedungsgitter des neuen sowie des alten Friedhofsteiles instand gesetzt. Diese Arbeiten waren 1951 abgeschlossen. 1949 wurde für die Angehörigen der sowjetischen Besatzungsmacht eine Beerdigungsfläche für eventuelle Todesfälle bereitgestellt. 1952 wurde eine Friedhofserweiterung vorgenommen. Ab diesem Zeitpunkt war die Vergabe neuer Grabstellen wieder möglich.

Hauptfriedhof mit neuen Regelungen

Mit der Schaffung des Bezirkes Donaustadt im Jahr 1954 wurde der Asperner Friedhof zum Hauptfriedhof für die Verstorbenen des 22. Bezirkes bestimmt. 1958 wurden durch Zubauten an die Aufbahrungshalle Betriebsräume geschaffen. Mitte dieses Jahres wurde der Bahrwagen eingeführt. 1959 verfügte die Friedhofsverwaltung, dass Beerdigungen nur an zwei Tagen in der Woche, und zwar am Dienstag und am Donnerstag, vorgenommen werden können.

Friedhof Aspern Allee © Friedhöfe WienFriedhof Aspern Allee © Friedhöfe WienZoom
Erweiterungen

1960 erfolgte eine neuerliche Erweiterung des Friedhofes. 1962 wurde die entsprechende Einfriedung durchgeführt. 1966 musste ein Teil des Friedhofsvorplatzes abgetreten werden. 1967 wurde der Urnenhain erweitert, 1969 die Einfriedung ergänzt. 1970 wurde der Friedhof um weitere 2.579 Quadratmeter und 1973 um rund 42.000 Quadratmeter vergrößert. 1974 wurde das Verwaltungsgebäude umgebaut. Die Beisetzungskammer erhielt eine Kühlanlage. Von 31. März 1976 bis 18. März 1977 wurde die Aufbahrungshalle nach den Plänen von Architekt Prof. DI Erich Boltenstern renoviert. Der Aufbahrungsraum wurde nach neuzeitlichen Gesichtspunkten gestaltet. Der neue Flügelaltar ist ein Werk von Professor Hans Robert Pippal, die Bleiverglasung über dem Eingangstor des akademischen Malers Hermann Bauch. Neben Trauerfeiern zu Erdbestattungen konnten nunmehr auch Kremationsfeiern abgehalten werden. Das Ende der Trauerfeier wird durch das Schließen eines Vorhanges angezeigt. Während des Umbaues der Halle stand die ehemalige Einsegnungskapelle, die ab Mitte 1969 für die Aufbahrung von Urnen verwendet wurde, als provisorische Halle zur Verfügung. Da in der umgestalteten Halle auch ein Urnenschrein zur Aufstellung kam, wird die ehemalige Kapelle seit der Inbetriebnahme der umgebauten Halle nicht mehr benützt. 1989 wurden die Fassade und das Dach der Kapelle instand gesetzt. 1979 wurden die neuen Erweiterungsflächen eingefriedet und zur Belegung vorbereitet. Ein von der Asperner Bevölkerung gewidmetes und im Friedhof aufgestelltes Kriegerdenkmal, ein hoher Steinsockel mit Inschrifttafel, dient dem Gedenken an die Kriegsopfer beider Weltkriege. Ein kurzes Mauerstück mit einer Gedenktafel, von zwei Pyramiden mit Sowjetstern flankiert, erinnert an die Gefallenen der sowjetischen Armee. 1990 wurden in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Inneres deren Kriegsgräberanlage saniert und dabei die Grabzeichen gereinigt und nachbeschriftet.

 

Detailplan

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PDF (1.293 kB)  |  26.04.2016

Übersichtsplan

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PDF (41 kB)  |  25.04.2016