Altmannsdorf





Der Friedhof wird von der Friedhöfe Wien GmbH verwaltet.

Fläche: 3.807 Quadratmeter

Anzahl der Grabstellen: 583

Besonderheit: Friedhofskreuz aus dem Jahr 1853 

Friedhof Altmannsdorf
Stüber-Gunther-Gasse 1
1120 Wien

Erreichbar am Friedhof Südwest
Tel.: +43 (0)1 534 69 - 28260
Fax: +43 (0)1 534 69 - 28269

E-Mail Anfrage

3. November bis Ende Februar: von 8 bis 17 Uhr
März sowie von 1. Oktober bis 2. November: von 7 bis 18 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August haben wir jeden Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen.
Sollten Sie bei einem Besuch irrtümlich eingeschlossen werden, verständigen Sie die Polizei (Notruf: 133 oder 112). Sie besitzt Schlüssel zu den Haupttoren.

Pfarre

1780 wurde in Atzgersdorf ein neuer Pfarrfriedhof angelegt. Da die zur Pfarre Atzgersdorf gehörenden Gemeinden ihre Verstorbenen auf dem Atzgersdorfer Friedhof bestatteten, hatten diese sich mit den Betrag von 59 Gulden zu beteiligen. Hiervon war die Gemeinde Altmannsdorf betroffen.1783 wurde Altmannsdorf, das mit Erlaa, Hetzendorf, Kalksburg, Liesing, Mauer, Siebenhirten und Steinhof nach Atzgersdorf eingepfarrt war, zur Lokalkaplanei erhoben und von Atzgersdorf ausgepfarrt.

Grab mit Rostenstock © Friedhoefe WienGrab mit Rostenstock © Friedhoefe WienZoom
Friedhof

Der Altmannsdorfer Richter Josef Ranninger erklärte sich bereit, rund 100 Quadratklafter von seinem Grund für die Anlage des Friedhofes abzutreten. Die Einweihung konnte am 25. Oktober 1784 erfolgen.Die am 6. Dezember 1784 verstorbene Marianne Hartbergerin, die Witwe eines Gärtners, war die Erste, die am Friedhof Altmannsdorf begraben wurde.Da der Bauzustand des Gotteshauses den Neubau einer Kirche erforderlich machte, erklärte sich der damalige Grundherr Johann Hoffmann bereit, die Errichtung einer neuen Kirche zu finanzieren. Die finanziellen Mittel stammten aus einem Haupttreffer, den Johann Hoffmann in der so genannten Warschauer Lotterie im Jahre 1838 gewonnen hatte. Die Kirche wurde in den Jahren 1838/1839 nach den Plänen des Architekten Franz Lößl erbaut.

 
Erste Erweiterung

1835 wurde der Friedhof zum ersten Mal erweitert und mit einer Mauer umgeben, da der alte Holzzaun im Jahre 1809 von den französischen Truppen schwer beschädigt beziehungsweise zerstört worden war.1846 wurde eine Leichenkammer sowie für den Herrschaftsbesitzer Hoffmann eine Gruft (Mausoleum, vollendet 1847) errichtet. In dieser Gruft wurde neben den Familien Hoffmann und Hoffinger auch Josef Freiherr von Remekhazy beigesetzt. 1853 wurde ein neues Friedhofskreuz errichtet - das erste Kreuz war "bereits 1846 der Altersschwäche zum Opfer gefallen".

Erweiterungen und Instandsetzungen

In den Jahren 1865 und 1878 wurde der Friedhof neuerlich erweitert.Da die im Jahre 1902 eingeleiteten Verhandlungen über den Ankauf von Grundstücken zur Erweiterung des Friedhofes vorläufig resultatlos verliefen, verfügte der 3.827 Quadratmeter große Friedhof im Jahre 1905 über keine Reservefläche mehr.Im Jahre 1910 waren die Flächen der Friedhöfe Altmannsdorf und Hetzendorf erschöpft. Daher erklärte der Wiener Stadtrat, dass diese Gemeinden nunmehr auch den Meidlinger Friedhof benützen konnten, ohne höhere Gebühren leisten zu müssen.Durch eine Begradigung der Stüber Gunther-Gasse, die zwischen 1915 und 1918 erfolgte, konnte Platz für die Anlage von Grabstellen gewonnen werden.Schließlich beschloss der Wiener Gemeinderat am 6. April 1923, dass die Vergabe von neuen Gräbern auf dem Altmannsdorfer Friedhof mit Wirkung vom 1. Mai eingestellt werde. Mit Beschluss des Bürgermeisters vom 4. April 1936 wurde diese Sperre aufgehoben und es konnten wieder neue Gräber vergeben werden.Ebenfalls im Jahre 1936 wurden durch einen Anbau des Beisetzkammergebäudes sowie die Adaptierung der Beisetzkammer ein Aufbahrungsraum sowie ein Vorraum geschaffen. Die dadurch entstandene "kleine, aber würdige Aufbahrungshalle" konnte im Jänner 1937 der Benützung übergeben werden.

Sperrfriedhof

1952 wurde die Vergabe neuer und heimgefallener Gräber nicht mehr gestattet.
1953 sah ein Beschluss des Gemeinderates vor, dass der Altmannsdorfer Friedhof sowie neun weitere Friedhöfe im Jahre
1975 gesperrt werden sollten.1957 wurde die Vergabe heimgefallener Gräber mit der Einschränkung genehmigt, dass das Benützungsrecht in allen Fällen am 31. Dezember 1975 erlöschen würde.
1965 beschloss der Gemeinderat, dass in den Sperrfriedhöfen, deren Zahl durch die Einbeziehung von sechs weiteren Friedhöfen auf 16 erhöht worden war, keine neuen oder heimgefallenen Gräber mehr vergeben werden dürften. Die Friedhöfe sollten nach dem 31. Dezember 1975 für Beilegungen gesperrt werden.
Im Mai 1975 wurde auf Grund eines Beschlusses des Gemeinderates die Sperrfrist für die Friedhöfe um zehn Jahre verlängert. Beilegungen in bestehenden Gräbern wurden bis 31. Dezember 1985 gestattet.
Bei einer Volksbefragung 1980, bei der auch über andere Themen zu entscheiden war, stimmten die Wiener Bürgerinnen und Bürger für die Aufhebung der Sperre und die Beibehaltung der Friedhöfe. Am 26. September 1980 hob der Gemeinderat den Sperrbeschluss auf. Der weitere Bestand dieser Friedhöfe war gesichert. 

Aufbahrungshalle Altmannsdorf © Friedhöfe WienAufbahrungshalle Altmannsdorf © Friedhöfe WienZoom
Neue Aufbahrungshalle

Im September 1980 wurde die Aufbahrungshalle wegen Einsturzgefahr geschlossen. Im Oktober konnte mit der Renovierung des Gebäudes und der damit verbundenen Neugestaltung des Aufbahrungsraumes nach den Plänen von Architekt DI Erich Boltenstern begonnen werden.Anlässlich des Umbaues wurde die Friedhofsbeisetzkammer mit einer Kühlanlage ausgestattet.Die Aufbahrungshalle auf dem Friedhof Altmannsdorf, die im Juni 1981 wieder in Betrieb genommen wurde, war die erste Halle, die nach Aufhebung des Sperrfriedhofbeschlusses renoviert worden war.1982 ließ Franz Zierer, der "letzte Bauer von Altmannsdorf", das Mausoleum der Familien Hoffmann und Hoffinger sowie das Friedhofskreuz auf seine Kosten renovieren.1982 und 1983 wurde in den 16 ehemaligen Sperrfriedhöfen, somit auch im Altmannsdorf, ein Verfahren zur Einziehung heimgefallener Gräber durchgeführt. Nach dessen Abschluss war in diesen Friedhöfen die Vergabe von Grabstellen möglich.Seit 1985 steht für die Durchführung von Urnenaufbahrungen im Aufbahrungsraum der Aufbahrungshalle ein Urnenschrein zur Verfügung.

 
 

Detailplan

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PDF (136 kB)  |  21.07.2014

Übersichtsplan

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PDF (45 kB)  |  25.04.2016