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Neue Anatomie-Gedenkstätte auf dem Zentralfriedhof

Eröffnung der neuen Anatomie-Gedenstätte
Eröffnung der Gedenkstätte für Menschen, die ihren Körper der Forschung überlassen haben.
Trauerarbeit ist wichtig, um von Verstorbenen Abschied nehmen zu können. Auch Angehörige und Freunde von Menschen, die ihren Leichnam der medizinischen Forschung zur Verfügung gestellt haben, brauchen einen solchen Ort der stillen Besinnung. Daher wurde am 5. März 2009 die neue „Anatomie-Gedenkstätte" in der Gruppe 26 des Wiener Zentralfriedhofs, dem Gräberfeld des Anatomischen Instituts, eröffnet.
Ziegelrotes Achteck mit Laterne im Zentrum
Bisher hatte ein solcher Ort des Gedenkens gefehlt. Blumen, Fotos, Kreuze und Andenken waren um die Grüfte herum „angehäuft" worden - was ein höchst unordentliches Bild ergab. Die nunmehrige Gedenkstätte sammelt und konzentriert das Andenken. Architekt Christof Riccabona hat für diesen Platz einen achteckigen Bereich aus abgestaffelt hohen Mauern, die ziegelrot gestrichen wurden, entworfen. In dessen Mitte steht eine Laterne, wo Trauernde Kerzen platzieren können. Haken für Blumengebinde sind an der Innenseite der Mauer angebracht, ebenso sind dort Bänke aufgestellt. Der Blumendekor an der Außenseite kommt von den Friedhöfen Wien. Möchten Angehörige Namenstafeln anbringen, können sie die einheitlich gestalteten Tafeln bei der Friedhofsverwaltung bestellen.
Tausende Verstorbene für die Forschung
Die Anatomiegruppe liegt an der Mauer zum Evangelischen Friedhof und ist am einfachsten von Tor 3 zu erreichen. Von diesem liegt sie 400 Meter entfernt. 1975 erfolgte die erste Beisetzung auf dem Gräberfeld der Gruppe 26. Bisher haben dort über 17.000 Tote ihre letzte Ruhestätte gefunden. Bis 1997 in Särgen, danach eingeäschert in ringförmigen, in die Erde eingelassenen Behältern. Von 1967 bis 1975 fanden die Beisetzungen in der Gruppe 12F statt, wo rund 1.520 Tote begraben liegen.
Wie spendet man seinen Körper der Anatomie?
Wer seinen Körper nach dem Ableben der Medizinischen Universität zu Studien- und Lehrzwecken überlassen möchte, muss zu Lebzeiten eine entsprechende Willenserklärung abgeben. Die Formulare dafür sind in Wien beim Zentrum für Anatomie und Zellbiologie in der Währinger Straße 13 erhältlich. Weitere Informationen bekommt man unter Telefon: (01) 42 77-61101. Wer seinen Körper spenden möchte, zahlt einen Kostenbeitrag von 450 Euro. Sind die Formalitäten erledigt, erhält der Spender eine Bestätigung und ein Spenderkärtchen, das er jederzeit bei sich tragen sollte. Nach dem Tod übernimmt das Anatomische Institut alle Schritte von der Überführung bis zur Beisetzung. Es fallen keine weiteren Kosten an. Die Verfügung zur Körperspende kann übrigens jederzeit ohne Angabe von Gründen vom Spender, nicht aber seinen Angehörigen, widerrufen werden.
Weitere Informationen:
Wiener Zentralfriedhof Verwaltung
Telefon: (01) 760 41 - 43802 bis 43805
E-Mail
Andrea Rauscher,
Kommunikation | B&F Wien - Bestattung und Friedhöfe GmbH
Telefon: (01) 501 95 - 4114
Mobil: 0664 / 623 12 38
E-Mail
Weitere Informationen zum Thema „Körperspende
Telefon: (01) 42 77-61101
Medizinische Universität Wien



